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Lebensmittel-Rating

Handlungsweisen zum Schutz der NaturÄpfel, BirnenMais
Hinweise zur Tabelle Lebensmittel-RatingApfelsaft, BirnensaftMargarine und pflanzliche Fette aus Palmöl
Tipp, falls ein Lebensmittel nicht in der Tabelle istGemüseMilch und Milchprodukte
Bedeutung des ökologischen AusgleichsCrevettenOliven und Olivenöl
Tabelle "Lebensmittel Rating"EierPilze
 FischeReis
 Fleisch, diverse ArtenShrimps (Shrimps, Gambas, Tiefseegarnelen)
 Getreide, diverse ArtenSpargeln
 KaffeeTafelobst
 KartoffelnWein (inkl. Zapfen)

A. Handlungsweisen für den Schutz der Natur

Bei der Produktion von Lebensmitteln wird die Natur je nach Produktionsweise gefördert oder geschädigt. Viele KonsumentInnen möchten wissen, wie sie Einfluss auf eine möglichst naturverträgliche Produktion nehmen können.

 

Konsum & Natur erachtet drei Handlungsweisen als besonders wirksam für den Naturschutz:

  • Erstens die gezielte Auswahl von Lebensmitteln beim Kauf im Laden, Restaurant oder auf dem Markt. Naturschutz beginnt beim persönlichen Konsum.

  • Zweitens Diskussionen mit Freunden und Bekannten über die Produktion und Naturverträglichkeit von Lebensmitteln

  • Drittens ein persönliches Engagement für den Naturschutz oder Vogelschutz, z.B. in einem Naturschutzverein, bei der täglichen Arbeit oder in der Politik

 

B. Hinweise zur Tabelle Lebensmittel-Rating

Konsum & Natur beurteilt die Naturverträglichkeit von Lebensmitteln. Findet sich ein bestimmtes Lebensmittel (noch) nicht in der Tabelle, empfehlen wir, Lebensmittel aus biologischer Produktion anderen Erzeugnissen vorzuziehen, weil Bio-Produkte für die Natur regelmässig besser sind (mehr dazu: Naturverträglichkeit von Landbaumethoden - biologische, konventionelle und Integrierte Produktion im Vergleich).

Weil alle heutigen Landbaumethoden (inkl. der Bio-Produktion) zu intensiv sind, braucht es für die Erhaltung und Förderung von Fauna und Flora (sprich: für den Naturschutz) ökologische Ausgleichsflächen. Nach gesetzlicher Vorschrift müssen Landwirte in der Schweiz auf 7% ihrer Nutzfläche ökologische Ausgleichsflächen anlegen. Andernfalls erhalten sie vom Staat keine finanzielle Unterstützung (Direktzahlungen). Die Ausgleichsflächen müssen jedoch noch vermehrt und ihre biologische Qualität muss gesteigert werden. Diese Forderung vertreten auch die schweizerischen NGO's (Non Governmental Organisations), die im Natur- und Vogelschutz tätig sind.

 

C. Tabelle "Lebensmittel Rating" (Beurteilung der Naturverträglichkeit verschiedener Lebensmittel)

Die in der Spalte "Lebensmittel" hervorgehobenen Hyperlinks führen zu vertieften Naturschutz-Beurteilungen (Fachartikel). Da die Dokumente 10 - 20 Seiten umfassen, beträgt die Downloadzeit bis zu 30 Sekunden).

LebensmittelEinfluss Produktion auf Natur - Facts in Kürze

Rating der Naturverträglichkeit und Konsum-Empfehlung

Ratingmassstab:
schlecht - mittel - gut

Äpfel, Birnen: siehe Tafelobst    

Apfelsaft, Birnensaft (süss oder vergoren), Birnel (Saftkonzentrat)

Überwiegend aus naturnahen Hochstammobstkulturen, welche Lebensraum für viele seltene Tierarten sind (Vögel, Fledermäuse, Kleinsäuger, Insekten); Bewirtschaftung der Grünflächen der Obstgärten muss noch verbessert werden.

Sowohl die konventionelle als auch die Integrierte Produktion verwenden in beschränktem Umfang umweltschädliche Insektizide.

insbesondere Produkte aus biologischem Landbau oder mit Label "HOCHSTAMM SUISSE"

Empfehlung: vermehrt kaufen als Ersatz für Limonade und andere Fruchtsäfte;
Birnel ist vielseitig verwendbarer Zuckerersatz.

Gemüse (Tomaten, Zucchetti, Karotten, Sellerie, Rettich, Kopfsalat, Lattich etc.)

Kartoffeln: siehe unten

Die Anbauflächen bieten meist wenig Lebensraum für wildlebende Tier- und Pflanzenarten. Namentlich Gemüse aus Gewächshäusern ist nicht naturnah, weil die Produktionsflächen von der Umwelt abgetrennt sind und für die Heizung der Treibhäuser viel Energie (v.a. Heizöl) benötigt wird: Je nach Klima und Kälteempfindlichkeit der Gemüseart müssen für die Heizung von Gewächshäusern bis zu 30 Liter Heizöl pro Quadratmeter und Jahr (= 300'000 Liter pro Hektare und Jahr) eingesetzt werden.

Im Vergleich zu anderen Feldkulturen wie Getreide und Mais nimmt der Gemüseanbau nur einen Bruchteil der Kulturlandflächen ein (so z.B. in der Schweiz: Gemüsanbaufläche 10'000 Hektaren; Getreide 160'000 Hektaren; Mais 62'000 Hektaren). Aus diesem Grund hat die Gemüseproduktion in den meisten Gebieten Europas nur geringen Einfluss auf die Natur (Ausnahmen: Teile von Spanien und Holland).

