Naturverträglichkeit von Kuhmilch, Rindfleisch, Kalbfleisch, Schweinefleisch, Geflügel, Eiern, Schaffleisch und Ziegenfleisch

 

Autor: Dr. Hans Maurer, 8001 Zürich

Stand: Mitte 2002

 

Inhalt

 

1.            Ausgangslage. 1

1.1      Vorbemerkung. 1

1.2      Viehwirtschaft in der Kulturgeschichte. 2

1.3      Produktion und Konsum tierischer Lebensmittel 2

1.4      Bedeutung der Fleischproduktion für die Biodiversität 2

1.5      Nutztiere in der Schweiz: Bedeutung, Haltung und  Ernährung. 3

1.5.1       Kühe (Milch) 3

1.5.2       Rinder und Kälber (Fleisch) 4

1.5.3       Schweine (Fleisch) 4

1.5.4       Geflügel (Fleisch und Eier) 4

1.5.5       Schafe und Ziegen (Milch und Fleisch) 4

2.            Kennzeichen einer naturfreundlichen Milch-, Fleisch- und Eierproduktion (Idealzustand) 5

2.1      Milch (Kühe) und Rindfleisch (Rinder) 5

2.2      Kalbfleisch. 10

2.3      Schweinefleisch. 10

2.4      Geflügel und Eier 10

2.5      Schaf- und Ziegenfleisch und - Milch. 10

3.            Tatsächliche Produktionsweise. 10

3.1      Milch (Kühe), Rind- und Kalbfleisch. 10

3.1.1       Konventionelle Produktion von Milch, Rind- und Kalbfleisch. 10

3.1.2       Integrierte Produktion von Milch, Rind- und Kalbfleisch. 11

3.1.3       Biologische Produktion von Milch, Rind- und Kalbfleisch. 13

3.2      Schweinefleisch, Geflügel, Eier 14

3.2.1       Konventionelle Produktion von Schweinefleisch, Geflügel und Eiern. 14

3.1.2       Integrierte Produktion von Schweinefleisch, Geflügel und Eiern. 14

3.2.3       Biologische Produktion von Schweinefleisch, Geflügel und Eiern. 15

3.3      Milch und Fleisch von Schafen und Ziegen. 15

4.      Resultate aus Felduntersuchungen. 15

5.            Verbesserungsmöglichkeiten, Forderungen.. 16

6.            Fazit 16

7.            Einflussmöglichkeiten naturbewusster KonsumentInnen.. 17

8.            Empfehlungen von Konsum & Natur. 17

9.            Gesundheitliche Aspekte. 18

9.1      Fleisch. 18

9.2      Milch. 18

9.3      Eier 18

 

1.      Ausgangslage

1.1    Vorbemerkung

Die vorliegende Studie untersucht den Einfluss der Produktion von Fleisch, Milch und Eiern auf die Natur. Ethische Aspekte der Tierhaltung, des Tiertransports, der Schlachtung etc. werden bloss gestreift, nicht vertieft. Wer an diesen Fragen interessiert ist, möge sich an eine Tierschutzorganisationen wenden.

 

 

1.2    Viehwirtschaft in der Kulturgeschichte

Die Viehwirtschaft ist seit vielen tausend Jahren ein Zweig der europäischen Landwirtschaft. Trotzdem ernährten sich unsere Vorfahren bis vor rund 100 Jahren überwiegend von pflanzlichen Lebensmitteln, insbesondere von Getreideprodukten und (etwa ab 1750) von Kartoffeln. Fleisch galt sogar in bäuerlichen Familien noch bis ins 20 Jahrhundert als Leckerbissen, der nur alle Sonntage auf den Tisch kam [1] . Milch und Eier waren Mangelware und bei Familien, die keine Kühe und Hühner besassen, selten auf dem Teller. Der kleineren Bevölkerungszahl und dem geringeren Konsum tierischer Lebensmittel entsprechend verharrte die Zahl der von Landwirten gehaltenen Nutztiere bis etwa 1850 auf tiefem Niveau [2] und stieg danach stufenweise an. Gegen Ende des letzten Jahrhunderts erreichte die Zahl der Nutztiere ihren vorläufigen Höhepunkt.

 

 

1.3    Produktion und Konsum tierischer Lebensmittel

Über die Jahrhunderte hinweg veränderte sich nicht bloss die Zahl der Tiere, sondern auch die Zusammensetzung des Nutztierbestandes. Hielten die Bauern noch bis in die frühe Neuzeit überwiegend Kleinvieh wie Hühner, Schafe, Ziegen und Schweine, so dominieren heute neben den nach wie vor beliebten Hühnern und Schweinen die Rindviecher. Die folgende Tabelle zeigt die Anzahl Nutztiere, den damit gedeckten Selbstversorgungsgrad und den Pro-Kopf-Konsum in der Schweiz[3]:

 

Nutztierart

Anzahl Tiere 1999

Selbstversor-gungsgrad 1999

jährlicher Pro-Kopf-Konsum 2000

Kühe (Milchpro-
dukte)

724'800

111%

Milch: 88.8 kg

Käse: 16.6 kg

Rahm: 6.2 kg

Butter: 5.9 kg

übriges Rindvieh: Kälber, Mastrinder

884'000

88% (Rindfleisch)

95% (Kalbfleisch)

Rindfleisch: 10.3 kg

Kalbfleisch: 3.7 kg

Schweine

1'453'300

92%

Schweinefleisch: 25.4 kg

Masthühner

4'508'300

42% (Poulet)

Geflügel: 9.0 kg

Legehennen

2'222'800

47% (Eier)

Eier: 181

Schafe

423'500

46% (Schaffleisch)

Schaffleisch: 1.6 kg

Ziegen

61'600

unbekannt

Ziegenfleisch: 0.1 kg

 

Tab. 1:        Anzahl und Art der Nutztiere, Selbstversorgungsgrad und jährlicher Pro-Kopf-Konsum von Lebensmitteln tierischen Ursprungs in der Schweiz

 

Der oben angeführte Selbstversorgungsgrad gibt nur den Anteil der Inlandproduktion am Gewicht des verkaufsfertigen Fleisches wider. Die Schweiz betreibt jedoch einen regen Fleischhandel mit dem Ausland, wobei vor allem die "guten Stücke" wie Entercôte (Rind), Filet und Koteletten (Kalb, Schwein) eingeführt, weniger beliebte Produkte wie Voressen hingegen exportiert werden. Daraus folgt, dass ein erheblicher Teil des im Inland konsumierten Fleisches im Ausland produziert wird. Da Nutztiere in der Schweiz zudem teilweise mit importiertem Futter gemästet werden, ist offensichtlich, dass der Konsum von Fleisch auch Auswirkungen auf landwirtschaftliche Nutzflächen und die Natur im Ausland hat.

 

 

1.4    Bedeutung der Fleischproduktion für die Biodiversität

Während der mehrtausendjährigen Viehwirtschaft in Europa gelang es einer Vielzahl von Pflanzen und Wildtieren, sich die Weiden, Wiesen und weiteren Tierhaltungsflächen wie etwa Schweinesuhlen als Lebensraum zu erschliessen. Im Laufe der Jahrhunderte bildete sich zwischen der Landwirtschaft und vielen wildlebenden Pflanzen und Tieren eine echte Symbiose heraus, d.h. die Erhaltung einer Reihe von Arten und Ökosystemen war eng an die Weiterführung (traditioneller) landwirtschaftlicher Tätigkeiten geknüpft, und die Landwirtschaft war Nutzniesserin der biologischen Vielfalt. Mit der Intensivierung der Tierhaltung, der Mechanisierung und Chemisierung der Landwirtschaft (sog. Industrialisierung), welche in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts einsetzte, verschlechterten sich die Lebensbedingungen für Pflanzen und Tiere in der Kulturlandschaft jedoch dramatisch.

 

Der Haltung und Mast von Nutztieren dienen sowohl Ackerland als auch Grünland. Die hierzu verwendete totale Landfläche in der Schweiz beträgt[4]:

 


Zur Fleisch-, Milch- und Eierproduktion genutzte Fläche in der Schweiz

 

Fläche

(in ha)

Anteil an der gesamten offenen Ackerfläche
(= 292'548 ha)

Anteil an der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche
(= 1'540'000 ha)

Getreide (Futtergetreide sowie ca. 1/3 Brotgetreide[5])

95'500

32%

6.2%

Mais (Körner-, Silo- und Grünmais[6])

62'500

21%

4.1%

Futterkartoffeln

6300

2%

0.4%

Kunstwiesen

115'500

 

7.5%

Naturwiesen und Weiden (ohne Sömmerungsweiden = Alpweiden)

629'400

 

40.9%

Sömmerungsweiden

470'000[7]

 

30.5%

Total

1'382'300

55%

89.6%

 

Tab. 2:        Für die Haltung und Mast von Nutztieren verwendete Flächen in der Schweiz.

 

Wie in der Tabelle ausgeführt, belegt die Produktion von tierischen Lebensmitteln alleine in der Schweiz 90% der landwirtschaftlich genutzten Fläche, darunter 55% der offenen Ackerfläche. Die Erzeugung der im Inland konsumierten Tierprodukte erfordert jedoch zusätzliche Flächen im Ausland: Einerseits beansprucht die Produktion des in die Schweiz importierten Kraftfutters (Soja, Mais, Getreide) ausländische Ackerflächen im Umfang von 163'000 ha[8]. Andererseits sind weitere 150'000 ha Produktionsfläche im Ausland nötig, weil der Selbstversorgungsgrad mit Fleisch nur etwa 90% beträgt (vgl. Tabelle Kap. 1.1), also per Saldo rund 10% des Fleisches im Ausland hergestellt werden. Daraus folgt, dass die Landfläche für die im Inland konsumierten tierischen Lebensmittel, grösser ist als die gesamte landwirtschaftlich nutzbare Fläche der Schweiz.

 

Weil die Erzeugung von tierischen Lebensmitteln derart flächenintensiv ist, kommt der naturfreundlichen Produktion eine Schlüsselfunktion für die Erhaltung und Förderung der Biodiversität zu.

 

Weil Hühner und Schweine immer noch teilweise mit Fischprodukten wie Fischmehl, Dorschlebertran, Fischpresssaft und dgl.  gefüttert werden (vgl. dazu Kap. 3.2 hienach), hat die Mast dieser Tiere sogar Auswirkungen auf die Artenvielfalt in den Weltmeeren.

 

Die folgende Tabelle führt die naturrelevanten Vorgänge bei der Produktion von Fleisch, Milch und Eiern auf:

 

Naturrelevanter Vorgang

Wirkung auf Natur

Futteranbau auf Ackerland (Getreide, Mais, Kartoffeln, Soja)

Je nach Intensität des Anbaus: Förderung oder Gefährdung von Tier- und Pflanzenarten, die im Ackerland leben (vgl. Link Getreide)

Futteranbau auf Kunstwiesen (Gras, Klee)

Kunstwiesen bestehen aus wenigen Futterpflanzenarten. Sie beherbergen kaum Wildpflanzen und stellen keine geeigneten Lebensräume für Fauna und Flora dar.

