Naturverträglichkeit von Getreide (Weizen, Gerste, Hafer, Roggen, Triticale, Dinkel)

 

Autor: Dr. Hans Maurer, 8001 Zürich

Stand: Anfang 2002

 

 

Inhalt

 

1. Ausgangslage. 1

1.1 Getreidebau und Natur in der Kulturgeschichte. 1

1.2 Getreidekonsum und Getreideanbau, Bedeutung für die Biodiversität 2

1.3. Anbautechnik (Prinzip) 3

2. Kennzeichen einer naturfreundlichen Getreideproduktion (Idealzustand) 4

3. Tatsächliche Produktionsweise. 7

3.1 Konventionelle Produktion. 7

3.2 Integrierte Produktion (Extensogetreide) 9

3.3 Biologische Produktion. 10

3.4 Resultate aus Felduntersuchungen. 12

3.5 Verbesserungsmöglichkeiten, Forderungen von Konsum & Natur 12

4. Fazit 12

5. Einflussmöglichkeiten naturbewusster KonsumentInnen.. 13

6. Empfehlungen von Konsum & Natur. 13

7. Gesundheitliche Aspekte. 14

 

 

1.  Ausgangslage

1.1            Getreidebau und Natur in der Kulturgeschichte

Getreide zählen zu den ältesten Kulturpflanzen Europas[1]. Bereits die Jungsteinzeitmenschen (3000 - 2500 v. Chr.) bauten verschiedene Getreide wie Hirse, Gerste, Dinkel- und Einkornsorten an. Während der 5'000-jährigen Getreidewirtschaft auf unseren Äckern gelang es einer Vielzahl von Pflanzen und Tieren, sich diese Anbauflächen als Lebensraum zu erschliessen. Im Laufe der Jahrhunderte bildete sich zwischen der Landwirtschaft und vielen wildlebenden Pflanzen und Tieren eine echte Symbiose heraus, d.h. die Erhaltung einer Reihe von Arten und Ökosystemen war eng an die Weiterführung (traditioneller) landwirtschaftlicher Tätigkeiten geknüpft, und die Landwirtschaft war Nutzniesserin der biologischen Vielfalt. Mit der Mechanisierung und Chemisierung der Landwirtschaft (sog. Industrialisierung), welche in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts einsetzte, verschlechterten sich die Lebensbedingungen für Pflanzen und Tiere in der Kulturlandschaft dramatisch.

 

 

1.2            Getreidekonsum und Getreideanbau, Bedeutung für die Biodiversität

Die Schweizer Bevölkerung verzehrt heute rund 540'000 Tonnen Getreide pro Jahr, wovon 51% im Inland angebaut werden. Weitere 950'000 Tonnen Getreide verfüttern die Bauern jährlich an Tiere (vorab an Mastschweine und Rindvieh). Davon stammen 90% aus inländischer Produktion[2].

 

Der Getreidebau (Brot- und Futtergetreide) nimmt in der Schweiz mehr als die Hälfte des offenen Ackerlandes ein. Die folgenden zwei Tabellen zeigen die Anbauflächen der verschiedenen Getreidearten[3]:

 

Brotgetreide

 

Anbaufläche 2000

(in ha)

Anteil an der gesamten offenen Ackerfläche
(= 292'548 ha)

Weizen

94'109

32.2 %

Dinkel

1'467

0.5%

Roggen

3'643

1.2%

Mischel (sprich: Gemisch) von Brotgetreide

41

 

0.0%

total

99'259

33.9%

 

 

Futtergetreide (ohne Mais)

 

Anbaufläche 2000

(in ha)

Anteil an der gesamten offenen Ackerfläche
(= 292'548 ha)

Gerste

45'741

15.6%

Hafer

5'067

1.7%

Mischel von Futtergetreide

291

0.0%

Triticale (Kreuzung von Weizen und Roggen)

10'306

 

3.5%

total

61'405

20.8%

 

Weil der Getreideanbau in der Schweiz rund 55% der Ackerflächen belegt, kommt der naturfreundlichen Getreideproduktion eine Schlüsselfunktion für die Erhaltung und Förderung der Biodiversität   zu.

 

Neben den oben aufgelisteten Getreidearten werden in der Schweiz 22'006 ha Körnermais (7.5% der Ackerfläche) und 40'486 ha Silo- und Grünmais (= 13.8% der Ackerfläche) angebaut. Die ganze Schweizer Maisproduktion dient der Herstellung von Tierfutter. Die Naturrelevanz der Maisproduktion ist Gegenstand einer separaten Studie (vgl. Link Mais).

 

Zudem sei darauf hingewiesen, dass die gesamte Produktionsfläche für Futtergetreide (Mais, Gerste, Hafer, Triticale) 123'897 ha (= 42.1% der Ackerfläche) beansprucht. Zusätzlich werden noch rund 1/3 des Brotgetreides an Tiere verfüttert [4] , weshalb die effektive schweizerische Ackerfläche für Getreide-Tierfutter rund 155'000 ha (= 53%) beträgt. Die insgesamt für die Tierfutterproduktion eingesetzte Ackerfläche liegt allerdings noch (etwas) höher, weil weitere Produkte wie Rüben und Kartoffeln in der Tiermast enden. Dass der überwiegende Teil unseres Ackerlandes der Produktion von Tierfutter unterworfen wird, ist eine Folge der real existierenden Nachfrage nach Fleisch und tierischen Lebensmitteln. Wieviel tierische Lebensmittel jemand konsumiert, ist in keiner Weise vorbestimmt oder naturgegeben, sondern eine Frage der Kultur, persönlichen Vorliebe und finanziellen Lage sowie bei wenigen Menschen ein bewusster Entscheid, der auf ethischen, ökologischen und gesundheitlichen Überlegungen basiert. Konsum & Natur vertieft das Thema "Fleisch" in einer separaten Studie (vgl. Link Fleisch).