Gemüse aus Gewächshäusern (konventionelle, Integrierte oder biologische Produktion):

Gemüse aus konventionellem und Integriertem Anbau (Freiland): -

Bio-Gemüse (Freiland): -

Empfehlung: Gemüse aus biologischem Freilandanbau vorziehen.

Da vegetarische Nahrung im Vergleich zu Nahrung tierischen Ursprungs naturfreundlicher ist, sollte der Konsum von Gemüse, soweit nicht im Gewächshaus gezogen, zu Lasten des Fleisch- und Eieranteiles ausgedehnt werden. Eine solche Ernährung ist zudem besser für die Gesundheit.

Crevetten: siehe Shrimps    
Eier: siehe Fleisch     
Fische

Meerfische (Wildfang)
Über ein Viertel der weltweiten Meeres-Fischgründe sind überfischt (sprich: ausgebeutet), drei Viertel ereilt in Bälde dasselbe Schicksal, wenn die Fischerei nicht massiv eingeschränkt wird. Die heutige Fischerei zerstört die Meeres-Ökosysteme in einem unglaublichen Tempo. Fischfressende Tiere wie Seehunde, Pinguine und Delphine leiden an Hunger. Der Fang von seltenen Arten wie Haifischen (insb. Dornhai), Blauflossenthunfisch und Stör hat bereits in vielen Teilen der Erde deren Ausrottung bewirkt. Besonders naturschädlich sind zudem die sogenannten Beifänge (Schildkröten, Delphine und andere nichtessbare Fische, die sich in den bis 60 km langen Schleppnetzen verfangen und leidvoll verenden). Einzig bei der Makrelenfischerei (mit Schleppnetzen) sind die Beifänge tief (3%, meist Hering und Stöcker).

Die Langleinenfischerei (hierbei werden an langen, hakenbesetzten Leinen Köder ausgelegt) bedroht in schwerster Weise die Vogelwelt: Jährlich ertrinken 300'000 Seevögel, welche die Köder fressen wollen. 26 Vogelarten sind durch die Langleinenfischerei vom Aussterben bedroht.

Meerfische (Zuchten)
Meerfische aus Zuchten sind nur wenig besser als wild gefangene, da die Fütterung der Zuchtfische oft mit gefangenem Fisch aus dem Meer erfolgt. In konventionellen Zuchten werden zudem umweltschädliche Insektizide gegen Fischparasiten (so etwa gegen See-Läuse in der Lachszucht) eingesetzt.

Süsswasserfische (Wildfang)
Süsswasserfische, insbesondere häufige Arten aus Westeuropa, sind in der Regel weniger problematisch. Häufige Arten: Egli, Felchen, Karpfen, Hecht, Wels, Weissfische (Schleie, Schwale, Brachsme). Seltene oder gefährdete Arten: Äsche, Seeforelle, Lachs (schwindende oder ausgestorbene Populationen wegen Überfischung, Gewässerverschmutzung und Blockierung der Fischwanderwege durch Flusskraftwerke).

Süsswasserfische (Zuchten)
Konventionelle Süsswasser-Fischzuchten verwenden oft Medikamente gegen Krankheiten und Pestizide gegen Parasiten. Edelfische wie Forellen müssen zum Teil mit tierischer Nahrung gemästet werden (Fisch oder Fleischabfälle). Die Zuchtbecken sind oft wenig naturnah. Viel naturverträglicher ist jedoch die Zucht von Karpfen, welche meist in naturnahen Teichen gemästet werden. Diese Teiche bieten zahlreichen Vögeln, Pflanzen und Insekten Lebensraum. In Südböhmen etwa leben in einer solchen Teichregion (Trebon) mehrere Hundert Fischotter und mehrere Paare des gefährdeten Seeadlers.

Hinweis betreffend Zuchtfische
Tierschutzprobleme, da oft viele Fische auf engem Raum gehalten werden.
 

Meerfische, Wildfang:
Ausnahme Makrelen

Auch sog. zertifizierte Meerfische, z.B. Fisch mit MSC-Label, sind nicht zu empfehlen, da sie aus den letzten Gebieten stammen, die heute noch einigermassen intakt sind und für die Wiederausbreitung von Populationen ganz verschont werden sollten.

Meerfische, Zucht (insb. Lachs):
- konventionelle Produktion:
- biologische Produktion:

Süsswasserfische, Wildfang:
- häufige Arten:
-
-
seltene Arten:

Süsswasserfische, Zucht (Forelle):
- konventionelle Produktion:
-
- biologische Produktion:

Süsswasserfische, Zucht (Karpfen):
konvent. und biolog. Produktion:

Empfehlung: keine Meerfische konsumieren; Süsswasserfische, insbesondere häufige Arten oder aus biologischen Zuchten, bevorzugen. Mehr Karpfen essen.

Fleisch (Schweinefleisch, Geflügel, Rindfleisch, Kalbfleisch, Schaffleisch, Ziegenfleisch) und Eier

Allgemeines
Die Produktion der in der Schweiz konsumierten Nahrung tierischen Ursprungs (Fleisch, Milch, Eier) erfordert mehr Fläche als die gesamte landwirtschaftliche Nutzfläche der Schweiz. Aus diesem Grund müssen Tierfutter und sogar etwas Fleisch importiert werden. In den anderen Ländern von Westeuropa belegt die Tierprodukte-Industrie den überwiegenden Teil der landwirtschaftlichen Nutzflächen. Wegen der grossen Flächenbelegung und der hohen Düngermenge ist die Fleisch-, Milch und Eierproduktion sehr naturrelevant.

Die hohe Flächenbelegung ist eine Folge des tiefen Wirkungsgrades bei der Umwandlung von Futtereiweiss und Futterenergie in Fleisch, Milch und Eier (mehr dazu unter "Milch").