Futterbau auf Naturwiesen

Je nach Intensität der Nutzung: Förderung oder Gefährdung von Tier- und Pflanzenarten, die in Naturwiesen leben

Beweidung von Naturwiesen

Je nach Intensität der Beweidung: Förderung oder Gefährdung von Tier- und Pflanzenarten, die im Weideland leben

Gewinnung von Proteinen aus dem Meer (Fisch)

Die den Weltmeeren entzogenen Fische fehlen in der Nahrungskette der Meereslebewesen, was das Meeresökosystem gefährdet.

 

Tab. 3:        Naturrelevante Vorgänge bei der Produktion von Fleisch, Milch und Eiern

 

 

1.5    Nutztiere in der Schweiz: Bedeutung, Haltung und  Ernährung

1.5.1      Kühe (Milch)

In der Schweiz dominieren drei Milchviehrassen, nämlich Braunvieh, Fleckvieh und Holstein[9]. Vor allem im Kanton Wallis ist zudem die Bergrasse der Eringer beliebt. Über ein Drittel der gesamten Einnahmen der Landwirtschaft stammt aus der Milchproduktion[10].

 

Kühe verbringen ihr Leben teils im Stall, teils auf der Weide und wenn sie Glück haben während der heissen Sommermonate in einem Sömmerungsgebiet in den Alpen. Eine Kuh muss zwei Mal täglich gemolken werden. Die schweizerische Durchschnittskuh liefert 6'000 Liter Milch pro Jahr. Kühe in der Schweiz fressen täglich etwa 70 kg Gras - im Winter 15 kg Heu - und trinken dazu 50 - 100 Liter Wasser. Zudem reicht ihnen der Bauer 2 - 3 kg Kraftfutter (Mais, Gerste, Hirse, Acker- oder Sojabohnen) pro Tag[11].

 

In der EU werden wegen der niedrigeren Kraftfutterpreise 2000 - 3000 kg Kraftfutter pro Tier eingesetzt[12]. Weil die Kraftfutterpreise in der Schweiz sinken (allmähliche Angleichung der Preise an das EU-Marktniveau), ist über die nächsten Jahren auch in der Schweiz mit einer Erhöhung des Kraftfuttereinsatzes zu rechnen.

 

Kühe, Rinder, Ziegen und Schafe besitzen alle einen sogenannten Pansenmagen, der ihnen ermöglicht die Cellulose im Rauhfutter (sprich: den Holzanteil in Gras und Heu) aufzuschliessen und in verwertbare Energie umzuwandeln. Kühe, Rinder, Ziegen und Schafe werden deshalb als rauhfutterverzehrende Nutztiere bezeichnet.

 

 

1.5.2      Rinder und Kälber (Fleisch)

Braunvieh und Fleckvieh eignen sich als sogenannte Zweinutzungsrassen auch für die Fleischproduktion. Im übrigen werden für die Rindfleischherstellung mehr und mehr die typischen Fleischrinderrassen Angus, Limousin und Charolais eingesetzt[13]. Rund ein Achtel der gesamten Einnahmen der Landwirtschaft geht auf die Produktion von Rindfleisch und Kalbfleisch zurück[14].

 

Fleischrinder werden teils im Stall, teils auf der Weide gehalten. Die Basisnahrung ist nach wie vor Rauhfutter (Gras und Heu). Daneben wird jedoch auch Kraftfutter eingesetzt. Der gesamte Kraftfutterbedarf pro Rind beläuft sich bei extensiver Weidemast, so etwa bei Ammenkuhhaltung, auf 360 kg pro Jahr. Bei der Intensivmast, die vorwiegend im Stall erfolgt, erhöht sich der Kraftfutteranteil auf 500 kg / Jahr[15].

 

Kälber werden mit Milch respektive Milchpulver oder sog. Milchnebenprodukten (Molke, Schotte) gemästet. Weil diese Nahrung kaum Eisen enthält, werden die Kälber anämisch (Eisenmangel), was zu weissem Fleisch führt, wie es sich die KonsumentInnen gewohnt sind. Zur Erhaltung der weissen Fleischfarbe müssen Mastkälber ihr kurzes Leben von rund 5 Monaten in der Masthalle verbringen. Würden sie hingegen auf der Weide gehalten, frässen sie bereits ab der dritten Lebenswoche vom eisenhaltigen Rauhfutter (Gras), wodurch ihr Fleisch rot würde. Dies hätte zwar keinen Einfluss auf die Qualität des Fleisches, aber die Markttrennung Kalbfleisch (= weiss und teuer) - Rindfleisch (= rot und billig) wäre nicht mehr praktizierbar.

 

 

1.5.3      Schweine (Fleisch)

Die Schweinemast basiert im wesentlichen auf zwei Rassen, dem Schweizer Landschwein und dem Schweizer Edelschwein[16]. Etwa ein Siebtel der Einnahmen der Landwirtschaft stammt aus der Produktion von Schweinefleisch[17].

 

Der überwiegende Teil der Schweine wird in Ställen gemästet. Die Haltung von Freilandschweinen ist vergleichsweise selten. Schweine sind Allesfresser. Sie können jedoch im Gegensatz zum Rindvieh keine Cellulose verdauen und lassen sich nur beschränkt mit Raufutter mästen. Das Schweinefutter besteht deshalb aus einer Vielzahl von kohlenhydrat- und proteinreichen Ackerfrüchten wie Gerste, Mais, Roggen, Weizen, Hafer, Zuckerrüben, Kartoffelflocken, Proteinerbsen, Soja, Rapsschrot. Daneben erhalten Schweine auch Hartkäseschotten, Fleischsuppe oder Fischmehl[18].

 

 

1.5.4      Geflügel (Fleisch und Eier)

In der Geflügelmast und zur Eierproduktion kommen fast ausschliesslich Hybridrassen zum Einsatz[19]. Etwa ein Zwanzigstel des landwirtschaftlichen Einkommens wird mit Geflügel erwirtschaftet[20].

 

Hühner werden nach wie vor überwiegend in Masthallen gehalten. Nur ein kleiner Teil der Tiere hat Auslauf ins Freie. Die Ernährung erfolgt meist mit einem auf die Bedürfnisse eines maximalen Wachstums oder einer maximalen Eierproduktion abgestimmten Fertigfutter. Dieses besteht aus: Mais, Weizen, Gerste, Roggen, Hafer, Weizenkleie, Sojaschrot, Kartoffelprotein, Sojakuchen, Sonnenblumenschrot, Erdnussschrot, Maiskleber, Rapsextraktionsschrot, Ackerbohne, Erbsen, Süsslupinen, Grasmehl. Dazu wird Fett in Form von Sojaöl oder sogenanntem Mischfett (Abfallprodukt aus der Tierschlachtung) zugeführt[21].

 

 

 

1.5.5      Schafe und Ziegen (Milch und Fleisch)

In der Schweiz sind die folgenden Schaf- und Ziegenrassen anzutreffen[22]:

 

Schafrassen

prozentualer Anteil

Ziegenrassen

prozentualer Anteil

Weisses Alpenschaf

55%

Saanen

30%

Braunköpfiges Fleischschaf

16%

Appenzeller

4%

Walliser Schwarznasenschaf

16%

Toggenburger

14%

Schwarzbraunes Bergschaf

11%

Gemsfarbige

30%

Charollais Suisse

2%

Bündner Strahlen

4%

 

 

Nera Vercasca

5%

 

 

Walliser Schwarzhals

11%

 

 

Pfauenziege

2%

 

Tab. 4:        Schaf- und Ziegenrassen in der Schweiz

 

Der Anteil am landwirtschaftlichen Einkommen aus der Schaf- und Ziegenhaltung ist sehr klein (1% bei Schafen, 0.05% bei Ziegen)[23]. Er resultiert ausschliesslich aus der Milch- und Fleischproduktion. Schafwolle hingegen bringt überhaupt nichts mehr ein, weshalb sie von den Bauern in der Regel kompostiert oder in einer Kehrichtverbrennungsanlage entsorgt wird.

 

Schafe und Ziegen verbringen den grössten Teil ihres Lebens auf der Weide. Lediglich im Winter, bei schlechtem Wetter und teils in der Nacht treibt sie der Bauer resp. dessen Hund in den Stall. Da sich weder Schafe noch Ziegen mit Kraftfutter mästen lassen, weil sie sonst erkrankten, erhalten sie fast ausschliesslich Raufutter.

 

 

2.      Kennzeichen einer naturfreundlichen Milch-, Fleisch- und Eierproduktion (Idealzustand)

Damit die tatsächliche Produktion von Milch, Fleisch und Eiern in der Schweiz einer ökologischen Beurteilung zugänglich wird, ist es zunächst nötig, einen Idealzustand zu definieren.

 

 

2.1    Milch (Kühe) und Rindfleisch (Rinder)

Eine naturfreundliche Milch- und Rindfleischproduktion zeichnet sich durch die folgenden Merkmale aus:

 

1.      Kein Futteranbau auf Kunstwiesen:

 

         Kunstwiesen sind sehr artenarm. Sie bestehen im wesentlichen nur gerade aus den angebauten Futterpflanzen (wenige Gras und Kleearten). Da in Kunstwiesen nur wenige Pflanzenarten präsent sind, ist auch die Zahl der Insekten und Vögel, die dort Nahrung und Lebensraum finden klein. Die Fläche der Kunstwiesen ist seit 1990 um 22% gewachsen und beträgt heute 115'000 ha[24].

 

2.      Erhaltung und Ausdehnung der wertvollen Naturwiesen:

 

         Nach der letzten Eiszeit vor rund 10'000 Jahren prägten Wälder unsere Landschaft. Wohl gab es auch schon vor der Wiesennutzung durch den Menschen Naturwiesen, weil die früheren Wildtiere wie Auerochse, Wisent, Elch und Hirsch unbewaldete Flächen schufen und durch Verbiss vor neu aufkommenden Gehölzen frei hielten. Deren Fläche dürfte im Vergleich zu heute aber klein gewesen sein. Fast alle heutigen Wiesen unterhalb der Baumgrenze verdanken ihre Entstehung der früheren Waldrodung und Landnutzung durch den Menschen. Welcher Wiesentyp an einem bestimmten Ort gedeiht, hängt zum einen von der Bewirtschaftung, zum anderen vom Boden, der Höhenlage, Ausrichtung und Klimaregion ab. Heute finden wir in der Schweiz die folgenden Wiesentypen[25]:

 

Wiesentyp

Verbreitung

Naturschutzwert, Gefährdung

Futter-
wert

Art der Bewirt-
schaftung zum Schutz der Wiese

Steppen- und Trockenrasen

kleinflächige Vorkommen vereinzelt im Mittelland und häufiger im Wallis, Engadin, in den Bündner- Rheintälern

sehr hoch: artenreich, viele gefährdete Pflanzen- und Insektenarten

 

stark gefährdet, u.a. durch Neuanlage von Rebbergen

klein

ursprüngliche Flächen: keine Bewirtschaftung. ehemals bewaldete Flächen: 1x nach Juli mähen oder kurze Herbstweide mit Schafen oder Ziegen

Halbtrocken-
rasen

kleinflächige Vorkommen in der ganzen Schweiz; Schwerpunkte: Jura, Wallis, Bündner Rheintäler

sehr hoch:

sehr artenreich, viele gefährdete Pflanzen- und Insektenarten

 

gefährdet, seit 1950 massiver Rückgang durch Umwandlung in Fettwiesen, Äcker Weiden oder Wald

klein

kein Dünger, 1x ab Juli mähen; Herbstweide mit mässiger Bestossung (Trittschäden, Düngereintrag)

 

 

Pfeifengras-Riedwiesen

kleinflächige Vorkommen in der nördlichen Landeshälfte

sehr hoch:

sehr artenreich, viele gefährdete Pflanzen- und Insektenarten

 

gefährdet, ab 20. Jhdt. massiver Rückgang durch Entwässerung

sehr klein, Heu eignet sich v.a. als Streue

mindestens jedes 2. Jahr 1x im Herbst mähen. Da die Beweidung gewisse Pflanzenarten fördert, andere gefährdet, ist diese vorgängig mit der Naturschutzbehörde abzuklären.