 

 

1.3            Anbautechnik (Prinzip)

Getreide kann in unseren Breitengraden grundsätzlich im Herbst (Ende September bis Ende November: Wintergetreide) oder im Spätwinter/Frühling (Februar bis Ende April: Sommergetreide) angesät werden[5]. Noch vor 30 Jahren war ein grosser Teil des Getreides Sommergetreide. Seit den 70er Jahren stellten die Landwirte jedoch fast vollständig auf Wintergetreide um, weil sie dadurch rund 15% höhere Erträge erzielen. Einzig Hafer sowie Mais werden noch überwiegend (Hafer) bzw. vollständig (Mais) als Sommergetreide angebaut, weil sie frostempfindlich sind.

 

Die traditionelle und nach wie vor übliche Vorbereitung des Feldes besteht im Umbruch des Bodens mit dem Pflug und der Zerkleinerung der Erdschollen mit der Egge. Das Pflügen bezweckt hauptsächlich, die auf dem Feld wachsenden "Unkräuter" (Wildkräuter, Ackerbegleitflora) in tiefere Humusschichten zu befördern, damit sie die keimenden Getreidepflänzchen nicht im Wachstum behindern. Eine neuere Anbautechnik ist die Direktsaat. Dabei wird die Anbaufläche nicht gepflügt, sondern vor der Saat lediglich aufgelockert. Die Direktsaat erfordert allerdings praktisch immer eine vorgängige Herbizidbehandlung, weil sonst die bereits im Feld stockenden Wildkräuter die jungen Getreidepflanzen überwuchern würden.

 

Aus betriebswirtschaftlicher Sicht bestehen die primären Herausforderungen im Getreidebau darin, einerseits die Pilzkrankheiten, andererseits die "Unkräuter" unter Kontrolle zu bringen. Hierzu entwickelte die konventionelle und die biologische Landwirtschaft verschiedene Strategien, namentlich die Züchtung resistenter Sorten, eine geeignete Feldbewirtschaftung, das Tolerieren von Pilzbefall und Wildkräutern bis zu einer bestimmten Schadschwelle, Einsatz von Pestiziden. Lediglich eine geringe Bedeutung haben Schäden, die auf Insekten oder andere Tiere zurückgehen.

 

 

2.  Kennzeichen einer naturfreundlichen Getreideproduktion (Idealzustand)

Damit die real existierende Bewirtschaftung unserer Getreidefelder einer ökologischen Beurteilung zugänglich wird, ist es zunächst nötig, einen Idealzustand zu definieren. Dieser zeichnet sich durch die folgenden neun Merkmale aus:

 

1.   Keine Verwendung von Pestiziden, insbesondere keine Herbizide und Insektizide:

 

Weil Herbizide kaum je spezifisch auf ein einziges "Unkraut" wirken, führt ihr Einsatz regelmässig zur Vernichtung vieler oder gar aller Pflanzenarten, die neben dem Getreide wachsen. Ein hoher Teil dieser Ackerbegleitflora ist jedoch selten, zahlreiche Arten sind gefährdet oder bereits ausgerottet[6]. Die neben der Hauptkultur wachsenden Wildpflanzen sind die Nahrungsbasis für eine Vielzahl von Insekten, Kleinsäugern und Vögeln. So ist (für Norddeutschland) etwa erstellt, dass von 102 typischen Pflanzen der Ackerbegleitflora 1'200 pflanzenfressende Tierarten leben[7]. Von einer Pflanzenart hängen 10 bis 20 Tierarten existenziell ab[8]. Werden diese Pflanzen abgetötet, finden die von ihnen lebenden Insekten, Vögel und Kleinsäuger keine Nahrung mehr. Da praktisch alle Vögel ihre Jungen mit (proteinreicher)  Insektennahrung aufziehen, wirkt sich der Rückgang von Insektenpopulationen unmittelbar negativ auf die Vogelwelt aus.

 

Insektizide töten regelmässig nicht nur die anvisierten "Schädlinge", sondern weitere Insektenarten. Da Insekten am Anfang der Nahrungskette stehen, sichert ihre Existenz die Ernährung der Tiere, die ihnen in der Nahrungskette folgen (Kleinnager, Fledermäuse, Fuchs, Dachs, Singvögel, Greifvögel etc.). Glücklicherweise sind Insektizideinsätze in schweizerischen Getreidefeldern mittlerweile auch in der konventionellen Produktion grundsätzlich verboten und nur mit einer Sonderbewilligung statthaft (vgl. dazu hinten Kap. 3).

 

Nicht unter dieses Verbot fallen jedoch die Beizmittel (Behandlung des Saatgutes gegen Schädlingsbefall, insbesondere gegen Drahtwürmer). Dazu wird in der Schweiz der Wirkstoff "Fipronil", ein Insektizid aus der Phenylpyrazolgruppe mit neurotoxischer Wirkung, eingesetzt. Fipronil hat eine Breitbandwirkung gegen Insekten, tötet namentlich Bienen, Ameisen[9] und Spinnen, und ist ein starkes Fischgift. Da Fipronil im Boden eine Halbwertszeit von 3 bis 7.3 Monaten hat, schädigt es die Insektenwelt - namentlich auch die Nützlinge und Nichtschädlinge - während der ganzen Getreidesaison[10]. Die eingesetzte Wirkstoffmenge ist vergleichbar mit einer Feldbehandlung mit der Spritze[11].