Da der Produktionsdruck auf den Nutzflächen zu hoch ist, müssen zur Erhaltung der Fauna und Flora auf Grün- und Ackerland ökologische Ausgleichsflächen angelegt werden. Die biologische Qualität der derzeitigen Ausgleichsflächen ist ungenügend. Insbesondere Ausgleichsflächen auf Grünland genügen den Ansprüchen wiesenbrütender Vögel nicht.

Rindvieh, Schafe, Ziegen
Rindvieh, Schafe und Ziegen fressen vorab Grünfutter, weshalb bei diesen Fleischarten die naturnahe Bewirtschaftung der Wiesen und Weiden im Zentrum steht.

In der Schweiz zum Beispiel wurden in den letzten 100 Jahren je nach Wiesentyp bis zu 90% der ehemals reichhaltigen Bestände in öde Fettwiesen mit wenigen Pflanzenarten umgewandelt (durch Düngung, häufigen Wiesenschnitt, Überweidung und Entwässerungen). Da von einer Pflanzenart 10 bis 20 Tierarten existentiell abhängen, wurde dadurch auch die einheimische Fauna massiv ausgedünnt.

Am extensivsten und deshalb am naturverträglichsten ist die Produktion von Schaf- und Ziegenfleisch (kein Kraftfutter). Allerdings ist die Anzahl der Tiere auf den Weiden oft zu hoch.

Kälber
Kälber werden vorwiegend mit Milch gross gezogen (vgl. dazu unten: Milch).
Die Produktion eines Kilogramms Kalbfleisch erfordert etwa die 3-fache Fläche wie die Produktion eines Kilogramms Rindfleisch.

Schweine und Geflügel
Schweine und Geflügel werden hingegen überwiegend mit Ackerfrüchten (Mais, Getreide, Soja usw.) gemästet. Die Naturverträglichkeit dieses Fleisches sowie der Hühnereier hängt von der Bewirtschaftung der Felder ab.

Rind- und Kalbfleisch:
- konventionelle Produktion:
-
-
Integrierte Produktion: -
-
biologische Produktion:

Schaf- und Ziegenfleisch, alle Produktionsarten: -

Schweinefleisch und Geflügel, Eier:
- konventionelle Produktion:

-
Integrierte Produktion:
-
biologische Produktion:

Weil in in ganz Westeuropa zu viele Tiere gehalten werden, deren Gülle/Jauche und Mist die Natur und Umwelt schädigen, empfiehlt Konsum & Natur, anstelle von Fleisch und Eiern möglichst viel pflanzliche Nahrung zu essen. Eine solche Ernährung ist zudem gesünder.

Für das konsumierte Restfleisch gilt: Rindfleisch sowie Schaf- und Ziegenfleisch sind gegenüber Schweinefleisch und Geflügel zu bevorzugen. Fleisch und Eier aus biologischer Produktion sind gegenüber Fleisch und Eiern aus konventioneller oder integrierter Produktion vorzuziehen.

Kalbfleisch: Beim Konsum von Kalbfleisch ist Zurückhaltung angebracht, weil die Produktion sehr flächenintensiv ist.

 

 

 

 

Getreide (Weizen, Gerste, Roggen, Dinkel, Hafer): Brot, Gebäck, Teigwaren, Getreiderisotto, Mehlspeisen, Müesli, Porridge, usw.

Früher fand eine Vielzahl von einheimischen Tieren und Pflanzen ihren Lebensraum in Getreidefeldern. Die Mechanisierung und Chemisierung der Landwirtschaft verschlechterte die Lebensbedingungen für die wildlebenden Tiere und Pflanzen in Getreidefeldern jedoch dramatisch (vgl. Link "Naturverträglichkeit von Landbaumethoden").

Weil der Anteil Getreideland an der gesamten Ackerfläche hoch ist (Bsp. Schweiz: rund 55% der Ackerfläche bzw. 160'000 Hektaren) sind Getreidekulturen sehr sehr naturrelevant.

Keine der heute praktizierten Anbaumethoden ist für die Erhaltung der Biodiversität ausreichend. Selbst die biologisch bewirtschafteten Getreidefelder stellen für viele empfindliche Tier- und Pflanzenarten keine geeigneten Lebensräume dar. Im Vergleich zu anderen Ackerkulturen sind Getreidefelder allerdings am naturverträglichsten. Sogar in konventionellen Getreidefeldern werden nur wenig Insektizide verwendet.

Weil die Ackerflächen intensiv genutzt werden, ist es für die Erhaltung und Förderung der einheimischen Fauna und Flora von grosser Bedeutung, dass die Landwirte ökologische Ausgleichsflächen wie etwa Buntbrachen (= Brachland mit einer angesähten Mischung von Wildblumen und Kräutern, Dauer mind. 6 Jahre), Rotationsbrachen (= Brachland mit einer angesähten Mischung von Wildblumen und Kräutern, Dauer 1 - 2 Jahre) oder Ackerschonstreifen anlegen.

Getreide:
- konventionelle Produktion:
-
- Integrierte Produktion:

-
biologische Produktion: -

Empfehlenswert sind insbesondere Getreideprodukte aus biologischem Landbau.

Weil in ganz Westeuropa zu viele Tiere gehalten werden, deren Gülle/Jauche und Mist die Natur und Umwelt schädigen, empfiehlt Konsum & Natur, anstelle von Fleisch und Eiern möglichst viel pflanzliche Nahrung zu essen. Eine solche Ernährung ist zudem gesünder.

Kaffee

Kaffee stammt aus Lateinamerika, Afrika oder Südostasien (insb. Vietnam). Die Produktion von Kaffeebohnen wurde in den letzten 20 Jahren stark intensiviert. Man unterscheidet zwei Anbauarten: sun grown coffee und shade grown coffee.