Fromental-
wiesen

Jura, Mittelland, Alpenvorland

hoch:

viele Blumenarten, sehr wichtig für Insekten

 

selten, früher weit verbreitet. Durch Intensivierung zerstört.

mittel

bei Düngung mit Stallmist und jährlich 1 - 2x ab Juli mähen am artenreichsten

 

 

magere bis halbfette Bergwiesen

verbreitet in der Berg- und Alpenregion

hoch:

viele Blumenarten (insb. magere Bergwiesen), sehr wichtig für Kleinsäuger, bodenbrütende Vögel und Insekten

 

verbreitet, durch Intensivierung (u.a. Alperschliessungen) gefährdet

mittel

magere Bergwiesen: kein Dünger, Wiesenschnitt je nach Höhenlage zwischen Mitte Juli und Mitte August, keine oder nur extensive Beweidung

 

halbfette Bergwiesen: kein oder wenig Dünger, Wiesenschnitt wie magere Bergwiese, mässige Beweidung

Bergfett-
wiesen

weit verbreitet in der Berg- und Alpenregion

mittel

 

nicht gefährdet

mittel-hoch

keine besonderen Vorgaben

Intensiv genutzte Wiese

überall in der Schweiz omnipräsent

klein

 

nicht gefährdet

hoch, bis 6 Schnit-te/Jahr

keine besonderen Vorgaben

 

Tab. 5:        Wiesentypen in der Schweiz, Verbreitung, Bedeutung, Gefährdung und Schutz

        

Schutzbedürftig sind die:

-  Steppen- und Trockenrasen,

-  Halbtrockenrasen,

-  Pfeifengras-Riedwiesen

-  Fromentalwiesen

-  mageren und halbfetten Bergwiesen.

 

Allerdings hat das auf diesen Flächen gewonnene Rauhfutter nur einen kleinen bis mittleren Futterwert. Eine Umwandlung resp. Rückführung von intensiv genutzten Wiesen in extensiv genutzte Wiesentypen hat zur Folge, dass weniger Futter für Nutztiere zur Verfügung steht. Eine naturfreundliche Milchproduktion betrachtet die Erhaltung und Ausdehnung der vorstehend aufgezählten Wiesentypen jedoch als notwendigen Ausgleich für die produktionsbedingte Belastung der Natur. Da die Landwirte für den Schutz und die Pflege dieser Wiesentypen vom Bund und bei wertvolleren Flächen auch von den Kantonen Abgeltungen (Ökobeiträge vom Bund, Naturschutzbeiträge vom Kanton) erhalten[26], ist ihr Opfer an die Natur zudem gering.

 

3.      Abstimmen des Wiesenschnittes und der Beweidung auf die Bedürfnisse von bodenbrütenden Vögeln:

 

         Naturnahe Wiesen dienen verschiedenen Vogelarten als Brutplatz und Lebensraum. In naturnahen Wiesen brüten[27]:

 

Vogelart

Verbreitung; Anzahl Brutpaare in der Schweiz (BP)

Gefähr-dung

Brutzeit[28]

 

* = 1 Brut/Jahr

** = 2 Bruten/Jahr

Termin für Wiesen-schnitt oder Beweidung

Bergpieper

Alp- und Bergregion (1400 bis 2600 m ü.M.); 50'000 - 100'000 BP

nicht gefährdet

Mitte April - Ende August**

ab Ende August

Wiesenpieper

zerstreut Jura und nördlicher Alpenbogen (500 bis 1800 m ü.M.); 500 BP

stark gefährdet

Mitte April - Ende August**

ab Ende August

Schafstelze

Zerstreut, unter 800 m ü.M., 150 BP

 

früher brütete die Schafstelze v.a. in Feuchtwiesen, heute zu 75% in Kartoffelfeldern

stark gefährdet

Mitte April - Mitte August**

 

ab Mitte August

Feldlerche

ganze Schweiz, 400 - 2800 m ü.M., 40'000 - 50'000 BP

noch nicht gefährdet, aber in letzten Jahren starker Rückgang

Anfang April - Ende August**

ab Ende August

Heidelerche

zerstreut im Jura und in den Alpen (500 - 2600 m ü.M.); 250 - 500 BP

stark gefährdet

Ende März - Ende August**

ab Ende August

Ziegenmelker

praktisch nur noch im Wallis und westlich von Genf (500 - 1600 m ü.M.); 50 BP

kurz vor dem Aussterben

Mitte Mai - Ende August**

ab Ende August

Grosser Brachvogel

nur noch 2 Standorte am oberen Zürichsee und am Bodensee; 3 - 4 BP

kurz vor dem Aussterben

Mitte April - Ende Juni*

ab Juli

Bekassine

nur noch wenige Standorte im Mittelland; 0 - 3 BP

kurz vor dem Aussterben

Mitte April - Mitte August*

ab Mitte August

Kiebitz

zerstreut im Mittelland; 400 BP

stark gefährdet

April - Mitte Juli*

Ab Mitte Juli

Wachtelkönig

zerstreut im Jura und in der Alpenregion; 1 - 13 BP

kurz vor dem Aussterben

April - Ende August** (geschätzt)

ab Ende August

Wachtel

zerstreut in der ganzen Schweiz (400 - 1800 m ü.M.); 1500 - 2000 BP

stark gefährdet

Mai bis Ende Juli*

ab August

Stein-schmätzer

Alpenbogen und Jura (1500 - 2800 m ü.M.); 5000 - 10'000 BP

nicht gefährdet

Mai bis Ende Juli (geschätzt)

ab Ende Juli

Rebhuhn

ursprünglich in allen tieferen Lagen der Schweiz; heute nur noch wenige BP bei Genf

kurz vor dem Aussterben

Mai bis Ende August*

ab Ende August

Braunkehlchen

ursprünglich ganze Schweiz, heute v.a. Alp- und Bergregion (bis 2600 m ü.M.); 10'000 - 15'000 BP

gefährdet, insb.  durch zu frühen Wiesenschnitt

Mitte Mai - Ende Juni (Flachland) bzw. Mitte Juli*

 

je nach Höhenlage verlängert sich Brutzeit

je nach Höhenlage: ab Anfang - Mitte Juli

Grauammer

ganze Schweiz, unter 1'000 m; ü.M.; 400 BP

stark gefährdet

Mitte Mai - Anfang Juli*

ab 10. Juli

 

Tab. 6:     Wiesenbrütende Vögel in der Schweiz, Verbreitung, Gefährdung und Schutz

 

         Die vorstehende Tabelle zeigt, dass ein grosser Teil der wiesenbrütenden Vögel stark gefährdet ist oder kurz vor dem Aussterben steht. Die zum Schutz dieser Arten erforderlichen Termine für den Wiesenschnitt oder die Beweidung liegen teilweise so spät, dass eine Nutzung des Grases als Futter kaum mehr möglich ist. Dieses Dilemma ist bislang einseitig zu Gunsten der Landwirtschaft gelöst worden. Konsum & Natur fordert, dass ein Teil der Wiesen dem ökologischen Ausgleich gewidmet wird und zwar so, dass die Bewirtschaftung und Pflege der Flächen den Ansprüchen der wiesenbrütenden Vögel gerecht wird.

 

 

4.      Anlegen von weiteren ökologischen Ausgleichsflächen:

 

         Für die Natur wertvolle Gebiete bestehen aus einem Mosaik verschiedener Biotope. Als Ergänzung zu den Wiesen sollten deshalb als ökologischer Ausgleich geschaffen werden: Hecken[29], Obstgärten, Kleinstrukturen wie Ruderalflächen, Steinhaufen, Trockenmauern,  Wassergräben- und tümpel, Asthaufen etc. Die grossflächigeren Elemente berechtigen den Landwirt zum Bezug von Ökobeiträgen und die Fläche von Kleinstrukturen ist immerhin an das gesetzlich verlangte Mindestmass[30] an ökologischen Ausgleichsflächen anrechenbar[31].

 

          

5.      Sparsamer (und jahreszeitlich richtiger) Einsatz von Dünger in Wiesen:

 

         Für die unter Ziff. 2 hievor genannten wertvollen Wiesentypen sind die in der Tabelle aufgeführten Düngerrestriktionen zu beachten[32].

 

Eine starke Düngung führt jedoch auch bei bereits degradierten, intensiv genutzten Wiesen dazu, dass ihr Pflanzenbestand weiter verarmt und eine Neueinwanderung von anspruchsvolleren Pflanzen unmöglich ist.

 

Je höher die ausgebrachte Düngermenge, desto stärker ist zudem die Belastung von Oberflächengewässern (Flüsse, Bäche, Seen) durch Phosphat und Nitrat. Die Oberflächengewässer sind heute an den meisten Orten ausserhalb der Hochgebirge überdüngt, was zur Folge hat, dass darin andere Pflanzen- und Tierarten leben als in nährstoffarmen Gewässern. So ist namentlich eine Vielzahl von Insekten und Pflanzen, die sich nur in sauberem Wasser entwickeln können, heute gefährdet oder vom Aussterben bedroht.