 

Fungizide sind zum Teil schädlich für die Regenwurmfauna[12]. Da Regenwürmer nicht nur Nahrung für Kleinsäuger und Vögel sind, sondern auch die Bodenfruchtbarkeit erhalten, sollte auch auf Fungizide verzichtet werden. Im Vergleich zu Herbiziden und Insektiziden ist die Schadwirkung der Fungizide auf die Natur jedoch gering.

 

Konventionelle Getreidefelder werden zudem mit Wachstumsregulatoren behandelt. Diese chemischen Mittel bewirken, dass die Getreidepflanzen nicht zu stark in die Höhe wachsen. Damit wird ein Umknicken oder Umfallen der Getreidepflanzen vermieden und das Risiko des Auswachsens des Korns (d.h. die Keimung der reifen Körner in der Ähre) vermindert. Wachstumsregulatoren sind für die Natur weniger schädlich als Herbizide, Insektizide und Fungizide. So hat etwa der Wirkstoff Ethephon für Säugetiere, Vögel und Fische nur leichte Giftwirkung[13].

 

2.   Sparsamer und jahreszeitlich richtiger Einsatz von Dünger:

 

Je höher die ausgebrachte Düngermenge, desto stärker ist die Belastung von Oberflächengewässern (Flüsse, Bäche, Seen) durch Phosphat und Nitrat. Die Oberflächengewässer sind heute an den meisten Orten ausserhalb der Hochgebirge überdüngt, was zur Folge hat, dass darin andere Pflanzen- und Tierarten leben als in nährstoffarmen Gewässern. So ist namentlich eine Vielzahl von Insekten und Pflanzen, die sich nur in sehr sauberem Wasser entwickeln können, heute gefährdet oder vom Aussterben bedroht.

 

3.   Keine mechanische Unkrautbekämpfung mit Striegel oder Hacke (d.h. mit einem an den Traktor angehängten Gerät) nach Mitte April:

 

Die mechanische Unkrautbekämpfung nach Mitte April zerstört die Gelege von bodenbrütenden Vögeln wie Feldlerche[14], Grauammer[15], Wachtel[16] und Rebhuhn[17]. Beim Befahren des Feldes mit der Spritze können zwar ebenfalls Gelege zerstört werden. Da die Auflagefläche der Traktorenräder nur etwa 10% der behandelten Fläche beträgt, ist das Zerstörungsrisiko jedoch viel geringer als bei der mechanischen Unkrautbekämpfung.

 

Das Problem der mechanischen Unkrautbekämpfung ist im wesentlichen nur beim Sommergetreide aktuell, weil das Unkraut im Wintergetreide kaum je später als im April mechanisch bekämpft werden kann (Die Getreidepflanzen sind dann bereits zu hoch für eine solche Behandlung).

 

4.   Massvolles Eindämmen der Ackerbegleitflora (Herbizideinsatz, mechanische Bekämpfung, Verzicht auf Unkrautbekämpfung ab Mitte Juni):

 

Unkrautdeckungsgrade von 5 - 10% (bis 50 Wildpflanzen pro Quadratmeter ohne Problemunkräuter) bewirken keine wirtschaftliche Einbusse[18].

 

Der Verzicht auf die Unkrautbekämpfung ab Mitte Juni ermöglicht eine sog. Spätverunkrautung, wodurch verschiedene Wildpflanzen profitieren können. So kommt etwa der in weiten Teilen der Schweiz stark gefährdete Ackerrittersporn regelmässig erst nach der Ernte zum Blühen.

 

5.   Keine zu dichten Getreidekulturen:

 

Zu dichte Getreidekulturen verdrängen die Ackerbegleitflora und lassen bodenbrütenden Vögeln keinen Raum. Allenfalls können auch bewusst "Lichtinseln" geschaffen werden, indem an einigen Stellen nur ein Drittel an Saatgut (z.B. 150 statt 450 Weizenkörner pro Quadratmeter) ausgebracht wird. Leider kann der Ertragsausfall durch solche Lichtinseln bislang nur (aber immerhin dann) mit Ökobeiträgen ausgeglichen werden, wenn die lichte Fläche als Ackerschonstreifen mit mindestens 3 und maximal 12 Metern Breite angelegt wird[19].

     

6.   Nach der Ernte Feld noch einige Wochen (bis etwa Ende September) brach (d.h. unbearbeitet) liegen lassen:

 

Ziel dieser Massnahme ist, dass die Ackerbegleitflora reife Samen bilden kann. Viele Wildpflanzen (z.B. Ackerrittersporn, Gemeine Ackerröte, Eiblättriges Leimkraut) kümmern im Getreidefeld mangels Licht vor sich hin und entwickeln sich erst richtig nach dem Schneiden des Korns.

 

7.   Auf einem Teil des Getreidefeldes Anlage einer mindestens 3 Meter breiten Buntbrache oder Rotationsbrache:

 

Buntbrachen und Rotationsbrachen dienen als Ersatzlebensräume für Tiere und Pflanzen. Der Ertragsausfall wird durch Ökobeiträge weitgehend kompensiert: jährliche Beiträge von CHF 3000.-/ha für Buntbrache bzw. CHF 2500.-/ha für Rotationsbrache[20]. Die Bracheflächen dürfen nicht zu dicht gesät werden; in der Regel genügt die Hälfte der vom Saatgutverkäufer empfohlenen Menge.

 

8.   Kein Mähen der Wiesenstreifen entlang von Wegen ab Mitte April:

 

Von Gesetzes wegen müssen entlang von Wegen Wiesenstreifen von 0.5 Metern Breite belassen bzw. angelegt werden[21]. Diese sollten ab Mitte April bis zur Ernte nicht gemäht werden (vgl. dazu oben Pkt. 3).

