Naturverträglichkeit von Kartoffeln

 

Autor: Dr. Hans Maurer, 8001 Zürich

Stand: Anfang 2002

 

 

Inhalt

 

1.            Ausgangslage. 1

1.1      Kartoffeln und Natur in der Kulturgeschichte. 1

1.2      Kartoffelkonsum und Kartoffelanbau, Bedeutung für die Biodiversität 3

1.3      Anbautechnik (Prinzip) 3

1.4      Krisenanfälligkeit der heutigen Kartoffelmonokulturen. 5

1.5      Frühkartoffeln, insbesondere Anbau unter Folien. 5

2.            Kennzeichen einer naturfreundlichen Kartoffelproduktion (Idealzustand) 5

3.            Tatsächliche Produktionsweise. 9

3.1      Konventionelle Produktion. 9

3.2      Integrierte Produktion. 10

3.3      Biologische Produktion. 12

3.4      Resultate aus Felduntersuchungen. 13

3.5      Verbesserungsmöglichkeiten. 13

4.            Fazit 13

5.            Einflussmöglichkeiten naturbewusster KonsumentInnen.. 14

6.            Empfehlungen von Konsum & Natur. 14

7.            Gesundheitliche Aspekte. 15

 

 

1.    Ausgangslage

1.1      Kartoffeln und Natur in der Kulturgeschichte

Die Kartoffel gehört in die Pflanzenfamilie der Nachtschattengewächse und ist somit eine Verwandte von Tomate, Tabak, Tollkirsche, Bilsenkraut usw. Die Wiege der Kartoffel stand im westlichen Südamerika im Gebiet der Anden (heute: Peru, Chile). Dort war die Kartoffel schon seit 8'000 Jahren Bestandteil der alten indianischen Ackerkulturen. Nach Mitteleuropa gelangte die Kunde von der Kartoffel um 1553 mit dem Bericht des spanischen Eroberers Pedro Cieza de Léon. Die Kartoffelknolle selbst wurde jedoch erst um 1570 durch die Spanier nach Europa gebracht. Columbus, der schon 1492 in Südamerika eingetroffen war, hatte die Kartoffel nicht entdeckt, dafür die Batate (Süsskartoffel) aus der Familie der Windengewächse. Während der ersten 200 Jahre ihres mitteleuropäischen Daseins diente die Kartoffel vorab der Verschönerung der Gärten, weil die damalige Bevölkerung sie als giftig betrachtete und ihr magische Kräfte zuschrieb. Tatsächlich bilden Knollen, die im Licht gelagert werden, das giftige Alkaloid Solanin. Durch den Verzehr solcher Knollen erkrankten die Leute, weshalb ihre Abneigung gegen die Kartoffel als Lebensmittel verständlich ist. Erst ab 1750 wurde die Kartoffel vom preussischen König Friedrich dem Grossen als Nahrungspflanze stark gefördert, weil er ihre Bedeutung als Grundnahrungsmittel erkannt hatte. Friedrich verpflichtete die Bauern im berühmten "Kartoffelbefehl" zum Anbau der nahrhaften Knolle. Widerspenstigen Untertanen stellte er in Aussicht, die Nasen und Ohren abzuschneiden[1].

 

Die Kartoffel bildet heute das Grundnahrungsmittel von zwei Dritteln der Menschheit. Sie enthält mehr Nährwert als alle anderen Nahrungsmittel und steht nach Weizen und Reis, zusammen mit Mais im Verbrauch an dritter Stelle aller Nahrungsmittel [2] .

 

Wildlebende Pflanzen und Tiere Mitteleuropas konnten sich seit rund 350 Jahren an die Lebensbedingungen in Kartoffeläckern gewöhnen. Dies ist im Vergleich mit den jahrtausendealten Getreidekulturen und Ölsaaten kurz. Dem entsprechend spielt denn auch die Kartoffelpflanze für die Ernährung einheimischer Insekten und anderer wildlebender Tiere - zur Freude der Bauern - nur eine kleine Rolle[3]. Zwar tummeln sich auf Kartoffelfeldern bisweilen tausende der gefrässigen Kartoffelkäfer, doch handelt es sich bei diesen nicht um einheimische Insekten, sondern um Immigranten aus dem amerikanischen Ursprungsgebiet der Kartoffelpflanze.