 

         Die den Wiesen zugeführten Düngermengen hängen massgeblich von der Anzahl Nutztiere ab. Nach Gewässerschutzgesetz[33] darf ein Bauer pro Hektare die maximale Düngermenge von 3.0 Grossvieeinheiten (= 3 DGVE[34]) ausbringen (Art. 14 Abs. 4). Zudem sind die Kantone verpflichtet, die pro Hektare zulässigen DGVE nach Bodenbelastbarkeit, Höhenlage und topographischen Verhältnissen herabzusetzen (Art. 14 Abs. 6). Rund 3/4 der Kantone haben ihre diesbezüglichen Pflichten zwar teilweise, jedoch nicht konsequent genug erfüllt[35]: So sind die zulässigen DGVE für das Ziel der Reinhaltung von Gewässern durchwegs zu hoch angesetzt. Noch 1998 erachteten es gar 7 Kantone als unnötig, solche Vorgaben zu erlassen. Weil die Grenze für das "Übermass" zu hoch angesetzt ist, hat Art. 6 Direktzahlungsverordnung, wonach der Landwirt mit einer Nährstoffbilanz zeigen muss, dass er keinen übermässigen Stickstoff und Phosphor ausbringt, nur wenig Breitenwirkung und vermag lediglich die schlimmsten Auswüchse einzudämmen. Da die Gewässerverschmutzung auf Tausende von landwirtschaftlichen Einzelemittenten zurückgeht, kann sie nur mit einer generellen Senkung der Düngergaben bzw. der maximal zulässigen Tierzahlen pro Hektare Betriebsfläche gelindert werden. Gegen eine solche Senkung hat sich die Agrarlobby bislang erfolgreich wehren können. Konsum & Natur fordert vom Gesetzgeber, dass landwirtschaftliche Direktzahlungen, namentlich Flächenbeiträge, nur noch ausgerichtet werden, wenn die Zahl von 1.0 - 2.0 DGVE pro Hektare Betriebsfläche (abgestuft nach Klima- und Bodenverhältnissen) nicht überschritten wird[36]. Es ist nämlich nicht einzusehen, weshalb Betriebe, welche die Umwelt schädigen, auch noch vom Steuerzahler finanziert werden sollen. Zudem ist in die Stoffverordnung aufzunehmen, dass flüssiger Hofdünger (Gülle) von Mitte Oktober bis Ende Februar, im klimatisch kälteren Berggebiet entsprechend länger, nicht verwendet werden darf[37]. Da der Stickstoffbedarf der Pflanzen während dieser Zeit gering ist, ergibt sich daraus keine erhebliche Beschränkung der Bodennutzung. Die Realisierung dieses Ziels bedingt jedoch, dass die Lagereinrichtungen für Gülle auf eine Kapazität von mindestens 5 Monaten ausgebaut werden. Nach Art. 14 Abs. 3 Gewässerschutzgesetz ist derzeit nur eine Kapazität von drei Monaten verlangt. Es ist demzufolge eine mehrfache Änderung des Gewässerschutzgesetzes nötig.

 

6.      Schonende Mähmethode und keine Siloballen mit Plastikhülle:

 

         Für das Schneiden von Gras stehen verschiedene Maschinen zur Verfügung, namentlich der Motormäher, der Balkenmäher, der Kreiselmäher und der Schlegelmäher. Dabei wird das Gras entweder geschnitten (Mäher) oder durch stumpfe Mähwerkzeuge (Schlegelmäher) abgeschlagen. Die Geräte vernichten in der vorstehenden Reihenfolge einen zunehmenden Prozentsatz der grasbewohnenden Insekten. Geraten Schmetterlinge, Käfer, Bienen usw. in einen Schlegelmäher, so haben sie keine Überlebenschance. Etwas besser steht es mit dem Kreiselmäher, weil dieser nicht das ganze Pflanzenmaterial (inklusive dessen Bewohner) zerquetscht. Insektenverträglich sind jedoch nur der Motormäher und der Balkenmäher.

 

Seit einigen Jahren stellen immer mehr Landwirte Siloballen her, indem sie frisch gemähtes Gras in luftdichte Plastikhüllen füllen. Die grasbewohnenden Insekten werden dabei gleich mit in den Plastik gestopft und sterben zu 100%.

 

Nicht einmal für ökologische Ausgleichsflächen existieren Vorschriften, welche die vorgenannten Missstände verhindern. Konsum & Natur fordert, dass zumindest ökologische Ausgleichsflächen mit dem Motor- oder Balkenmäher zu mähen sind und dass das frische Mähgut nicht in Plastikballen gefüllt werden darf.

 

7.      Mässige Bestossung (Beweidung) von Naturwiesen, insbesondere von Sömmerungsgebieten (Alpweiden):

 

         Eine mässige Bestossung (= Beweidung) von Naturwiesen vergrössert die Menge und zum Teil auch die Artenzahl von Insekten, weil viele von ihnen vom Dung der Tiere leben. Da Insekten am Anfang der Nahrungskette stehen, werden durch grössere Insektenpopulationen auch die von ihnen lebenden Kleintiere wie Vögel, Fledermäuse und Amphibien gefördert.

 

         Die in Naturwiesen wachsenden Wildpflanzen sind die Nahrungsbasis für eine Vielzahl von Tieren. Eine zu starke Beweidung wirkt sich negativ auf die Artenzahl der Wildblumen aus, weil sich die besonders düngerliebenden Pflanzenarten wie Raygras, Wiesen-Fuchsschwanz und Löwenzahn durchsetzen und die restlichen Pflanzenarten verdrängen. Da von einer Pflanzenart in der Regel 10 bis 20 Tierarten existenziell abhängen[38], hat eine zu intensive Beweidung auch eine Verarmung der Fauna zur Folge.

 

         Eine starke Beweidung mit Rindvieh hat zudem namentlich auf Alpweiden oft die Zerstörung der wertvollen Zwergstrauchvegetation (Heidelbeeren, Preiselbeeren, Alpenrosen usw.) zur Folge.       

 

         Als Orientierungswert für die Bestossungintensität soll die gesetzlich zulässige Düngermenge für wenig intensive Wiesen nach Art. 46 Abs. 2 Direktzahlungsverordnung dienen. Danach sind pro Hektare jährlich 30 kg verfügbarer Stickstoff zugelassen. Mit dieser Menge lässt sich eine Fromentalwiese im Talgebiet und den Voralpen aufrechterhalten. Die jährliche Düngermenge von 30 kg verfügbarem Stickstoff wird - sofern der Bauer keinen weiteren Dünger ausbringt - etwa mit den folgenden Bestossungsvarianten erreicht [39] :

 

         - 1 Kuh auf einer Hektare Fläche während 104 Tagen (24 Std. Weidedauer)

         -  3 Kühe auf einer Hektare Fläche während 35 Tagen (24 Std. Weidedauer)

         -  10 Kühe auf einer Hektare Fläche während 10.4 Tagen (24 Std. Weidedauer) oder  31 Tagen (8 Std. Weidedauer)

 

         Für die Erhaltung artenreicher Alpweiden sind 30 kg Stickstoff pro Hektare und Jahr wegen der kurzen Vegetationszeit allerdings zu hoch. Als Voraussetzung für den Bezug von Sömmerungsbeiträgen verlangt der Bund trotzdem nur, dass pro Rauhfuttergrossvieheinheit (sprich: Kuh) mindestens 50 Aren Weidefläche vorhanden sind (entspricht einem jährlichen Eintrag von 30 - 50 kg verfügbarem Stickstoff pro Hektare).

 

 

8.      Tiefer Kraftfuttereinsatz:

 

         Das in der Schweiz an Nutztiere verfütterte Kraftfutter wächst nur etwa zur Hälfte im Inland. Für den Anbau der importierten anderen Hälfte ist eine zusätzliche Fläche von 163'000 Hektaren nötig[40], was mehr als der Hälfte der schweizerischen Ackerfläche entspricht.

 

         Besonders problematisch ist, dass der überwiegende Teil der importierten Sojaprodukte (erforderliche Anbaufläche: 64'000 Hektaren), aus Brasilien stammt[41]. Für den Anbau von Soja werden in Brasilien jährlich tausende von Hektaren Urwald gerodet. Zudem müssen die meist vorherrschenden Soja-Monokulturen massiv gedüngt und gespritzt werden[42].

 

         Aber auch die anderen im In- und Ausland angebauten Kraftfutterbestandteile werden meist in Intensivlandwirtschaft mit hohem Dünger- und Pestizideinsatz produziert. Da das Kraftfutter durch international tätige Händler eingekauft und vermischt wird, ist es kaum möglich, die Herkunft und die Produktionsweise zurückzuverfolgen.

 

         Durch einen tiefen Kraftfuttereinsatz werden zum einen weniger Flächen einer intensiven Produktion ausgesetzt, zum anderen verringert sich der Intensivierungsdruck im Ackerbau.

 

 

9.      Kraftfutter aus naturschonender Produktion bevorzugen:

 

         Wird Kraftfutter verwendet, so ist solches aus naturschonender Produktion zu bevorzugen. Für das im Inland produzierte Kraftfutter kann Getreide aus biologischer und integrierter Produktion als einigermassen naturschonend gelten (vgl. Link Getreide). Mais ist hingegen kein naturschonendes Kraftfutter (vgl. Link Mais).

 

           

2.2    Kalbfleisch

Da Kälber ausschliesslich mit Milchprodukten ernährt werden, sind die  Ausführungen unter Kap. 2.1 auch relevant für die Erzeugung von Kalbfleisch.

 

 

2.3    Schweinefleisch

Schweine werden nicht mit Rauhfutter, sondern mit Ackerfrüchten, Schotte, Fleischsuppe oder Fischmehl gemästet (vorne Kap. 1.5.3). Für die Haltung von Schweinen haben auf dem Betrieb vorhandene Wiesen bloss die Funktion, Schweinegülle aufzunehmen. Ob die Erzeugung von Schweinefleisch naturverträglich ist, hängt im wesentlichen davon ab, wie das Futter produziert und auf welcher Bodenfläche die Gülle verwertet wird.

 

1.      Schonende Verwertung der Schweinegülle:

 

         Pro Mastschwein fällt eine Düngermenge von 1/6 einer Düngergrossvieheinheit (DGVE) an. Nach dem Gewässerschutzgesetz, welches bis 3 DGVE pro Hektare zulässt, dürfte auf einer Hektare Boden die Gülle von 18 Mastschweinen ausgebracht werden. Konsum & Natur hält jedoch maximal 12 Schweine pro Hektare Betriebsfläche, entsprechend 2 DGVE, in höheren Lagen weniger, für einigermassen naturverträglich (vgl. zur Kritik am Gewässerschutzgesetz: oben Kap. 2.1). Selbstverständlich sind auf wertvollen Wiesen die entsprechenden Düngereinschränkungen zu beachten (oben Kap. 2.1).

        

2.      Futter aus naturschonender Produktion bevorzugen, insbesondere Verzicht auf Fischmehl:

 

         Wird Futter verwendet, so ist solches aus naturschonender Produktion zu bevorzugen. Für das im Inland produzierte Kraftfutter kann Getreide aus biologischer und integrierter Produktion als einigermassen naturschonend gelten (vgl. Link Getreide). Mais ist hingegen kein naturschonendes Kraftfutter (vgl. Link Mais).

 

         Schweine werden zum Teil auch mit Fischmehl ernährt. Weil durch übermässigen Fischfang schon ein grosser Teil der Weltmeere überfischt[43] und das Meeresökosystem massiv gefährdet ist, verzichtet die naturfreundliche Schweinefleischproduktion auf Fischmehl im Futter.