 

9.   Anbau eines Teils Sommergetreide:

 

Ein Teil des Getreides sollte aus Sommergetreide (namentlich Sommerhafer, vgl. oben Kap. 1.3) bestehen, weil dieses im Vergleich zu Wintergetreide im Frühling und Frühsommer einen tieferen Bodenbedeckungsgrad hat. Davon profitiert nicht nur die Ackerbegleitflora. Gewisse Vogelarten wie namentlich der Kiebitz und die Wachtel können nur erfolgreich brüten bzw. ihre Jungen führen, wenn das Getreide nicht zu dicht steht.

 

Getreidefelder, die auf diese Art bewirtschaftet werden, dienen Dutzenden seltener Tier- und Pflanzenarten als Lebensraum. Insbesondere die in der Schweiz stark bedrohten, traditionellerweise in Getreidefeldern brütenden Vogelarten (vgl. oben Pkt. 3) könnten ihre Bestände so wieder aufbauen. Dasselbe gilt für die teils stark gefährdete Ackerbegleitflora.

 

 

3.  Tatsächliche Produktionsweise

In der Schweiz ist der Getreidemarkt dreigeteilt in Erzeugnisse aus konventioneller, Integrierter und biologischer Produktion [22] . Die vorliegenden Ausführungen widmen sich deshalb diesen drei Produktionsformen (vgl. zum Ganzen auch Link Naturverträglichkeit verschiedener Landbaumethoden).

 

 

3.1            Konventionelle Produktion

Bei der konventionellen Getreideproduktion hat der Bauer die Anforderungen des in der Direktzahlungsverordnung (DZV)[23] festgelegten Ökologischen Leistungsnachweises (ÖLN) einzuhalten[24]. Unter dem Aspekt des naturfreundlichen Getreidebaus sind die Produktionsvorgaben des ÖLN wie folgt zu beurteilen:

 

 


Kennzeichen eines  naturfreundlichen Getreidebaus[25]

konventionelle Produktion

Bewertung des Einflusses auf die Natur

negativ - neutral - positiv

keine Herbizide

Herbizide zulässig

negativ

keine Insektizide

Insektizide nur mit Sonderbewilligung des kantonalen Landwirtschaftsamtes statthaft. Diese wird durchschnittlich für rund 10% der Getreideflächen erteilt. 95% der Insektizideinsätze richten sich gegen das Getreidehähnchen und werden mit teilweise nützlingsschonenden Wirkstoffen vorgenommen.

(weitgehend) positiv

keine Beizmittel

Beizmittel zulässig

negativ

keine Fungizide

Fungizide zulässig

negativ bis neutral

keine Wachstums-
regulatoren

Wachstumsregulatoren zulässig

negativ-neutral

sparsamer Düngereinsatz

hoher Düngereinsatz (im Vergleich zu Integrierter und biologischer Produktion). Da Düngermenge 10% über ausgeglichener Düngerbilanz liegen darf[26]: Belastung von Oberflächengewässern und Grundwasser

negativ

massvolles Eindämmen der Ackerbegleitpflanzen

nicht erfüllt, die Felder werden weitgehend von Wildpflanzen frei gehalten.

negativ

kein Striegeln oder Hacken ab Mitte April

da Unkrautbekämpfung mit Herbiziden erfolgt, entfällt das Striegeln oder Hacken

positiv

nicht zu dichte Kultur

infolge hohen Düngereinsatzes sind die Kulturen für die meisten Ackerbegleitkräuter und bodenbrütenden Vögel zu dicht

negativ

nach der Ernte einige Wochen Brache

in der Regel erfüllt bzw. erfüllbar. Da die Ackerbegleitflora weitgehend durch Herbizide vernichtet wird, ist der Nutzen einer Brachezeit klein.

neutral

Anlegen einer Buntbrache oder Rotationsbrache

erfüllbar, bislang wurden solche Brachen jedoch nur selten angelegt

negativ (positiv, falls Brachen realisiert)

kein Mähen der Wiesenstreifen entlang der Feld-
wege ab Mitte April

erfüllt bzw. erfüllbar

neutral bis positiv

Anbau eines Teiles Sommergetreide

erfüllbar, abhängig vom Nachfragemarkt für Hafer

neutral

Gesamtbeurteilung

negativ

 

 

3.2            Integrierte Produktion (Extensogetreide)

Bei der Integrierten Produktion (IP) hat der Bauer über die Anforderungen des ÖLN hinaus die Auflagen von Art. 55 Direktzahlungsverordnung[27] und die Vorgaben der Produzentenorganisation IP-Suisse zu beachten[28]. Der Bund richtet für diese Anbaumethode als Ausgleich für die extensivere Produktion Direktzahlungen von CHF 400.- pro Hektare und Jahr aus[29]. Im Jahre 2000 belief sich die Anbaufläche für das auf diese Weise erzeugte Getreide (sog. Extensogetreide auf 80'200 ha[30], was rund der Hälfte der gesamten Getreideanbaufläche entspricht. Unter dem Aspekt des naturfreundlichen Getreidebaus sind die Produktionsvorgaben wie folgt zu beurteilen:

 

 

Kennzeichen eines  naturfreundlichen Getreidebaus[31]

Integrierte Produktion

Bewertung des Einflusses auf die Natur

negativ - neutral - positiv

keine Herbizide

Herbizide zulässig, jedoch nicht im Herbst (Ausnahme: bei Roggen und Direktsaaten sind Herbizide schon im Herbst erlaubt).