 

Trotz der vergleichsweise kurzen Präsenz der Kartoffel auf unseren Äckern gelang es einer Vielzahl von Pflanzen und Tieren sich die Kartoffelfelder als Lebensraum zu erschliessen. So gedeihen dank dem freien Platz und der guten Belichtung zwischen den Kartoffelreihen zahlreiche Wildkräuter, sofern sie vom Bauern nicht vernichtet werden. Quasi als Untermieter im Kartoffelfeld nisten bisweilen der stark gefährdete Kibitz[4] und die gefährdete Schafstelze[5], sofern ihnen der Bauer bei der Pflege des Feldes nicht mit dem Traktor über das Nest fährt. Insbesondere die Schafstelze hat sich in den letzten 100 Jahren aus ihrem ursprünglichen, heute weitgehend vernichteten Brutgebiet der Sumpfwiesen zurückgezogen und brütet nun fast ausschliesslich im Kulturland. Weil 75% der Schafstelzenpaare ihr Nest in Kartoffeläckern bauen[6], kommt diesen für die Bestandeserhaltung eine ganz herausragende Bedeutung zu. Kartoffelfelder mit einem guten Wildpflanzenbestand dienen zudem als Nahrungsraum für Feldlerche, Grauammer und andere samenverzehrende Vogelarten.

 

Mit der Mechanisierung und Chemisierung der Landwirtschaft (sog. Industrialisierung), welche in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts einsetzte, verschlechterten sich die Lebensbedingungen für Pflanzen und Tiere auch in den Kartoffelfeldern dramatisch.

 

 

 

1.2      Kartoffelkonsum und Kartoffelanbau, Bedeutung für die Biodiversität

Die Schweizer Bevölkerung verzehrt jährlich rund 330'000 Tonnen Kartoffeln, d.h. pro Kopf rund 45 Kilogramm/Jahr. Weitere 270'000 Tonnen Kartoffeln verfüttern die Landwirte jährlich an Tiere, namentlich an Schweine und Rindvieh. Rund 90% der im Inland konsumierten oder verfütterten Kartoffeln stammen aus inländischer Produktion. Seit Mitte 1998 ist die Produktion von Kartoffelschnaps erlaubt, von dem im Jahre 2000 rund 7'300 Liter gebrannt wurden[7]. Der Kartoffelanbau belegte im Jahre 2000 in der Schweiz knapp 5% des offenen Ackerlandes, wobei die konventionelle (inkl. integrierte) und die biologische Produktion wie folgt vertreten waren[8]:

 

Art Kartoffelanbau

 

Anbaufläche 2000

(in ha)

Anteil an der gesamten offenen Ackerfläche
(= 292'548 ha)

konventioneller Anbau

13'580

4.6 %

biologischer Anbau

570

0.2%

total

14'150

4.8%

 

Weil der Kartoffelanbau in der Schweiz nur knapp 5% der Ackerflächen belegt, kommt der naturfreundlichen Kartoffelproduktion im Vergleich etwa zum Getreidebau mit einem Anteil von 55% der Ackerflächen (vgl. Link Getreide) grundsätzlich keine überragende Bedeutung für die Biodiversität zu. Hierzu müssen jedoch zwei Einschränkungen angefügt werden. Erstens gibt es gefährdete Vogelarten, namentlich die Schafstelze und der Kibitz, die besonders an Kartoffelfelder gebunden sind. Zweitens werden vorab im konventionellen Kartoffelanbau Pestizide (Gelbspritzmittel) eingesetzt, die schädlich für die Natur sind und über die eigentliche Anbaufläche hinaus wirken.

 

 

1.3      Anbautechnik (Prinzip)

Die Kartoffel ist ihrem Ursprung nach eine Pflanze des kühlen, luftfeuchten Klimas, zeigt jedoch eine hohe Anpassungsfähigkeit, die durch Sortenzucht noch gesteigert werden kann. So bildeten sich etwa in der Schweiz Sorten heraus, die noch in Höhenlagen von bis zu 1'900 Metern ü.M. gedeihen[9], heute jedoch kaum mehr angepflanzt werden. Trotzdem handelt es sich bei der Kartoffel um eine problemträchtige Kulturpflanze, weil sie anfällig gegen Krankheiten und Schädlinge ist, namentlich gegen[10]:

 

-     verschiedene Viruserkrankungen

-     den Oomycet Phytophora infestans (Pilzerkrankung, Erreger der Kraut- und Knollenfäule)

-     Rhizoctonia solani (Pilzerkrankung, Erreger der Kartoffelpocken)

-     den Kartoffelkäfer

 

Die verschiedenen Kartoffelsorten weisen eine stark unterschiedliche Anfälligkeit für Virus- und Pilzerkrankungen auf. So ist namentlich die Kartoffel unserer Eltern und Grosseltern, die Sorte "Bintje", extrem anfällig[11]. Seit kurzem sind nun seitens der Grossverteiler Migros und Coop Bestrebungen im Gange, die Sorte "Bintje" allmählich aus dem Markt zu nehmen[12].