 

          

2.4    Geflügel und Eier

Auch Hühner können nicht mit Rauhfutter ernährt werden. Ihre Fütterung basiert auf Feldfrüchten und Mischfett (vorne Kap. 1.5.4). Für die Produktion von Geflügel und Eiern gelten dieselben Anforderungen wie bei Schweinefleisch.

 

 

2.5    Schaf- und Ziegenfleisch und - Milch

Schafe und Ziegen verzehren Rauhfutter. Da sie genügsame Tiere sind, die erkranken, wenn man sie mit Kraftfutter "treiben" will, umfasst ihr Speisezettel praktisch nur Gras und Heu (vorne Kap. 1.5.5). Die naturfreundliche Produktion von Schaf- und Ziegenfleisch und -Milch muss deshalb primär auf die naturschonende Bewirtschaftung der Wiesen achten. Es gelten hierzu die bereits in Kap. 2.1 aufgeführten Grundsätze.

 

In den letzten Jahren ist allerdings noch eine weitere Anforderung an die naturfreundliche Haltung von Schafen und Ziegen hinzugekommen: das Tolerieren der Grossraubtiere Luchs und Wolf.

 

 

3.      Tatsächliche Produktionsweise

Die Erzeugung von Fleisch, Milch und Eiern erfolgt in der Schweiz nach drei verschiedenen Produktionsformen, nämlich der konventionellen, Integrierten und biologischen  Produktion (vgl. zum Ganzen auch Link Naturverträglichkeit verschiedener Landbaumethoden).

 

 

3.1    Milch (Kühe), Rind- und Kalbfleisch

3.1.1      Konventionelle Produktion von Milch, Rind- und Kalbfleisch

Bei der konventionellen Produktion von Milch und Rindfleisch hat der Bauer die Anforderungen des in der Direktzahlungsverordnung festgelegten Ökologischen Leistungsnachweises (ÖLN) einzuhalten[44]. Unter dem Aspekt einer naturfreundlicheren Produktion von Milch, Rind- und Kalbfleisch sind die Produktionsvorgaben des ÖLN wie folgt zu beurteilen:

 

 

 

 

 


Kennzeichen einer  naturfreundlicheren Produktion von Milch und Rindfleisch[45]

konventionelle Produktion

Bewertung des Einflusses auf die Natur

negativ - neutral - positiv

Kein Futteranbau auf Kunstwiesen

Futteranbau auf Kunstwiesen ist zulässig und weit verbreitet

negativ-neutral

Erhaltung und Ausdehnung der wertvollen Naturwiesen

bestehende wertvolle Naturwiesen sind dank der Vorschrift zur Ausweisung von 7% ökologischen Ausgleichsflächen[46] einigermassen gesichert, allerdings gebricht es oft an einem auf die konkreten Standorte bezogenen Schutz

 

Vorgaben für eine Ausdehnung wertvoller Naturwiesen gibt es keine

neutral - positiv

Abstimmen des Wiesenschnittes und der Beweidung auf die Bedürfnisse von bodenbrütenden Vögeln

erfüllbar; die bisherigen Typen von ökologischen Ausgleichsflächen erfüllen diese Anforderung allerdings nur sehr beschränkt.

negativ

Anlegen von weiteren ökologischen Ausgleichsflächen

erfüllbar, eine Ausdehnung erfolgt vor allem auf Grenzertragsflächen; in den landwirtschaftlichen Gunstgebieten (Mittelland, Voralpen) werden die ökologischen Ausgleichsflächen nur langsam erweitert

negativ - neutral

sparsamer Düngereinsatz

hoher Düngereinsatz (im Vergleich zu Biologischer Produktion). Da Düngermenge 10% über ausgeglichener Düngerbilanz liegen darf[47]: Belastung von Oberflächengewässern und Grundwasser

negativ

schonende Mähmethode und keine Siloballen mit Plastikhülle

keinerlei Vorschriften; beide Methoden werden verbreitet angewandt

negativ

Mässige Beweidung von Naturwiesen, insbesondere von Sömmerungsgebieten

Beweidung oft zu intensiv, da zu hohe Tierdichte

negativ - neutral

Begrenzung Kraftfuttereinsatz

keine Begrenzung des Kraftfuttereinsatzes; Tendenz zum Kraftfuttereinsatz steigend

negativ

Futter aus naturschonender Produktion

keine Vorschriften zu Gunsten der Natur; GVO-Futter[48] zulässig

negativ

Gesamtbeurteilung

negativ

 

 

 

3.1.2      Integrierte Produktion von Milch, Rind- und Kalbfleisch

Bei der Integrierten Produktion (IP) von Milch und Rindfleisch hat der Bauer über die Anforderungen des ÖLN hinaus die Vorgaben der Produzentenorganisation IP-Suisse zu beachten[49]. Unter dem Aspekt einer naturfreundlicheren Produktion sind die Produktionsvorgaben des ÖLN wie folgt zu beurteilen:

 


Kennzeichen einer  naturfreundlicheren Produktion von Milch und Rindfleisch[50]

Integrierte Produktion

Bewertung des Einflusses auf die Natur

negativ - neutral - positiv

Kein Futteranbau auf Kunstwiesen

Futteranbau auf Kunstwiesen ist zulässig und weit verbreitet

negativ-neutral

Erhaltung und Ausdehnung der wertvollen Naturwiesen

bestehende wertvolle Naturwiesen sind dank der Vorschrift zur Ausweisung von 7% ökologischen Ausgleichsflächen[51] einigermassen gesichert, allerdings gebricht es oft an einem auf die konkreten Standorte bezogenen Schutz

 

Vorgaben für eine Ausdehnung wertvoller Naturwiesen gibt es keine

neutral - positiv

Abstimmen des Wiesenschnittes und der Beweidung auf die Bedürfnisse von bodenbrütenden Vögeln

erfüllbar; die bisherigen Typen von ökologischen Ausgleichsflächen erfüllen diese Anforderung allerdings nur sehr beschränkt.

negativ

Anlegen von weiteren ökologischen Ausgleichsflächen

erfüllbar, eine Ausdehnung erfolgt vor allem auf Grenzertragsflächen; in den landwirtschaftlichen Gunstgebieten (Mittelland, Voralpen) werden die ökologischen Ausgleichsflächen nur langsam erweitert

negativ - neutral

sparsamer Düngereinsatz

hoher Düngereinsatz (im Vergleich zu Biologischer Produktion). Da Düngermenge 10% über ausgeglichener Düngerbilanz liegen darf[52]: Belastung von Oberflächengewässern und Grundwasser

negativ

schonende Mähmethode und keine Siloballen mit Plastikhülle

keinerlei Vorschriften; beide Methoden werden verbreitet angewandt

negativ

Mässige Beweidung von Naturwiesen, insbesondere von Sömmerungsgebieten

Beweidung oft zu intensiv, da zu hohe Tierdichte

negativ - neutral

Begrenzung Kraftfuttereinsatz

keine Begrenzung des Kraftfuttereinsatzes; Tendenz zum Kraftfuttereinsatz zudem steigend

negativ

Futter aus naturschonender Produktion

keine besonderen Vorschriften zu Gunsten der Natur; Kraftfutter muss nicht aus integrierter Produktion stammen; Verbot von GVO-Futter, Fischmehl, Fischöl, Fischpress-Saft und Proteinhydrolysat aus Fisch; Dorschlebertran für Grossvieh zulässig

negativ - neutral

Gesamtbeurteilung

negativ - neutral

 

Die integrierte Produktion von Milch, Rind- und Kalbfleisch schneidet punkto Naturverträglichkeit nur wenig besser ab als die konventionelle Produktion. Es darf der Integrierten Produktion indessen zu Gute gehalten werden, dass sie gegenüber der konventionellen Produktion eine tierfreundlichere Haltung der Nutztiere voraussetzt.

 

 

3.1.3      Biologische Produktion von Milch, Rind- und Kalbfleisch

Die biologische Produktion von Milch, Rind- und Kalbfleisch richtet sich einerseits nach den einschlägigen Vorschriften des Bundes [53] , anderseits nach den Vorgaben der jeweiligen Produzenten- oder Abnehmerorganisation, in die der Landwirt vertraglich eingebunden ist (dazu Link Naturverträglichkeit verschiedener Landbaumethoden). Die Produktionsvorgaben gehen erheblich über die Anforderungen des ÖLN hinaus und sind unter dem Aspekt einer naturfreundlicheren Produktion wie folgt zu beurteilen:

 


Kennzeichen einer  naturfreundlicheren Produktion von Milch und Rindfleisch[54]

biologische Produktion

Bewertung des Einflusses auf die Natur

negativ - neutral - positiv

Kein Futteranbau auf Kunstwiesen

Futteranbau auf Kunstwiesen (insb. Kleegrasmischungen) ist zulässig und weit verbreitet

negativ-neutral

Erhaltung und Ausdehnung der wertvollen Naturwiesen

bestehende wertvolle Naturwiesen sind dank der Vorschrift zur Ausweisung von 7% ökologischen Ausgleichsflächen[55] einigermassen gesichert, allerdings gebricht es oft an einem auf die konkreten Standorte bezogenen Schutz

 

Vorgaben für eine Ausdehnung wertvoller Naturwiesen gibt es keine

neutral - positiv

Abstimmen des Wiesenschnittes und der Beweidung auf die Bedürfnisse von bodenbrütenden Vögeln

erfüllbar; die bisherigen Typen von ökologischen Ausgleichsflächen erfüllen diese Anforderung allerdings nur sehr beschränkt.

negativ

Anlegen von weiteren ökologischen Ausgleichsflächen

erfüllbar, eine Ausdehnung erfolgt vor allem auf Grenzertragsflächen; in den landwirtschaftlichen Gunstgebieten (Mittelland, Voralpen) werden die ökologischen Ausgleichsflächen nur langsam erweitert

negativ - neutral

sparsamer Düngereinsatz

Düngermenge erheblich tiefer als bei  konventioneller und Integrierter Produktion[56], obwohl von Gesetzes wegen bei "besten Bedingungen im Talgebiet" bis 2.5 DGVE erlaubt[57].  Keine synthetischen Dünger. Düngerplanung muss auf Boden- oder Pflanzenanalysen basieren[58]. Da Düngerbilanz ausgeglichen: keine Belastung der Oberflächengewässer.

neutral - positiv

schonende Mähmethode und keine Siloballen mit Plastikhülle

keinerlei Vorschriften; beide Methoden werden verbreitet angewandt

negativ

Mässige Beweidung von Naturwiesen, insbesondere von Sömmerungsgebieten

Beweidung oft zu intensiv, da zu hohe Tierdichte (kein Unterschied zu konventioneller oder Integrierter Produktion)

negativ - neutral

Begrenzung Kraftfuttereinsatz

Mindestens 90% der Futter-Trockensubstanz müssen Rauhfutter sein [59] (Änderung Richtlinie BIO SUISSE vom 16. Oktober 2002).