Erlaubt sind nur Nachauflaufherbizide, die auf der IP-Herbizidliste aufgeführt sind. Dadurch entfallen Totalherbizide.

negativ (jedoch besser als bei konventioneller Produktion)

keine Insektizide

Insektizide verboten

positiv

keine Beizmittel

Beizmittel erlaubt (Insektizid)

negativ

keine Fungizide

Fungizide verboten

neutral bis positiv[32]

keine Wachstums-
regulatoren

Wachstumsregulatoren verboten

neutral bis positiv[33]

sparsamer Düngereinsatz

Düngermenge tiefer als bei  konventioneller, aber höher als bei biologischer Produktion. Maximal 65 kg mineralischer P2O5 pro ha Labelgetreide. Mineralischer Stickstoff-Dünger darf nicht im Herbst und nicht nach Beginn des Ährenschiebens eingesetzt werden. Pro Gabe höchstens 60 kg N/ha. Düngerplanung muss auf Bodenproben basieren. Da Düngerbilanz ausgeglichen: kaum Belastung der Oberflächengewässer.

neutral

massvolles Eindämmen der Ackerbegleitpflanzen

in geringem Umfang erfüllt, insb. durch Verbot der Herbstspritzung, die Felder werden im übrigen weitgehend von Wildpflanzen frei gehalten

negativ bis neutral

kein Striegeln oder Hacken ab Mitte April

da Unkrautbekämpfung mit Herbiziden erfolgt, entfällt das Striegeln oder Hacken

positiv

nicht zu dichte Kultur

infolge Düngereinsatzes sind die Kulturen für die meisten Ackerbegleitkräuter und bodenbrütenden Vögel zu dicht

negativ

nach der Ernte einige Wochen Brache

in der Regel erfüllt bzw. erfüllbar. Da die Ackerbegleitflora weitgehend, jedoch weniger stark als beim konventionellen Anbau, durch Herbizide vernichtet wird, ist der Nutzen einer Brachezeit gering bis mittelgross.

neutral

Anlegen einer Buntbrache oder Rotationsbrache

erfüllbar, bislang wurden solche Brachen jedoch nur selten angelegt

negativ (positiv, falls Brachen realisiert)

kein Mähen der Wiesenstreifen entlang der Feld-
wege ab Mitte April

erfüllt bzw. erfüllbar

neutral bis positiv

Anbau eines Teiles Sommergetreide

erfüllbar, abhängig vom Nachfragemarkt für Hafer

neutral

Gesamtbeurteilung

neutral

 

 

3.3            Biologische Produktion

Die biologische Produktion richtet sich einerseits nach den einschlägigen Vorschriften des Bundes [34] , anderseits nach den Vorgaben der jeweiligen Produzenten- oder Abnehmerorganisation, in die der Landwirt vertraglich eingebunden ist (dazu Link Naturverträglichkeit verschiedener Landbaumethoden). Die Produktionsvorgaben gehen erheblich über die Anforderungen des ÖLN hinaus und sind unter dem Aspekt des naturfreundlichen Getreidebaus wie folgt zu beurteilen:

 

 

Kennzeichen eines  naturfreundlichen Getreidebaus[35]

Biologische Produktion

Bewertung des Einflusses auf die Natur

negativ - neutral - positiv

keine Herbizide

Herbizide verboten

positiv

keine Insektizide

Insektizide verboten

positiv

keine Beizmittel

Beizmittel verboten

positiv

keine Fungizide

Fungizide verboten

neutral bis positiv[36]

keine Wachstums-
regulatoren

Wachstumsregulatoren verboten

neutral bis positiv[37]

sparsamer Düngereinsatz

Düngermenge erheblich tiefer als bei  konventioneller und Integrierter Produktion[38], obwohl von Gesetzes wegen bei "besten Bedingungen im Talgebiet" bis 2.5 DGVE erlaubt[39].  Keine synthetischen Dünger. Düngerplanung muss auf Boden- oder Pflanzenanalysen basieren[40]. Da Düngerbilanz ausgeglichen: keine Belastung der Oberflächengewässer.

neutral bis positiv

massvolles Eindämmen der Ackerbegleitpflanzen

teilweise bis weitgehend erfüllt. Die Felder werden von Wildpflanzen frei gehalten, soweit eine wirtschaftliche Einbusse droht.

neutral bis positiv

kein Striegeln oder Hacken ab Mitte April

bei Wintergetreide: in der Regel keine mechanische Unkrautbekämpfung mit Striegel oder Hacke nach Ende April.

bei Sommergetreide (v.a. Hafer): Einsätze regelmässig auch später als Ende April.

neutral - positiv bei Winterget-reide

 

negativ bei Sommergetreide

nicht zu dichte Kultur

trotz tieferem Düngereinsatz sind die Kulturen für viele Ackerbegleitkräuter und bodenbrütenden Vögel oft noch zu  dicht

neutral bis positiv

nach der Ernte einige Wochen Brache

in der Regel erfüllt bzw. erfüllbar. Da die Ackerbegleitflora während der Kulturzeit nur teilweise eliminiert wird, ist der Nutzen einer Brachezeit hoch.

positiv

Anlegen einer Buntbrache oder Rotationsbrache

erfüllbar, bislang wurden solche Brachen jedoch nur selten angelegt

negativ (positiv, falls Brachen realisiert)

kein Mähen der Wiesenstreifen entlang der Feld-
wege ab Mitte April

erfüllt bzw. erfüllbar

neutral bis positiv

Anbau eines Teiles Sommergetreide

erfüllbar, abhängig vom Nachfragemarkt für Hafer

neutral

Gesamtbeurteilung

neutral bis positiv

 

 

3.4            Resultate aus Felduntersuchungen

Über die Artenvielfalt in Agrarflächen, darunter auch Getreideanbauflächen, wurden in den vergangenen 15 Jahren Dutzende von Felduntersuchungen durchgeführt. Die Resultate sind zusammengefasst unter Naturverträglichkeit verschiedener Landbaumethoden, Kap. 3.4.