Sun grown coffee entspricht der industriellen Anbauweise. Bei dieser Produktionsart wachsen die Kaffeepflanzen in Monokulturen und werden intensiv mit Pestiziden und Dünger behandelt. Sun grown coffee-Plantagen sind keine geeigneten Lebensräume für Fauna und Flora. Die Naturfeindlichkeit dieser Felder ist insbesondere deshalb von Bedeutung, weil viele Zugvögel in den traditionellen Kaffeeplantagen (shade grown coffee) überwinterten und mit der Industrialisierung der Anbauflächen kein Futter mehr finden. Zudem werden vor allem in Südostasien Regenwälder abgeholzt, um Kaffee anzupflanzen.

Die Produktionsart "shade grown coffee" hingegen ist die traditionelle, kleinbäuerliche Erzeugungsweise, bei der die Kaffeepflanzen in Mischkulturen mit Bäumen (z.B. Bananenpalmen) praktisch ohne Pestizideinsatz gezogen werden (Kaffeepflanzen stehen im Halbschatten, vgl. Bezeichnung "shade grown coffee"). Diese Kulturen sind wertvolle Lebensräume für wildlebende Pflanzen und Kleintiere, namentlich für Vögel. So ist etwa die Artenvielfalt an Vögeln in shade grown coffee-Kulturen 10mal grösser als in sun grown coffee-Plantagen. Zudem liefern die Bäume den Kleinbauern Früchte und Holz.

Infolge einer Kaffeeüberproduktion sind in den letzten Jahren die Preise um 2/3 gesunken, was viele Kleinbauern zum Anbau von Kokasträuchern oder Schlafmohn gezwungen hat.

Kaffee ohne Label: , da meist aus sun grown coffee-Plantagen stammend

Kaffee mit Label "Max Havelaar" und/oder "Knospe" (biologische Produktion): , da zu rund 90% aus shade grown coffee-Kulturen stammend.

Empfehlung: Keinen Kaffee konsumieren, der nicht biologisch produziert wurde (Knospenlabel) und/oder von Max Havelaar stammt. Im Restaurant Bio- oder Max Havelaar-Kaffee verlangen.

Kartoffeln

Der Kartoffelanbau begann in Mitteleuropa erst um 1750. Dies ist im Vergleich zu den jahrtausende alten Getreidekulturen und Ölsaaten kurz. Trotz der vergleichsweise kurzen Präsenz der Kartoffel in Europa gelang es einer Vielzahl von einheimischen Tieren und Pflanzen sich die Kartoffelkulturen als Lebensraum zu erschliessen. So nisten zum Beispiel in der Schweiz etwa 75% der gefährdeten Schafstelze (eine Singvogelart) in wenig-intensiven Kartoffelfeldern. Die Mechanisierung und Chemisierung der Landwirtschaft verschlechterte die Lebensbedingungen für die wildlebenden Tiere und Pflanzen in Kartoffelfeldern allerdings dramatisch (vgl. Link "Naturverträglichkeit von Landbaumethode")

Die Kartoffel ist eine heikle Kulturpflanze. Die meisten Sorten sind anfällig für Virus- und Pilzerkrankungen, weshalb im konventionellen und Integrierten Anbau hohe Mengen an Pestiziden verwendet werden.

Keine der heute praktizierten Kartoffelanbaumethoden ist für die Erhaltung der Biodiversität ausreichend. Selbst die biologisch bewirtschafteten Felder stellen für viele empfindliche Tier- und Pflanzenarten keine geeigneten Lebensräume dar.

Ein Teil der Frühkartoffeln (auf dem Markt vor Mitte Juni) wird unter Plasticfolie angebaut. Diese Flächen sind für die Natur während der Kultivationszeit verloren. Allerdings ist der Umfang der Frühkartoffelkulturen klein (Bsp. Schweiz rund 200 Hektaren) und ihr Einfluss auf die Natur somit sehr gering.

Weil die Ackerflächen intensiv genutzt werden, ist es für die Erhaltung und Förderung der einheimischen Fauna und Flora auch im Bio-Anbau von grosser Bedeutung, dass die Landwirte ökologische Ausgleichsflächen wie Buntbrachen, Rotationsbrachen oder Ackerschonstreifen anlegen.

Frühkartoffeln vor Mitte Juni (Anbau unter Plasticfolien, konventionelle, Integrierte und biologische Produktion):

Kartoffeln:
- konventionelle Produktion:

- Integrierte Produktion:

- biologische Produktion: -

Empfehlenswert sind Kartoffelprodukte aus biologischem Landbau. Sind diese nicht erhältlich, sollten insbesondere keine Bintje gekauft werden, weil diese Sorte besonders krankheitsanfällig ist und ihr Anbau hohe Mengen von Pestiziden erfordert.

Weil in ganz Westeuropa zu viele Tiere gehalten werden, deren Gülle/Jauche und Mist die Natur und Umwelt schädigen, empfiehlt Konsum & Natur, anstelle von Fleisch und Eiern möglichst viel pflanzliche Nahrung zu essen. Eine solche Ernährung ist zudem gesünder.

Mais

In Mitteleuropa wurde Mais erst nach der Mitte des letzten Jahrhunderts im grösseren Umfang angebaut, weil die aus Südamerika stammende Maispflanze zuerst an unser rauhes Klima gewöhnt werden musste. Heute belegen Maiskulturen einen grossen Teil des Ackerlandes, so zum Beispiel in der Schweiz 21% (62'000 Hektaren).

Beinahe die gesamte Maisernte der Schweiz (Körnermais, Silomais) endet in der Schweinemast, Geflügel- und Eierproduktion.