positiv

Futter aus naturschonender Produktion

Futter muss zu 90% aus biologischer Produktion stammen; Verbot von GVO-Futter, Fischmehl, Fischöl, Fischpress-Saft und Proteinhydrolysat aus Fisch; Dorschlebertran für Grossvieh zulässig. Nur 10% des Futters (Trockensubstanz) darf Kraftfutter (Getreide) sein

positiv

Gesamtbeurteilung

neutral

 

 

3.2    Schweinefleisch, Geflügel, Eier

3.2.1      Konventionelle Produktion von Schweinefleisch, Geflügel und Eiern

Bei der konventionellen Produktion von Schweinefleisch, Geflügel und Eiern hat der Bauer die Anforderungen des in der Direktzahlungsverordnung festgelegten Ökologischen Leistungsnachweises (ÖLN) einzuhalten[60]. Unter dem Aspekt einer naturfreundlicheren Produktion sind die Produktionsvorgaben wie folgt zu beurteilen:

 


Kennzeichen einer  naturfreundlicheren Produktion von Schweinefleisch, Geflügel und

Eiern [61]

konventionelle Produktion

Bewertung des Einflusses auf die Natur

negativ - neutral - positiv

schonende Verwertung von Gülle und Mist

hoher Düngereinsatz (im Vergleich zu Biologischer Produktion). Da Düngermenge 10% über ausgeglichener Düngerbilanz liegen darf[62]: Belastung von Oberflächengewässern und Grundwasser

negativ

Futter aus naturschonender Produktion, kein Futter aus Fisch

keine Vorschriften zu Gunsten der Natur. Futter stammt aus konventioneller Produktion. Hoher Maisanteil im Futter hat negative Auswirkungen auf die Artenvielfalt. Fischmehl und andere Futtermittel aus Fisch sind zulässig.

negativ

Gesamtbeurteilung

negativ

 

 

 

3.1.2      Integrierte Produktion von Schweinefleisch, Geflügel und Eiern

Bei der Integrierten Produktion von Schweinefleisch, Geflügel und Eiern hat der Bauer über die Anforderungen des ÖLN hinaus die Vorgaben der Produzentenorganisation IP-Suisse zu beachten[63]. Unter dem Aspekt einer naturfreundlicheren Produktion sind die Produktionsvorgaben wie folgt zu beurteilen:

 


Kennzeichen einer  naturfreundlicheren Produktion von Schweinefleisch, Geflügel und

Eiern [64]

integrierte Produktion

Bewertung des Einflusses auf die Natur

negativ - neutral - positiv

schonende Verwertung von Gülle und Mist

hoher Düngereinsatz (im Vergleich zu Biologischer Produktion). Da Düngermenge 10% über ausgeglichener Düngerbilanz liegen darf[65]: Belastung von Oberflächengewässern und Grundwasser

negativ

Futter aus naturschonender Produktion, kein Futter aus Fisch

keine besonderen Vorschriften zu Gunsten der Natur. Futter kann aus konventioneller Produktion stammen. Hoher Maisanteil im Futter hat negative Auswirkungen auf die Artenvielfalt. Verbot von GVO-Futter, Fischmehl (Ausnahme Zuchtsauen und Ferkel), Fischöl, Fischpress-Saft und Proteinhydrolysat aus Fisch

negativ

Gesamtbeurteilung

negativ

 

 

 

3.2.3      Biologische Produktion von Schweinefleisch, Geflügel und Eiern

Die biologische Produktion von Schweinefleisch, Geflügel und Eiern richtet sich einerseits nach den einschlägigen Vorschriften des Bundes [66] , anderseits nach den Vorgaben der jeweiligen Produzenten- oder Abnehmerorganisation, in die der Landwirt vertraglich eingebunden ist (dazu Link Naturverträglichkeit verschiedener Landbaumethoden). Die Produktionsvorgaben gehen erheblich über die Anforderungen des ÖLN hinaus und sind unter dem Aspekt einer naturfreundlicheren Produktion wie folgt zu beurteilen:

 

 


Kennzeichen einer  naturfreundlicheren Produktion von Schweinefleisch, Geflügel und

Eiern [67]

biologische Produktion

Bewertung des Einflusses auf die Natur

negativ - neutral - positiv

schonende Verwertung von Gülle und Mist

Düngermenge erheblich tiefer als bei  konventioneller und Integrierter Produktion[68], obwohl von Gesetzes wegen bei "besten Bedingungen im Talgebiet" bis 2.5 DGVE erlaubt[69].  Düngerplanung muss auf Boden- oder Pflanzenanalysen basieren[70]. Da Düngerbilanz ausgeglichen: keine Belastung der Oberflächengewässer.

neutral

Futter aus naturschonender Produktion, kein Futter aus Fisch

Futter muss zu 80% aus biologischer Produktion stammen. Hoher Maisanteil im Futter hat negative Auswirkungen auf die Artenvielfalt. Verbot von GVO-Futter, Fischmehl, Fischöl, Fischpress-Saft und Proteinhydrolysat aus Fisch

negativ -neutral

Gesamtbeurteilung

neutral

 

 

3.3    Milch und Fleisch von Schafen und Ziegen

Die Beurteilung von Kuhmilch, Rind- und Kalbfleisch (oben Kap. 3.1) ist auch Ausgangspunkt für die Bewertung von Milch und Fleisch von Schafen und Ziegen. Unterschiedlich ist allerdings der Kraftfutteranteil in der Nahrung: Schafe und Ziegen erhalten im Gegensatz zum Rindvieh praktisch kein Kraftfutter. Zudem werden für die Haltung dieser Tiere keine Kunstwiesen angelegt und es fällt keine Gülle (sondern nur Mist) an. Somit beschränkt sich die Evaluation auf den Aspekt der Bewirtschaftung von Naturwiesen und -weiden. Zwischen der konventionellen, Integrierten und biologischen Produktion bestehen keine erheblichen Unterschiede. Die Haltung von Fleisch-Schafen und Ziegen ist im Vergleich zu Rindvieh, Schweinen und Geflügel am extensivsten und somit tendenziell naturverträglicher. Allerdings ist auch bei diesen Tieren die Bestossungsdichte der Weiden oft zu hoch (Erosion, Verbissschäden). Insgesamt ist der Einfluss der Produktion von Fleisch von Schafen und Ziegen auf die Natur bei allen Produktionsarten als neutral zu bewerten. Schlechter zu bewerten (negativ-neutral), ist indes Schafmilch (inkl. Schafkäse), weil Milchschafe anspruchsvolle Tiere sind, die mit jungem zartem Grünfutter gefüttert werden müssen, das in der Regel von intensiv genutzten Weiden und Wiesen stammt.

 

 

4.    Resultate aus Felduntersuchungen

Die Artenvielfalt in unterschiedlich bewirtschafteten Getreide- und Kartoffelkulturen (= Anbauflächen für Tierfutter) sowie Grünlandflächen war Gegenstand verschiedener Felduntersuchungen. Die Resultate sind zusammengefasst im Beitrag zur Naturverträglichkeit verschiedener Landbaumethoden (Link Naturverträglichkeit verschiedener Landbaumethoden). Gemäss den Untersuchungen ist die Artenvielfalt in biologisch bewirtschafteten Flächen erheblich höher als in konventionell bewirtschafteten Flächen.

 

Über die Artenvielfalt in Maisfeldern, die in der Schweiz ausschliesslich zur Tierfuttererzeugung dienen, sind dem Autor dieser Studie keine aussagekräftigen Felduntersuchungen bekannt. Nach seiner eigenen Erkenntnis aus (statistisch nicht relevanten) Feldbegehungen ist diese im Vergleich zu anderen Ackerkulturen klein. Somit wirkt sich namentlich die Haltung von Tieren, welche mit einem hohen Maisfutteranteil ernährt werden (Schweine, Hühner) negativ auf die Natur aus (vgl. auch Link Mais).

 

 

5.      Verbesserungsmöglichkeiten, Forderungen

Verbesserungen bei der Produktion von Fleisch, Milch und Eiern zu Gunsten der Natur müssen die folgenden fünf Ziele anstreben:

 

-     Reduktion der Tierzahlen

-     Anlegen von ökologischen Ausgleichsflächen mit hoher biologischer Qualität auf Grün- und Ackerland

-     naturfreundlichere Bewirtschaftung der Grünland- und Ackerflächen

-     möglichst geringer Maisanteil im Tierfutter

-     kein Fisch im Tierfutter

 

Die folgende Tabelle zeigt Massnahmen zur Zielverfolgung auf. Adressaten der Massnahmen sind der Bundesgesetzgeber (B) und/oder die Produzentenorganisationen (P).

 

Ziel

Begründung

Massnahmen

Reduktion des Nutztierbestan-des

Düngermenge der Nutztiere ist zu hoch (Belastung der Gewässer, Reduktion der Artenvielfalt im Grünland)

-   Überprüfung der Direktzahlungen hinsichtlich ihrer Wirkung auf die Grösse der Nutztierbestände (B)

-   Verknüpfung der Direktzahlungen mit Bedingungen an die maximale Tierzahl (B)

-   Herabsetzung des maximalen DGVE-Wertes pro Hektare (B, P)

ökologische Ausgleichsflächen hoher biologischer Qualität auf Grün- und Ackerland

Produktionsdruck auf Nutzflächen ist zu hoch für die Erhaltung der Fauna und Flora

-   Vorschrift, dass mindestens 15% des Grünlandes extensiv bewirtschaftete Wiesen sind (B, P)

-   Vorschrift, dass auf mindestens 7% der Ackerflächen Rotations- oder Buntbrachen angelegt werden (B, P)

-   speziell auf wiesenbrütende Vögel ausgerichtete ökologische Ausgleichsflächen (B, P)

-   Wiesenschnitt mit Motormäher oder Balkenmäher

-   keine Siloballen mit Ökogras

naturfreundlichere Bewirtschaftung der Grünland- und Ackerflächen

zu intensive Nutzung gefährdet Fauna und Flora

-   Förderung der Biolandwirtschaft (B, P)

-  Vorschrift, dass IP-Tiere mit IP-Futter zu ernähren sind (P)

möglichst geringer Maisanteil im Tierfutter

Maisanbau wirkt sich negativ auf Artenvielfalt aus

-   Reduktion der Schweine- und Geflügelbestände (B, P)

kein Fisch im Tierfutter

Überfischung der Meere, Gefährdung des Meeres-ökosystems

-   Verbot von Fisch im Tierfutter (B, P)

 

Tab. 7:        Verbesserungsmöglichkeiten und Massnahmen

 

Die vorstehende Tabelle zeigt, mit welchen Massnahmen die Produktion von Fleisch, Milch und Eiern naturverträglicher gestaltet werden kann. Insbesondere das erste Ziel, die Reduktion des Nutztierbestandes macht allerdings nur dann Sinn, wenn auch die Nachfrage nach tierischen Produkten sinkt. Andernfalls würden einfach mehr tierische Erzeugnisse aus dem Ausland importiert, was keine Lösung des Problems darstellt, weil die Tierprodukte dort auch nicht naturverträglicher hergestellt werden.