 

Die Untersuchungen zeigen, dass biologisch bewirtschaftete Flächen für Fauna und Flora viel besser sind, als konventionell genutzte Flächen.

 

 

3.5            Verbesserungsmöglichkeiten, Forderungen von Konsum & Natur

Bei allen Systemen lassen sich erhebliche Verbesserungen dadurch bewirken, dass die Landwirte auf Teilflächen Buntbrachen, Rotationsbrachen oder Ackerschonstreifen anlegen. Wie bereits erwähnt, wird ihnen diese Naturschutzleistung vom Staat mit ökologischen Direktzahlungen abgegolten.

 

Zur Verbesserung der Naturverträglichkeit der Landwirtschaft fordert Konsum & Natur vom Gesetzgeber, dass auf jedem Betrieb mit Ackerbau 7% der offenen Ackerfläche mit Buntbrachen, Rotationsbrachen oder Ackerschonstreifen bepflanzt werden. Die Forderung ist namentlich dadurch begründet, dass viele seltene und gefährdete Arten nur in einer grossflächig extensivierten Agrarlandschaft überleben können.

 

In der konventionellen Produktion ist zudem für das ökologisch fragwürdige Beizmittel "Fipronil" nach einer Alternative zu suchen, allenfalls ist auf eine Saatgutbeizung ganz zu verzichten.

 

 

4.    Fazit

Für die Naturverträglichkeit verschiedener Getreideanbaumethoden ergibt sich die folgende Rangordnung:

 

Biologische Produktion > Integrierte Produktion > konventionelle Produktion

 

(> = besser als)

 

Keine der praktizierten Anbaumethoden ist für die Erhaltung der Biodiversität ausreichend. Selbst die biologisch bewirtschafteten Getreidefelder stellen für viele empfindliche Tier- und Pflanzenarten keine geeigneten Lebensräume dar. Dieses, möglicherweise erstaunliche Resultat wird verständlich, wenn man sich die Erträge und Anbautechniken früherer Zeiten vergegenwärtigt: Noch bis am Ende des Mittelalters lagen die Getreiderträge erheblich unter 10 Kilogramm pro Are (10 x 10 Meter) und es konnte im Durchschnitt lediglich ein Ertragsverhältnis (Ertrag/Aussaatmenge) von etwa 5:1 erzielt werden[41]. Die heutige Bio-Landwirtschaft erzielt jedoch in guten Lagen Getreiderträge von 40 - 55 kg/Are (Winterweizen, Roggen, Gerste Triticale, Hafer) bzw. 35 -45 kg/Are (Sommerweizen, Dinkel). Dieses an sich erfreuliche Resultat kann nur um den Preis einer starken Verdrängung der Ackerbegleitpflanzen erzielt werden, in deren Gefolge auch die davon abhängigen Tierarten verschwinden. In der früheren Landwirtschaft hingegen fanden Wildpflanzen und Tiere selbst in den Getreideäckern reichlich Raum. Zudem lag jeweils ein Drittel des produktiven Ackerlandes brach (Dreizelgenwirtschaft, Dreifelderwirtschaft), was selbstverständlich nicht heisst, dass dort nichts wuchs. Vielmehr konnten sich dort die zahlreichen Wildkräuter, namentlich die einjährigen Ackerbegleitpflanzen, Insekten, Kleinsäuger und Vögeln frei entfalten. Schliesslich bot die frühere Landwirtschaft mehr naturnahe Kleinstrukturen (Hecken, Feuchtflächen, Bachläufe, dauernd ungenutzte Grenzertragsflächen, Misthaufen etc.). Die frühere Landwirtschaft war somit erheblich extensiver als die heutige Bio-Landwirtschaft. Weil die Adaption der in der Kulturlandschaft heimischen Tiere und Pflanzen seit dem Beginn des Ackerbaus vor etwa 5'000 Jahren in einer sehr extensiven Agrarwirtschaft stattfand, die biologische Landwirtschaft jedoch erheblich intensiver ist, kann sie die Lebensraumansprüche vieler Arten nicht ohne weiteres befriedigen. Dieser Widerspruch zur Natur kann jedoch (teilweise) gelöst werden, indem auch die Bio-Landwirtschaft Ersatzlebensräume in der Form von Buntbrachen, Rotationsbrachen oder Ackerschonstreifen schafft.

 

 

5.  Einflussmöglichkeiten naturbewusster KonsumentInnen

Mit dem Kauf von Bio-Getreideprodukten können KonsumentInnen die für die Natur am wenigsten schädliche Anbaumethode fördern. Ein Kilogramm Brot enthält etwa die Getreidemenge von zwei Quadratmetern Ackerfläche. Wer täglich 150 Gramm Bio-Brot isst, hält eine Fläche von 100 Quadratmetern chemiefrei.

 

Keinen Einfluss können die KonsumentInnen mit ihrem Kaufverhalten darauf nehmen, ob der Landwirt auf seinen Ackerflächen Ersatzlebensräume (Buntbrachen, Rotationsbrachen, Kleinstrukturen usw.) schafft. Dieses Ziel lässt sich nur erreichen, indem der Gesetzgeber oder die Produzentenorganisationen den Landwirten entsprechende Anweisungen erteilen. Daraus folgt, dass naturbewusster Konsum mit einem (naturschutz-)politisches Engagement ergänzt werden sollte, so z.B. in einer Naturschutzorganisation, welche sich gegenüber dem Staat für die entsprechenden Anliegen einsetzt (vgl. dazu auch Link "Was Sie tun können").

 

 

 

6.   Empfehlungen von Konsum & Natur

Zur Förderung eines (möglichst) naturverträglichen Getreidebaus empfiehlt Konsum & Natur:

 

-     für den Haushalt biologisch produzierte Getreideprodukte (Brot, Teigwaren, Spätzli, Müesli etc.) zu kaufen.