Die nur wenige Jahrzehnte dauernde Präsenz von Mais auf unseren Feldern, das Erfordernis, die Umgebung der jungen Maispflanzen von Ackerwildkräutern freizuhalten und die Beschattung des Bodens durch die älteren Maispflanzen verhindern, dass sich in Maiskulturen eine reichhaltige Fauna und Flora entwickeln kann. Maiskulturen sind deshalb prinzipiell naturunverträglich.

Untersaaten im Maisanbau (sog. Maiswiesen) mindern zwar die Erosion, erleichtern den Einsatz von Maschinen und verwerten nach der Ernte überschüssigen Stickstoff. Zudem sinkt die Menge verwendeter Herbizide. Für die Artenvielfalt haben Untersaaten indes nur geringe Bedeutung, denn für die Einsaaten eignen sich nur wenige anspruchslose Gras- und Kleearten, welche Insekten und andere Tierarten nur beschränkt fördern. Einzig die Anzahl der Insekten-Individuen steigt etwas an.

Weil die Ackerflächen intensiv genutzt werden, ist es für die Erhaltung und Förderung der einheimischen Fauna und Flora von grosser Bedeutung, dass die Landwirte ökologische Ausgleichsflächen wie Buntbrachen, Rotationsbrachen oder Ackerschonstreifen anlegen.

In Mitteleuropa ist der Anbau von genmanipuliertem Mais (Gen-Mais) praktisch unmöglich, weil die KonsumentInnen keine gentechnisch veränderten Lebensmittel essen wollen ("de facto moratorium"). In USA, Kanada und Argentinien wurden jedoch bereits im Jahre 2000 über 9 Millionen Hektaren Gen-Mais angepflanzt. Dieser enthält ein Transgen, das ein bakterielles Toxin gegen den Maiszünsler (ein wichtiger Schädling) produziert. Eine Zulassung von Gen-Mais in Westeuropa hätte voraussichtlich negative Folgen für die Natur, weil das bakterielle Toxin auch andere Insekten schädigen würde.

Konsum & Natur empfiehlt, möglichst wenig Schweinefleisch, Geflügel und Eier zu konsumieren, weil diese Erzeugnisse den naturunverträglichen Maisanbau vorantreiben.

Anders verhält es sich, wenn Konsumentinnen Polenta, Zuckermais, Maisbrot usw. essen, also ein "direkter" Maiskonsum erfolgt (praktisch aller Mais für die menschliche Ernährung wird importiert). Da für die Erzeugung einer Kalorie tierischer Lebensmittel rund das 4-fache an pflanzlichen Tierfutterkalorien aufgewendet werden müssen, beansprucht der direkte Konsum von Mais lediglich 25% der Ackerfläche, welche für die Produktion der gleichen Menge an tierischen Lebensmittelkalorien nötig wäre. Die Hebelwirkung bei der Reduktion des Fleischkonsumes ist also markant stärker, als bei einem allfälligen Verzicht auf den direkten Maiskonsum. Aus diesem Grund rät Konsum & Natur Mais anstelle von Fleisch zu essen. Indessen sollte Mais aus biologischem Anbau gegenüber konventionell produziertem Mais vorgezogen werden.

Margarine und pflanzliche Fette aus Palmöl

Ein Hauptbestandteil von vielen Margarinen und pflanzlichen Fetten ist Palmöl. Die Ölpalme, aus der dieser Inhaltststoff gewonnen wird, wächst im Tropenwaldgürtel (vor allem in Südostasien und Westafrika). Die weltweite Palmölproduktion hat sich seit 1990 verdreifacht. Für den gesteigerten Anbau wurden und werden im grossen Stil Urwälder abgeholzt. Geht es so weiter, verschwinden in den nächsten 2 Jahrzehnten viele 100 Millionen Hektaren Urwald und damit auch die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt dieser Gebiete.

Margarine und pflanzliche Fette ohne besondere Deklaration:

Das ganze Sortiment von Margarine und pflanzlichen Fetten der schweizerischen Migros enthält hingegen Palmöl aus nachhaltigem und biologischem Anbau in Ghana. Der Kauf dieser Produkte ist empfehlenswert:
-

Milch und Milchprodukte von Kühen, Schafen und Ziegen

Die in Westeuropa konsumierte Milch stammt fast ausschliesslich von Kühen. Aus der vergleichsweise tiefen Menge Schaf- und Ziegenmilch wird vor allem Käse hergestellt.

Kühe, Schafe und Ziegen fressen vorab Grünfutter, weshalb die Naturverträglichkeit von Milch in erster Linie von der Bewirtschaftung der Wiesen und Weiden abhängt. Schafmilch hat keine Vorteile gegenüber Kuhmilch, weil Milchschafe anspruchsvoll sind und meist mit zartem Futter von intensiv genutzten Wiesen ernährt werden.

Von allen tierischen Lebensmitteln hat die Milcherzeugung den besten Wirkungsgrad bei der Umwandlung von pflanzlichem Futter in Eiweiss und Energie. So gelangen bei der Kuh 43% des Futtereiweisses und 36% der Futterenergie in die Milch. Beim Fleisch und bei der Eierproduktion ist dieser Wirkungsgrad viel schlechter:

  • Rindfleisch 12% (Eiweiss) und 16% (Energie)
  • Schweinefleisch 18% (Eiweiss) und 24% (Energie)
  • Poulet 26% (Eiweiss) und 6% (Energie)
  • Eier 36% (Eiweiss) und 16% (Energie)

Vgl. zur Zerstörung wertvoller Wiesen: Fleisch

Hinweis:
Die Milchproduktion geht mit der Kalbfleischproduktion Hand in Hand, denn eine Kuh gibt nur Milch, solange sie jedes Jahr ein Kalb zur Welt bringt. Nur ein kleiner Teil dieser Kälber wird zu Milchkühen gross gezogen. Der grösste Teil endet entweder als Kalb oder nach einer längeren Mastdauer als Rind im Schlachthof.