 

 

6.      Fazit

Dass die Landwirtschaft tierische Produkte herstellt und die Konsumenten diese kaufen und essen, ist nicht grundsätzlich problematisch. Eine Vielzahl von wildlebenden Pflanzen und Tieren ist vielmehr auf die Erhaltung von Grünflächen durch regelmässigen Schnitt oder Beweidung angewiesen. Schädlich für die Natur ist jedoch die hohe Zahl von Nutztieren bzw. die hohe Nachfrage der Konsumenten nach tierischen Erzeugnissen und zwar unabhängig von der Produktionsart.

 

Im übrigen gilt für die Naturverträglichkeit verschiedener Methoden der Fleisch-, Milch- und Eierproduktion die folgende Rangordnung:

 

Biologische Produktion > Integrierte Produktion > konventionelle Produktion

 

(> = besser als)

 

 

7.      Einflussmöglichkeiten naturbewusster KonsumentInnen

 

Die effizienteste Massnahme, mit der KonsumentInnen eine naturfreundliche Produktion fördern können, besteht darin, weniger Lebensmittel tierischer Herkunft zu kaufen und zu essen.

 

Beim (reduzierten) Konsum tierischer Lebensmittel lässt sich die naturfreundliche Produktion auf zwei Arten fördern: Erstens indem Nahrungsmittel aus biologischer Produktion bevorzugt werden, zweitens durch den Konsum von Produkten, denen ein möglichst tiefer Kraftfutteranteil zugrunde liegt. Der Kraftfuttereinsatz bei den verschiedenen Nutztierarten ist wie folgt:

 

Schweinefleisch, Geflügel > Rindfleisch > Kuhmilch, Kalbfleisch > Schaf- und

Ziegenfleisch sowie -milch
(kein Kraftfuttereinsatz)

 

(> = grösser als)

 

In die Schweiz gelangen mittlerweile grössere Mengen von Rindfleisch aus Nord- und Südamerika. Ein Wechsel auf dieses Fleisch ist in keiner Weise eine Alternative. In Nordamerika werden die Rinder in der Regel ebenfalls mit einem hohen (Mais-)Kraftfutteranteil gemästet. Zudem werden ihnen Wachstumshormone gespritzt, die teilweise im Fleisch verbleiben und ein Risiko für die menschliche Gesundheit darstellen. Stammt das Fleisch hingegen aus Südamerika, so ist zu dessen Produktion möglicherweise Urwald gerodet worden. Jedenfalls aber fördert die Nachfrage nach solchem Fleisch künftige Urwaldrodungen.

 

Keinen Einfluss können die KonsumentInnen mit ihrem Kaufverhalten darauf nehmen, ob der Landwirt auf seinen Grünland- und Ackerflächen Ersatzlebensräume (ökologische Ausgleichsflächen) schafft. Dieses Ziel lässt sich nur erreichen, indem der Gesetzgeber oder die Produzentenorganisationen den Landwirten entsprechende Anweisungen erteilen. Daraus erhellt, dass naturbewusster Konsum mit einem (naturschutz-)politischen Engagement ergänzt werden sollte, so z.B. in einer Naturschutzorganisation, die sich gegenüber dem Staat für die entsprechenden Anliegen einsetzt (vgl. dazu auch Link "Was Sie tun können").

 

 

8.      Empfehlungen von Konsum & Natur

Zur Förderung einer naturfreundlichen Produktion empfiehlt Konsum & Natur:

 

-     anstelle von Fleisch und Eiern pflanzliche Nahrung, namentlich Getreide, Kartoffeln und Gemüse, zu essen. Für das konsumierte Restfleisch gilt: Rindfleisch sowie Schaf- und Ziegenfleisch ist gegenüber Schweinefleisch und Geflügel zu bevorzugen.

 

-     Biologisch produziertes Fleisch gegenüber konventionell und Integriert produziertem Fleisch vorzuziehen

 

-     den Konsum von Kuhmilchprodukten zu verringern und biologisch produzierte Milchprodukte zu bevorzugen

 

-     den Konsum von Eiern zu verringern und biologisch produzierte Eier zu bevorzugen

 

-     statt Fleisch zu verzehren, das mit Kraftfutter (Getreide, Soja, Kartoffeln etc.) produziert wurde, die entsprechenden Lebensmittel direkt zu geniessen

 

-     Restaurants mit biologischen Lebensmitteln anderen Restaurants vorziehen

 

 

9.      Gesundheitliche Aspekte

9.1    Fleisch

Die Zusammensetzung von Fleisch variiert stark, je nach Tierart und Teilstück. Im Durchschnitt besteht Fleisch aus[71]:

 

-     20% biologisch hochwertigem (d.h. vom menschlichen Körper verwertbarem) Eiweiss

-     5 - 40% Fett

-     nur geringe Mengen an Kohlenhydraten

-     1 - 2% Mineralstoffe, insbesondere Eisen und Zink

-     Vitamine, besonders der B-Gruppe und Vitamin A

 

Sind die vorstehenden Inhaltsstoffe in Massen genossen als gesund zu betrachten, enthält Fleisch jedoch auch Cholesterin (begünstigt koronare Herzkrankheiten) und Purine (Gichtrisiko). Eine abschliessende Aussage zum Nutzen oder Schaden einer fleischhaltigen Ernährung für die Gesundheit ist derzeit kaum möglich, weil keine genügend klaren Forschungsergebnisse vorliegen. Es gibt allerdings viele gute Hinweise, dass Menschen, die kein Fleisch verzehren - also die Vegetarier - einen besseren Gesundheitszustand haben. Die Vollwerternährung etwa lehnt Fleisch eher ab und rät Fleischessern zu maximal zwei Fleischmahlzeiten pro Woche. Die deutsche  Arbeitsgemeinschaft Ernährungsverhalten e.V. empfiehlt, höchstens 2-3 mal wöchentlich eine Fleischportion (à max. 150 g) und dazu - wegen des hohen Fettgehaltes - nicht mehr als 2 mal pro Woche Wurst (à max. 50 g) zu verzehren[72].

 

 

9.2    Milch

Vollmilch enthält die folgenden Hauptinhaltsstoffe[73]:

 

-  3.3% hochwertiges Eiweiss

-  4.6% Milchzucker

-  3.6% Fett

-  0.7% Mineralstoffe, insbesondere Calcium und Kalium

 

In Joghurt, Sauermilch und Kefir sind bioaktive Substanzen vorhanden, denen eine positive Wirkung auf die Gesundheit zugeschrieben wird. Obwohl Milch und (insb. fetthaltige) Milchprodukte etwas Cholesterin enthalten, gilt deren Konsum in mässigen Mengen als gesundheitsfördernd[74].

 

 

 

9.3    Eier

Die Nährstoffzusammensetzung von Eiern ist geprägt von folgenden Inhaltsstoffen[75]:

 

-  13% hochwertiges Eiweiss

-  11% Fett

-  1.1% Mineralstoffe

-  hoher Vitamingehalt

 

Eier enthalten allerdings relativ hohe Mengen an Cholesterin (350 mg pro Ei). Ein mässiger Verzehr (max. 2 Eier wöchentlich) gilt jedoch als unbedenklich[76].

 

 

 

Nachwort

 

Last but not least ist darauf hinzuweisen, dass die Erzeugung tierischer Lebensmittel auch von hoher tierschützerischer Relevanz ist, weil ein grosser Teil der Tiere, namentlich Schweine und Geflügel in der konventionellen Produktion, immer noch unter Bedingungen gehalten werden, die den Ansprüchen an eine tiergerechte Haltung widersprechen. Eine Reduktion des Konsums von Nahrungsmitteln tierischen Ursprungs bedeutet auch eine Verminderung des Leidens von Nutztieren.

 

 



[1]          Dazu auch Hans Brugger, Die schweizerische Landwirtschaft 1850 - 1914, Frauenfeld 1978, S. 31.

[2]          1850 etwa bevölkerten 900'000 Stück Rindvieh, 280'000 Schweine, 474'000 Schafe, 331'000 Ziegen und 107'000 Pferde die Schweiz (ebenda, S. 174).

[3]          Tierzahlen: Statistisches Jahrbuch der Schweiz 2001, Bundesamt für Statistik (Hrsg.), Zürich 2001, S. 354. Selbstversorgungsgrad und Pro-Kopf-Konsum: Bundesamt für Landwirtschaft, Agrarbericht 2001, Bern 2001, Anhänge A10 und A13.

[4]          Agrarbericht 2001, Anhang A4 und S. 222; Link Getreide; Link Mais; Link Kartoffeln.

[5]          Vgl. dazu Link Getreide.

[6]          Vgl. dazu Link Mais.

[7]          Quelle: Statistisches Jahrbuch der Schweiz 2001, S. 106. Sömmerungsweiden berechnet als Differenz zwischen der totalen landwirtschaftlich genutzten Fläche (37.3% der Landesfläche von 41'300 Quadratkilometer = 1'540'000 ha) und den übrigen landwirtschaftlichen Nutzflächen.

[8]          WWF, Auf Kosten des Tropenwaldes, Fleisch: Auch ökologisch ein Risiko, Februar 2001, S. 17.

[9]          C. Gaillard, Landwirtschaftliche Nutztiere der Schweiz, Vorlesungsunterlagen, Universität Bern 2001, S. 19.

[10]         Agrarbericht 2001, Anhang A14.

[11]         Vgl. www.landwirtschaft.ch/deutsch/tiere/rind/rind5_2.htm (Webpage des Landwirtschaftlichen Informationsdienstes LID).

[12]         Jennifer Zimmermann et al., Auf Kosten des Tropenwaldes, Fleisch: Auch ökologisch ein Risiko (Hrsg. WWF), Zürich 2001, S. 9.

[13]         Gaillard, S. 20 ff.

[14]         Agrarbericht 2001, Anhang A14.

[15]         Jennifer Zimmermann et al., S. 9.

[16]         Gaillard, S. 24.

[17]         Agrarbericht 2001, Anhang A14.

[18]         Zimmermann et al., S. 10.

[19]         Gaillard, S. 28.

[20]         Agrarbericht 2001, Anhang A14.

[21]         Zimmermann et al.. S. 9.

[22]         Gaillard, S. 29 und 33.

[23]         Agrarbericht 2001, Anhang A14.

[24]         Agrarbericht 2001, Anhang A4.

[25]         Zum Ganzen: Christine Huovinen-Hufschmid, SVS-Lehrgang Feldbotanik (Hrsg. Schweizer Vogelschutz SVS), Zürich 2001, S. 113, ergänzt durch den Autor (Bergwiesen).

[26]         Vgl. Art. 44 ff. Verordnung vom 7. Dezember 1998 über die Direktzahlungen an die Landwirtschaft (SR 910.13, Direktzahlungsverordnung); BUWAL, Kantonale Beiträge für Naturschutzleistungen der Landwirtschaft nach Art. 18d NHG, Bern 2002.