 

-     Restaurants mit biologischen Lebensmitteln zu bevorzugen.

 

-    den Konsum von Fleisch zu reduzieren (verringert den Intensivierungsdruck in der Landwirtschaft) und durch Bio-Getreideprodukte zu ersetzen.

 

-     die eigene Phantasie, wo überall biologische Getreideprodukte verwendet werden können, spielen zu lassen.

 

 

 

7.  Gesundheitliche Aspekte

Während Jahrtausenden ernährten sich unsere Vorfahren zur Hauptsache von Getreideprodukten, insbesondere "Getreidebrei", das durch Aufkochen von geschrotetem Korn in Wasser hergestellt wurde. Im Kanton Zürich etwa ging man noch 1770 davon aus, dass eine erwachsene Person pro Jahr 216 Kilogramm Getreide verzehrt[42]. Heute sind es noch rund 75 Kilogramm[43]. Unser Verdauungssystem ist also sehr gut an Getreidenahrung angepasst. Diese enthält viel Stärke und moderate Mengen Proteine[44]. Vollkornprodukte weisen ausserdem einen hohen Gehalt an Balaststoffen auf. Die heutige durchschnittliche Ernährung der Menschen steht in einem starken Gegensatz dazu, denn sie basiert auf einem hohen Protein- und Fettanteil, viel raffiniertem Zucker und wenig Balaststoffen. Zahlreiche sogenannte Zivilisationskrankheiten sind auf diese Ernährungsart zurückzuführen, so namentlich Diabetes, Herz- und Kreislaufbeschwerden, Erkrankungen der Verdauungsorgane, Fettleibigkeit. Ein höherer (Bio-)Getreideanteil in der Nahrung ist auch aus gesundheitlicher Sicht ein Gewinn.

 

 



[1]        Die Ursprungsgebiete der Getreidearten liegen jedoch gemäss den Forschungen des russischen Wissenschafter Vavilov aus der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts nur bei Hafer in Europa (Mittelmeerraum). Roggen, Gerste und Weizen stammen aus Kleinasien (heute: Türkei und Iran). Weizen ist auch in Zentralasien (heute: Indien und Burma) entstanden und Gerste in Nordostafrika (heute: Äthiopien) (zitiert von: Fachhochschule Hamburg, Biodiversität der Kartoffel, in: www.rzbd.fh-hamburg.de/oet/forum/funde/biodivkart/biologische_vielfalt.html).

[2]        Bundesamt für Statistik (Hrsg.), Statistisches Jahrbuch der Schweiz 2000, Zürich 1999, S. 205 (Datenbasis 1997).

[3]        Datenbasis: Bundesamt für Landwirtschaft (Hrsg.), Agrarbericht 2001, Bern 2001, Anhang A4 (provisorische Ergebnisse für das Jahr 2000).

[4]        Agrarbericht 2001, Anhang A7.

[5]       Gemäss FiBl, Merkblatt Getreide 2002, Frick 2001.

[6]       Schweizweit sind rund 45% der sogenannten Unkrautpflanzen, darunter insbesondere die Ackerbegleitflora, gefährdet oder ausgerottet (Elias Landolt, Gefährdung der Farn- und Blütenpflanzen in der Schweiz, Bern 1991, S. 140).

[7]          Hubert Weiger / Helga Willer (Hrsg.), Naturschutz durch ökologischen Landbau, Bad Dürkheim 1997, S. 100 (mit Hinweisen).

[8]          ebenda, S. 29.

[9]          Da sowohl Ameisen als auch viele Wildbienen- und Wespenarten ihre Nester in der Erde anlegen, wirkt sich der mit dem Saatgut in den Boden eingebrachte Wirkstoff "Fipronil" für sie besonders schädlich aus.

[10]     Datenbasis: u.a. Material Safety Data Sheet von Aventis (Produzent des Beizmittels "Regent" mit Wirkstoff Fipronil); www.beyondpesticides.org/infoservices/pesticidefactsheets/toxic/fipronil.htm.

[11]     Quelle: Fachstelle Pflanzenschutz und Ökologie Arenenberg TG / Zentralstelle für Pflanzenschutz LIB-Strickhof ZH, Pflanzenschutzmittel im Feldbau 2001, Separatdruck aus "Thurgauer Bauer" vom 9.2.2001, S. 6. Bei einer Saatgutmenge von 200 kg/ha ergibt sich ein Beizmitteleinsatz von 2 Deziliter, was in etwa der Menge entspricht, die für eine Insektizidbehandlung mit der Spritze eingesetzt wird.

[12]      Mitteilung vom 23.11.2001 von Hr. Meerstetter, Landwirtschaftliche Beratungszentrale Lindau LBL.

[13]      Vgl. Webpage der Oregon State University - EXTOXNET: http://ace.orst.edu/cgi-bin/mfs/01/pips/ethephon.htm.

[14]      Seit den 70er Jahren haben die Feldlerchenbestände in der Schweiz dramatisch abgenommen (Schmid et al, Schweizer Brutvogelatlas, 1993 - 1996, Sempach 1998, S. 327). Brut- und Nestlingszeit der Feldlerche: Mitte April - Mitte Juni (1. Brut), Mitte Juni - Anfang August (2. Brut) gemäss: Frieder Sauer, Vogelnester, Karlsfeld 1991, S. 214.

[15]      Die Grauammer ist seit den 70er Jahren in vielen Regionen der Schweiz ausgestorben. Mitte der 90er Jahre gab es lediglich noch 400 - 600 Brutpaare (Schmid et al, S. 541). Brut- und Nestlingszeit der Grauammer: Anfang Mai - Ende Juli (nur eine Brut) gemäss: Sauer, S. 214.