Milch:
- konventionelle Produktion:
-
-
Integrierte Produktion: (bei Milch aus Berggebieten ist der Unterschied zwischen Integrierter und biologischer Produktion klein, allerdings ist auf den Milchpackungen selten die Herkunft verzeichnet)
-
biologische Produktion: -

Weil in ganz Westeuropa zu viele Tiere gehalten werden, deren Gülle/Jauche und Mist die Natur und Umwelt schädigen, empfiehlt Konsum & Natur, anstelle von Fleisch und Eiern möglichst viel pflanzliche Nahrung zu essen. Eine solche Ernährung ist zudem gesünder.

Für die konsumierte Restmilch gilt: Kuhmilch aus biologischer Produktion sowie Schaf- und Ziegenmilch ist gegenüber Milch aus konventioneller oder Integrierter Produktion zu bevorzugen.

Oliven, Olivenöl

Drei Merkmale kennzeichnen den konventionellen Olivenanbau in einem grossen Teil Südeuropas:

  1. Die konventionellen Produzenten halten den Boden mit regelmässigem Einsatz von Herbiziden vollständig von Wildkräutern frei, weil sie glauben, eine Bodenbegrünung schwäche ihre Bäume. Tatsächlich fördern sie dadurch in schwerster Weise die Bodenerosion, weil jeder stärkere Regen Erde wegschwemmt. Für Andalusien gehen Schätzungen davon aus, dass in Olivenhainen jährlich 80 Tonnen Oberboden pro Hektare abgetragen werden. Mit der Erde werden auch Spritzmittel und Dünger ausgewaschen und verschmutzen Flüsse, Seen und das Grundwasser.
  2. In solchen Monokulturen vermehren sich tierische Schädlinge wie die Olivenfliege oder die Cochenille-Laus explosionsartig und können nur mit massivem Einsatz von Insektiziden unter Kontrolle gehalten werden. Die Insektizide töten selbstverständlich nicht nur Schädlinge, sondern auch eine Vielzahl anderer Insekten wie Wildbienen, Heuschrecken und Käfer. Dadurch verschlechtern sich in den Olivenäckern auch die Lebensbedingungen der Vögel, die insbesondere in der Brutzeit auf Insektennahrung angewiesen sind.
  3. In den letzten Jahren wurden an vielen Orten die alten Olivenbäume ausgerissen und durch neue Hochertragszüchtungen ersetzt. Die alten Bäume wiesen jedoch viele Höhlungen und Spalten auf, in denen Kleintiere und höhlenbrütende Vögel wie der Wiedehopf und der Steinkauz ihre Jungen aufzogen.

Eine unrühmliche Rolle spielt dabei auch die Subventionspolitik der EU, welche nach wie vor einseitig die beschriebene Intensivproduktion fördert. Die Degradation der Natur in den Olivenanbaugebieten des Mittelmeerraumes stellt ein grosses ökologisches Problem in Europa dar.

Dass es auch anders geht, zeigen uns Bio-Olivenbauern, welche auf den Einsatz von Pestiziden verzichten und durch vielfältige Kulturen ein Gleichgewicht zwischen Nützlingen und Schädlingen erzeugen. Die Bodenbegrünung ist allerdings auch im Bio-Olivenanbau noch verbesserungsfähig.

"normal" (= konventionell) produziertes Olivenöl (ohne Bio-Label):

Bio-Olivenöl (mit Bio-Label): -

 

Pilze

Viele Pilzarten sind heute selten geworden, unter anderem weil zu viele Menschen zu viele Pilze sammeln.

Pilze aus Zuchten, insbesondere aus dem biologischen Landbau sind hingegen unproblematisch.

Wildpilze: - ; nur in kleinen Mengen konsumieren

Zuchtpilze: , wenn erhältlich solche aus biologischem Anbau bevorzugen

 

Reis

Allgemeines
Reis gehört zu den ältesten Kulturpflanzen der Erde. Das Spezielle an Reis ist, dass er - ähnlich wie Schilf - aus dem Wasser wächst. Die Felder werden deshalb während der Kultivationszeit überflutet. Im Laufe der Geschichte haben die Reisbauern 10'000ende verschiedender, an die lokalen Umweltverhältnisse angepasste Reissorten gezüchtet.

Grüne Revolution: umweltschädliche Hochertragssorten
Ab etwa 1970, in der Ära der sogenannten Grünen Revolution, begannen Regierungen und internationale Organisationen damit, den Reisbauern Hochertragssorten in Monokulturen beliebt zu machen. Diese benötigen jedoch zum einen viel Kunstdünger (Verbrauch in Asien 1960: 19 kg pro Hektare; 1990: 185 kg/ha; 1995 bis über 300 kg/ha; heute wohl noch mehr). Zum anderen sind diese Sorten krankheits- und schädlingsanfällig und erfordern viele Pestizidspritzungen.
So werden derzeit von asiatischen Reis-Produzenten (91% der weltweiten Reis-Produktion) 13% der globalen Pestizide in die Umwelt ausgebracht. Dieser umweltschädliche Stoffeinsatz ist auch dadurch begründet, dass "Entwicklungshilfe-Lieferungen" zu einem erheblichen Teil aus Pestiziden bestehen. Japanische Hilfspakete enthalten heute noch bis zu 30% Pestizide für Reisbauern.