[27]         Schweizer Brutvogelatlas, Sempach 1998, S. 324. f. (Heidelerche); 326 f. (Feldlerche);

[28]         Der Wiesenschnitt darf erst nach Abschluss des Brutgeschäftes erfolgen. Brutzeiten gemäss Frieder Sauer, Vogelnester nach Farbfotos erkannt, Karlsfeld 1991.

[29]         Auf die Pflanzung von Gehölzen in einer Landschaft ohne vorbestehende Feldgehölze und nahe Wälder sollte allerdings verzichtet werden, wo die Feldlerche noch brütet. Aus Angst vor Raubvögeln hält diese regelmässig einen Abstand von 300 Metern zu Gehölzstrukturen ein.

[30]         Als Mindestmass verlangt die Direktzahlungsverordnung, dass 3.5% der mit Spezialkulturen belegten Fläche und 7% der übrigen landwirtschaftlichen Nutzfläche ökologische Ausgleichsflächen sind (Anhang Ziff. 3).

[31]         Art. 40 ff. sowie Anhang Ziff. 3 ff. Direktzahlungsverordnung.

[32]         Bezieht der Landwirt für diese Wiesen Ökobeiträge, muss er diese Vorgaben schon von Gesetzes wegen einhalten (vgl. Art. 40 ff. sowie Ziff. 3 Anhang Direktzahlungsverordnung).

[33]         Art. 14 Abs. 4 Bundesgesetz vom 24. Januar 1991 über den Schutz der Gewässer (SR 814.20).

[34]         Die durch eine Düngergrossvieeinheit DGVE jährlich ausgeschiedene Nährelementmenge beträgt 105 kg Stickstoff und 15 kg Phosphor. Dies entspricht dem jährlichen Anfall von Gülle und Mist einer 600 kg schweren Kuh resp. 6 Mastschweinen resp. 100 Legehennen.

[35]         Die Mehrzahl der Kantone (15) übernahm die folgende Abstufung: Ackerbau/Übergangszone: 3.0 DGVE; Voralpine Hügelzone: 2.5 DGVE; Bergzone I: 2.1 DGVE; Bergzone II: 1.8 DGVE; Bergzone III: 1.6 DGVE; Bergzone IV: 1.4 DGVE (Zimmermann et al., S. 7).

[36]         Die Obergrenze für den ökologischen Landbau - im Flachland - setzt Weiger bei 1.4 Dungeinheiten pro Hektare an (vgl. Hubert Weiger  / Helga Willer, S. 39).

[37]         Derzeit schreibt die Stoffverordnung vom 9. Juni 1986 (SR 814.013) in einem sog. "Gummiartikel" bloss vor, dass flüssige Dünger nur ausgebracht werden dürfen, "wenn der Boden saug- und aufnahmefähig ist" (vgl. Anhang Ziff. 321 Abs. 2).

[38]         Hubert Weiger  / Helga Willer, S. 29.

[39]         Berechnungsgrundlage: Stickstoffausscheidung einer Kuh = 105 kg / Jahr, vgl. Art. 23 Gewässerschutzverordnung vom 28. Oktober 1998 (SR 814.201).

[40]         Zimmermann, S. 17.

[41]         ebenda, S. 14.

[42]         So werden etwa eingesetzt: pro Hektare 200 - 300 kg Phosphor und Kalium- Dünger (0% N, 20% P, 20% K), 2 Herbizidspritzungen, 1 - 2 Insektizidspritzungen gegen Wanzen, teils mit besonders umweltschädlichen Organophosphaten, 1 Insektizidspritzung oder Behandlung mit Baclovirus gegen die Lagarta-Raupe, Fungizide, evtl. Staudenabbrennmittel zur Beschleunigung der Bohnenreife (Mitteilung eines Landwirtes aus Paraguay, Dezember 2001).

[43]         Laut der Uno ist bereits über ein Viertel der weltweiten Fischgründe überfischt (sprich: ausgebeutet), bei drei Vierteln sind Einschränkungen oder Fischereiverbote nötig, um sie in Zukunft noch nutzen zu können (NZZ vom 28. Juli 2002, S. 2).

[44]         Die Einhaltung der Anforderungen des ÖLN ist Voraussetzung für den Bezug von Direktzahlungen. 95% der Landwirtschaftlichen Nutzflächen werden nach den Anforderungen des ÖLN bewirtschaftet (Mitteilung vom 23.11.2001 von Hr. Meerstetter, Landwirtschaftliche Beratungszentrale Lindau LBL).

[45]         Vgl. oben Kap. 2.

[46]         Vgl. DZV, Anhang, Ziff. 3. Die 7% beziehen sich auf die landwirtschaftliche Nutzfläche des jeweiligen Betriebs.

[47]         Gemäss Richtlinien für den ökologischen Leistungsnachweis (ÖLN), Juli 2001 (Hrsg. Kt. ZH, anerkannt vom Bundesamt für Landwirtschaft am 19. Juli 2001), S. 15. Zudem bleibt in der Berechnung der Nährstoffbilanz der Eintrag von Stickstoff aus der Luft (Luftverschmutzung) und die Stickstoffbindung der Bodenbakterien unberücksichtigt.

[48]         GVO-Futter: Futter, das aus genmanipulierten Pflanzen hergestellt wird (Gen-Soya, Gen-Mais).

[49]         Vgl. IP-Suisse, Label für Fleisch, Zollikofen 2001.

[50]         Vgl. oben Kap. 2.

[51]         Vgl. DZV, Anhang, Ziff. 3. Die 7% beziehen sich auf die landwirtschaftliche Nutzfläche des jeweiligen Betriebs.

[52]         Gemäss Richtlinien für den ökologischen Leistungsnachweis (ÖLN), Juli 2001 (Hrsg. Kt. ZH, anerkannt vom Bundesamt für Landwirtschaft am 19. Juli 2001), S. 15. Zudem bleibt in der Berechnung der Nährstoffbilanz der Eintrag von Stickstoff aus der Luft (Luftverschmutzung) und die Stickstoffbindung der Bodenbakterien unberücksichtigt.

[53]         Verordnung vom 22. September 1997 über die biologische Landwirtschaft und die entsprechende Kennzeichnung der pflanzlichen Erzeugnisse und Lebensmittel (SR 910.18, Bio-Verordnung); Verordnung vom 22. September 1997 des EVD über die biologische Landwirtschaft (SR 910.181).

[54]         Vgl. oben Kap. 2.

[55]         Vgl. DZV, Anhang, Ziff. 3. Die 7% beziehen sich auf die landwirtschaftliche Nutzfläche des jeweiligen Betriebs.

[56]         Nach dem sog. DOK-Versuch, dessen Ergebnisse als Richtgrösse gelten können, ist der Nährstoffeinsatz in biologischen Kulturen erheblich geringer als in der konventionellen Landwirtschaft (mineralischer Stickstoff minus 65%; Phosphor minus 40%; Kalium minus 45%): FiBL Dossier Nr. 1, Bio fördert Bodenfruchtbarkeit und Artenvielfalt, Erkenntnisse aus 21 Jahren DOK-Versuch, Frick August 2000, S. 5.

[57]         Art. 12 Abs. 4 Bio-Verordnung.

[58]         Art. 12 Abs. 3 Bio-Verordnung.

[59]         FiBL, Kurzfassung zu den Anforderungen im Biolandbau, 2001.

[60]         Die Einhaltung der Anforderungen des ÖLN ist Voraussetzung für den Bezug von Direktzahlungen. 95% der Landwirtschaftlichen Nutzflächen werden nach den Anforderungen des ÖLN bewirtschaftet (Mitteilung vom 23.11.2001 von Hr. Meerstetter, Landwirtschaftliche Beratungszentrale Lindau LBL).

[61]         Vgl. oben Kap. 2.

[62]         Gemäss Richtlinien für den ökologischen Leistungsnachweis (ÖLN), Juli 2001 (Hrsg. Kt. ZH, anerkannt vom Bundesamt für Landwirtschaft am 19. Juli 2001), S. 15. Zudem bleibt in der Berechnung der Nährstoffbilanz der Eintrag von Stickstoff aus der Luft (Luftverschmutzung) und die Stickstoffbindung der Bodenbakterien unberücksichtigt.

[63]         Vgl. IP-Suisse, Label für Fleisch, Zollikofen 2001.

[64]         Vgl. oben Kap. 2.

[65]         Gemäss Richtlinien für den ökologischen Leistungsnachweis (ÖLN), Juli 2001 (Hrsg. Kt. ZH, anerkannt vom Bundesamt für Landwirtschaft am 19. Juli 2001), S. 15. Zudem bleibt in der Berechnung der Nährstoffbilanz der Eintrag von Stickstoff aus der Luft (Luftverschmutzung) und die Stickstoffbindung der Bodenbakterien unberücksichtigt.

[66]         Verordnung vom 22. September 1997 über die biologische Landwirtschaft und die entsprechende Kennzeichnung der pflanzlichen Erzeugnisse und Lebensmittel (SR 910.18, Bio-Verordnung); Verordnung vom 22. September 1997 des EVD über die biologische Landwirtschaft (SR 910.181).

[67]         Vgl. oben Kap. 2.

[68]         Nach dem sog. DOK-Versuch, dessen Ergebnisse als Richtgrösse gelten können, ist der Nährstoffeinsatz in biologischen Kulturen erheblich geringer als in der konventionellen Landwirtschaft (mineralischer Stickstoff minus 65%; Phosphor minus 40%; Kalium minus 45%): FiBL Dossier Nr. 1, Bio fördert Bodenfruchtbarkeit und Artenvielfalt, Erkenntnisse aus 21 Jahren DOK-Versuch, Frick August 2000, S. 5.

[69]         Art. 12 Abs. 4 Bio-Verordnung.

[70]         Art. 12 Abs. 3 Bio-Verordnung.

[71]         Der kleine "Souci-Fachmann-Kraut", Lebensmitteltabelle für die Praxis, Stuttgart 1991, S. 99 ff.

[72]         Arbeitsgemeinschaft Ernährungsverhalten e.V., Auswirkungen der Nachfrage nach Fleisch, S. 1 ff., in: www.agev-rosenheim.de/wissenswertes/ev/auswirkungen/fleisch.htm

[73]         Der kleine "Souci-Fachmann-Kraut", S. 16.

[74]         Arbeitsgemeinschaft Ernährungsverhalten e.V., Auswirkungen der Nachfrage nach Milch und Milchprodukten, S. 1 ff., in: www.agev-rosenheim.de/wissenswertes/ev/auswirkungen/milch.htm

[75]         Der kleine "Souci-Fachmann-Kraut", S. 84.

[76]         Arbeitsgemeinschaft Ernährungsverhalten e.V., Auswirkungen der Nachfrage nach Eiern, S. 1 f., in: www.agev-rosenheim.de/wissenswertes/ev/auswirkungen/eier.htm