[16]      Die Wachtelbestände sind schwierig zu schätzen, da die Populationen seit jeher stark schwanken. Gemäss dem Brutvogelatlas schienen sie bis Mitte der 90er Jahre auf tiefem Niveau (ca. 1500 - 2000 Brutpaare) stabil zu sein (Schmid et al, S. 223). Brut- und Nestlingszeit der Wachtel: Anfang Mai - Ende Juli (nur eine Brut) gemäss: Sauer, S. 100.

[17]      In der Schweiz praktisch ausgestorben (einige Restbrutpaare im Kt. GE und 4 ausgesetzte Brutpaare im Kt. SH, vgl. Bundesamt für Landwirtschaft BLW (Hrsg.), Agrarbericht 2001, Bern 2001). Brut- und Nestlingszeit des Rebhuhnes: Anfang Mai - Mitte August (nur eine Brut) gemäss: Sauer, S. 96.

[18]      FiBl, Merkblatt Getreide 2002, Frick 2001, S. 4.

[19]      Art. 52 Verordnung vom 7. Dezember 1998 über die Direktzahlungen an die Landwirtschaft (SR 910.13, Direktzahlungsverordnung).

[20]      Art. 53 Direktzahlungsverordnung.

[21]      Anhang Ziff. 3 Direktzahlungsverordnung vom 7. Dezember 1998 (SR 910.13).

[22]      BLW, Agrarbericht 2001, S. 182.

[23]      Direktzahlungsverordnung vom 7. Dezember 1998 (SR 910.13).

[24]      Die Anforderungen des ÖLN sind näher ausgeführt in den Richtlinien für den ökologischen Leistungsnachweis (ÖLN), Juli 2001 (Hrsg. Kt. ZH, anerkannt vom Bundesamt für Landwirtschaft am 19. Juli 2001). Die Einhaltung der Anforderungen des ÖLN ist Voraussetzung für den Bezug von Direktzahlungen. 95% der Landwirtschaftlichen Nutzflächen werden nach den Anforderungen des ÖLN bewirtschaftet (Mitteilung vom 23.11.2001 von Hr. Meerstetter, Landwirtschaftliche Beratungszentrale Lindau LBL).

[25]      Vgl. oben Kap. 2.

[26]      Gemäss Ziff. 2.1 DZV. Zudem bleibt in der Berechnung der Nährstoffbilanz der Eintrag von Stickstoff aus der Luft (Luftverschmutzung) und die Stickstoffbindung der Bodenbakterien unberücksichtigt.

[27]       Namentlich Verbot von: Wachstumsregulatoren, Fungiziden und Insektiziden.

[28]       Vgl. IP-Suisse, Label für Getreide, Zollikofen 2001.

[29]       Art. 56 Direktzahlungsverordnung.

[30]       Agrarbericht 2001, S. 216.

[31]       Vgl. oben Kap. 2.

[32]       Da Fungizide für die Biodiversität lediglich von geringer Bedeutung sind, ist der positive Effekt des Verbotes auf die Natur relativ klein.

[33]       Da Wachstumsregulatoren für die Biodiversität lediglich von geringer Bedeutung sind, ist der positive Effekt des Verbotes auf die Natur relativ klein.

[34]        Verordnung vom 22. September 1997 über die biologische Landwirtschaft und die entsprechende Kennzeichnung der pflanzlichen Erzeugnisse und Lebensmittel (SR 910.18, Bio-Verordnung); Verordnung vom 22. September 1997 des EVD über die biologische Landwirtschaft (SR 910.181).

[35]       Vgl. oben Kap. 2.

[36]       Da Fungizide für die Biodiversität lediglich von geringer Bedeutung sind, ist der positive Effekt des Verbotes auf die Natur relativ klein.

[37]       Da Wachstumsregulatoren für die Biodiversität lediglich von geringer Bedeutung sind, ist der positive Effekt des Verbotes auf die Natur relativ klein.

[38]       Nach dem sog. DOK-Versuch, dessen Ergebnisse als Richtgrösse gelten können, ist der Nährstoffeinsatz in biologischen Kulturen erheblich geringer als in der konventionellen Landwirtschaft (mineralischer Stickstoff minus 65%; Phosphor minus 40%; Kalium minus 45%): FiBL Dossier Nr. 1, Bio fördert Bodenfruchtbarkeit und Artenvielfalt, Erkenntnisse aus 21 Jahren DOK-Versuch, Frick August 2000, S. 5.

[39]       Art. 12 Abs. 4 Bio-Verordnung.

[40]       Art. 12 Abs. 3 Bio-Verordnung.

[41]       So etwa für die Region Basel im Zeitraum 1530-1559: 5.5:1, im Zeitraum 1560-1599: 4.7:1 (Christian Pfister, Klimageschichte der Schweiz 1525-1860, Bern 1984, Kap. 9.2). Noch Mitte des 19. Jahrhunderts lagen die Weizenerträge erst bei 10 - 13 kg/Are (www.mehl.at/brot.htm).

[42]        Berechnung von Pfarrer Waser, zitiert in: Kaspar Vogel, Trüllikon, Winterthur 2001, S. 93.

[43]        Statistisches Jahrbuch der Schweiz 2000, S. 206. Der jährliche Pro-Kopf-Konsum von Brot- und Backwaren liegt bei 51.7 kg (Agrarbericht 2001, Anhang A10).

[44]       100 Gramm Weizen enthalten 59 % Stärke, 11.7 % Eiweiss, 10.3 % Ballaststoffe, 2 % Fett und 1.8 % Mineralstoffe (Vgl. Der kleine "Souci / Fachmann / Kraut", Lebensmitteltabelle für die Praxis, Stuttgart 1991, S. 243.