Diese Umstellung im Reisanbau hat nicht nur zu einer Schädigung der natürlichen Umwelt im Produktionsgebiet geführt, sondern auch die sozialen Strukturen der Reiskultur brüchig gemacht, denn heute muss für die gleiche Menge Reis nur noch ein Bruchteil an Arbeit investiert werden. So ist in den Reisbauern-Dörfern Asiens die Zahl der Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten stark gesunken und junge Menschen suchen in den Städten nach Verdienstmöglichkeiten.

Bio-Reis: besser für Natur und Mensch
Zum Glück wird heute jedoch in allen Reisanbaugebieten der Welt auch die biologische Produktion ausgedehnt. Eine Vielzahl von Pionieren hat gezeigt, dass sowohl Schädlinge als auch "Unkräuter" mit sanften Methoden in Schach gehalten werden können. Eine besonders interessante Methode arbeitet mit Enten, die in grosser Zahl (150 Enten/ha) in den überfluteten Reisfeldern gehalten werden. Dort fressen sie nicht nur schädliche Insekten, Schnecken und Unkräuter, sondern düngen die Reispflanzen und verbringen ein glückliches Tierleben, was die Traurigkeit ihrer letzen Reise in den Kochtopf etwas aufwiegt. Da die biologische Produktion arbeitsaufwendiger ist, kann man durch den Kauf von Bio-Reis nicht nur die Natur schützen, sondern auch den Reisbauern zu einem besseren Einkommen verhelfen.

 

Reis:
- konventionelle Produktion:
-
-
Bio-Reis (mit Label):

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Link zu guter Reis-Website (engl.)

Shrimps,
(Shrimps, Gambas, Tiefseegarnelen)

Shrimps stammen zu etwa 40% aus Zuchten. Die Zuchten sind durchwegs extrem naturschädlich:

  • Einsatz von Antibiotika und Fungiziden (Achtung: gesundheitsschädliche Rückstände)
  • Zerstörung von Mangrovenwäldern (heute sind weltweit mind. 35% zerstört und jedes Jahr werden weitere 2% vernichtet). Mangrovenwälder sind Laichgebiet und Lebensraum von unzähligen Fischen und anderen Wassertieren.
  • Zerstörung von weiteren Biotopen, insbesondere von Feuchgebieten
  • Verschmutzung von Oberflächengewässern durch verseuchtes Abwasser aus Shrimps-Zuchten

Bei Shrimps, die im Meer gefangen werden, besteht das grösste Beifangproblem. Auf ein Kilo Shrimps kommen 5 - 10 Kilogramm Beifang (Schildkröten, Delphine, nichtessbare Fische usw.).

Der Transport frischer Shrimps verschlingt zudem viel Energie (Flugzeug).

Bei den in einigen Geschäften angebotenen "Crevetten aus naturfreundlicher Produktion" ist zweifelhaft, wie weit deren Produktion naturverträglich ist.

 

weder kaufen noch konsumieren

 

Spargeln

Die Spargelanbaufläche ist klein und für die Natur nicht von Bedeutung.

Der Import von Spargeln aus Übersee, insb. Kalifornien, erfolgt im Flugzeug und benötigt 4 - 5 Liter Kerosin pro Kilogramm Spargeln. Spargeln aus Europa werden in der Regel mit Lastwagen trasnportiert (tieferer Energieverbrauch)

Spargeln aus Übersee:

Empfehlung: Spargeln aus Übersee meiden, Spargeln aus biologischem Anbau gegenüber solchen aus konventioneller oder Integrierter Produktion bevorzugen.

Tafelobst (Äpfel, Birnen)

auf weitere Früchte wird zu einem späteren Zeitpunkt eingegangen

Tafelobst wird in Niederstammkulturen gezogen, d.h. an Bäumen, die bloss 2 - 4 m hoch werden. Im Gegensatz zu Hochstammkulturen (vgl. oben: Apfelsaft, Birnensaft) finden Kleintiere und Vögel an den Niederstammbäumen wenig Gefallen. Im Prinzip könnten die Grünlandflächen um die Bäume herum wertvolle Lebensräume hergeben. Allerdings werden konventionelle und Integrierte Niederstammkulturen häufig (bis 14mal pro Saison) und teilweise mit umweltschädlichen Insektiziden (Organo-Phosphor-Verbindungen, Carbamate) behandelt. Wegen drohendem Mäusefrass werden die Baumreihen mit Herbiziden grasfrei gehalten.

Ein grosser Teil der in der Landwirtschaft verwendeten Insektizide (ca. 1/3) wird im Tafelobstbau eingesetzt.

Der biologische Obstbau verwendet keine synthetischen Pestizide. Zur Schadinsektenbekämpfung werden jedoch verschiedene natürliche Wirkstoffe eingesetzt. Diese sind für die Natur erheblich weniger schädlich als die Pestizide des konventionellen und Integrierten Obstbaus.

Tafelobst:
- konventionelle Produktion:

-
Integrierte Produktion: -
-
biologische Produktion:

Empfehlenswert ist Tafelobst aus biologischem Anbau.

Wein (inkl. Zapfen)

 

Reben sind wärmeliebende Pflanzen. Sie werden in Mitteleuropa meist an Hängen ("Weinberge") kultiviert, die wenigstens teilweise nach Süden abfallen und so besonders viel Sonnenlicht absorbieren. Im wärmeren Südeuropa hingegen (Italien, Griechenland, Kroatien, Portugal, Spanien, Südfrankreich) gedeiht die Weinrebe problemlos auch in der Fläche. Der ökologische Wert von Weinbergen und Weinanbauflächen hängt zum einen von der Bodennutzung zwischen den Rebstöcken ab, zum anderen von den ökologischen Ausgleichsflächen in den Rebgebieten selbst.

Bei der Bodennutzung gibt es im wesentlichen drei Systeme:

  • Das völlige Freihalten des Bodens von Wildpflanzen. Dieses System wird vor allem im konventionellen Rebbau praktiziert und erfordert hohe Mengen schädlicher Herbizide.
  • Das teilweise Freihalten des Bodens von Wildpflanzen, z.B. indem nur jeder zweite Reihe oder nur der Raum zwischen den Reihen pflanzenfrei gehalten wird. Diese Art Bewirtschaftung wird in der integrierten Produktion und im Biolandbau betrieben.
  • Der vollständig von Wildpflanzen bedeckte Boden. Diese Kulturform findet man ebenfalls in der integrierten Produktion und im Biolandbau.

Für die Natur am vorteilhaftesten ist die Variante, bei welcher der Boden teilweise freigehalten wird. Dies zum einen, weil bei dieser Kulturart die grösste Vielfalt an Wildpflanzen gedeihen kann. Insbesondere können sich so auch einjährige Wildkräuter ("Unkräuter") vermehren. Zum anderen sind viele gefährdete Vögel der Kulturlandschaft (z.B. Hänfling, Wiedehopf, Wendehals) für die Futtersuche auf unbewachsene Flächen angewiesen, weil sie im dichten Pflanzenbewuchs weder Körner noch Insekten finden. Das Bewirtschaftungssystem mit teilweise freiem Boden liefert Sämereien (von den Wildpflanzen), ermöglicht den Vögeln das Aufpicken der Körnchen und Jagen von bodenlebenden Insekten wie Ameisen und Käfer.

Weil die Weinanbauflächen - auch im Bio-Landbau - intensiv genutzt werden, ist es für die Erhaltung und Förderung der einheimischen Fauna und Flora unabdingbar, dass auf einem Teil der Flächen (Ziel: 15%) ökologische Ausgleichsflächen (Hecken, Magerwiesen, Steinhaufen, Trockenmauern, Brachland) belassen oder neu angelegt werden. Davon ist die Realität weit entfernt. Die Deklaration auf der Flasche sagt selbst beim Bio-Wein nichts darüber aus, ob auf der entsprechenden Weinanbaufläche ökologische Ausgleichsflächen vorkommen.

Im Gegensatz zur konventionellen und integrierten Weinproduktion verwendet der biologische Weinbau keine synthetischen Pestizide. Die eingesetzten Wirkstoffe dienen fast ausschliesslich der Bekämpfung von Pilzkrankheiten (falscher und echter Mehltau, Rotbrenner). Dabei kommen teilweise Kupferpräparate zum Einsatz. Die zulässige Höchstmenge in Reinkupfer beträgt in der Schweiz 4 Kilogramm pro Hektare und Jahr im Durchschnitt von 5 Jahren. Dadurch wird der Boden über die nächsten Jahrzehnte noch nicht gefährdet. Längerfristig sollten aber kupferfreie Bio-Fungizide entwickelt werden.

Weinzapfen: nur Zapfen aus Kork sind gute Weinzapfen

Der Korkzapfen stammt von der Korkeiche (Quercus suber), die in Südeuropa (v.a. Spanien und Portugal) seit Menschengedenken kultiviert wird. Dabei werden die Bäume in einem so grossen Abstand gepflanzt, dass um sie herum Viehweiden gedeihen. Die Korkeichenwälder dienen also nicht nur der Korkgewinnung, sondern auch der Viehzucht. Auch die Eichen selbst bringen Futter hervor: Die Eicheln sind die bevorzugte Nahrung der iberischen Schweine. Die Eichen schützen sich gegen Feuer und Verdunstung mit einer bis zu 10 Zentimeter dicken Rinde. Diese kann etwa alle 10 Jahre abgeschält werden und liefert den Kork für die Flaschenzapfen. Bei der Korkernte wird der Baum nicht geschädigt; die Rinde wächst nach und kann 10 Jahre später erneut "geerntet" werden. Korkeichen erreichen ein Alter von mehreren hundert Jahren.

Im Laufe der Zeit bildete sich im westlichen Mittelmeerraum ein einzigartiges ökologisches System: Weiden mit einer Vielzahl von Wildkräutern und knorrigen Korkeichen. Letztere weisen unzählige Spalten und Höhlen auf, die Vögeln wie dem Wiedehopf, der Zwergohreule oder dem Steinkauz als Brutstätten und Unterschlupf dienen. In Korkeichenwäldern leben auch viele Kleinsäuger wie Mäuse und Kaninchen, welche Nahrungsgrundlage für Greifvögel (darunter der iberische Königsadler) und Eulen sind. In den Korkeichenwäldern Spaniens und Portugals lebt auch der stark gefährdete iberische Luchs.

Leider werden heute immer mehr Weinflaschen mit Aluminim-Deckeln oder Kunststoffzapfen verschlossen. Dadurch ist der Weiterbestand der Korkeichernwälder in Frage gestellt, denn Korkeichen eignen sich wegen ihres langsamen, knorrigen Wuchses nicht als Holzlieferanten. Sinkt der Bedarf an Kork werden die Korkeichenwälder mangels Rendite umgesägt und durch raschwüchsige australische Eukalyptusbäume ersetzt. Dadurch wird nicht nur die Fauna und Flora des Mittelmeerraumes geschädigt, sondern - als Folge des hohen Wasserverbrauchs der Eukalyptus-Plantagen - auch die Bodenerosion gefördert.

  Wein:
- konventionelle Produktion:
-
Integrierte Produktion:
-
biologische Produktion: -

Empfehlenswert ist Wein aus biologischem Anbau mit Korkzapfen.

Falls kein Bio-Wein erhältlich ist, verdient Wein mit Korkzapfen den Vorzug vor Wein mit Aluminium-Deckel oder Kunststoffzapfen.

 

 

Fortsetzung folgt    

 

aktualisiert November 2005