 

Namentlich die Kraut- und Knollenfäule kann sich unter geeigneten Bedingungen explosionsartig über die Kartoffelfelder ausbreiten. Diese Krankheit vernichtete in den Jahren 1845/48 in Irland beinahe die gesamte Ernte, was schwere Hungersnöte, eine Million Tote und zwei Millionen Auswanderer zur Folge hatte. Am Ende des ersten Weltkrieges (1917/18) starben in Deutschland 700'000 Menschen den Hungertod, weil die Kraut- und Knollenfäule die Ernte vernichtet hatte und Deutschland zufolge einer Blockade seiner Kriegsgegner keine anderen Nahrungsmittel einführen konnte[13].

 

Die traditionelle Vorbereitung des Feldes besteht im Umbruch des Bodens mit dem Pflug und der Zerkleinerung der Erdschollen mit der Egge, beides meist im Frühling. Das Pflügen bezweckt hauptsächlich, die auf dem Feld wachsenden "Unkräuter" (Wildkräuter, Ackerbegleitflora) in tiefere Humusschichten zu befördern, damit sie die Kartoffelpflanzen nicht im Wachstum behindern. Die Kartoffeln werden als Saatkartoffeln mit einer speziellen, an den Traktor angehängten Saatmaschine in die Erde gesteckt. So werden bereits im Februar unter Folie, ab März im Freiland Frühkartoffeln ausgepflanzt (vgl. dazu unten Kap. 1.5). Die "normalen" Kartoffeln kommen in der ersten Aprilhälfte unter die Erde. Die Erntezeit dauert von Mitte Mai (Frühkartoffeln) bis Ende August. Der durchschnittliche Ertrag liegt bei über 40 Tonnen in der konventionellen und bei 25 Tonnen in der biologischen Produktion[14].

 

Noch vor der Ernte wird das Kartoffelkraut abgetötet bzw. von der Pflanze getrennt (sog. Krautvernichtung), einerseits um die Blattläuse, welche zu diesem Zeitpunkt ins Flugstadium gelangen und Viruskrankheiten verbreiten, einzudämmen, andererseits, weil dadurch die Gefahr von Krautfäule-Infektionen vermindert wird[15]. Zudem lassen sich die Kartoffelknollen ohne Kraut leichter ernten, denn dieses würde die Erntemaschine verstopfen.

 

Aus betriebswirtschaftlicher Sicht bestehen die primären Herausforderungen im Kartoffelbau darin, einerseits die Krankheiten und den Kartoffelkäfer in Schranken zu halten, andererseits die "Unkräutern" unter Kontrolle zu bringen. Hierzu entwickelte die konventionelle und die biologische Landwirtschaft verschiedene Strategien, namentlich die Züchtung von Sorten mit besserer Resistenz gegen Krankheiten, eine geeignete Feldbewirtschaftung, das Tolerieren von Kartoffelkäferbefall und Wildkräutern bis zu einer bestimmten Schadschwelle, Einsatz von Pestiziden. Kaum von Bedeutung sind Schäden, die auf andere Tiere als den Kartoffelkäfer zurückgehen.

 

 

1.4      Krisenanfälligkeit der heutigen Kartoffelmonokulturen

Die Kartoffel ist hinsichtlich ihrer Grösse, Schalendicke, ökologischen Ansprüche und Krankheitsresistenz eine Verwandlungskünstlerin. In den Hochanden wurden über die Jahrtausende mehr als 5'000 Kartoffelsorten gezüchtet. Diese Vielfalt schützte die Kartoffelkulturen und die indigene Bevölkerung vor Krisen wie sie Mitte des 19. Jahrhunderts in Irland und am Ende des zweiten Weltkrieges in Deutschland auftraten, als die ganze Kartoffelernte der Kraut- und Knollenfäule zum Opfer fiel[16]. Die industrialisierte Landwirtschaft setzt jedoch bis heute auf lediglich rund ein Dutzend Hochertragssorten, die nur gedeihen, wenn sie mit massivem Pestizideinsatz vor Krankheiten geschützt werden.

 

 

1.5      Frühkartoffeln, insbesondere Anbau unter Folien

Der Anbau von Kartoffeln unter Folie ist für die Natur durchwegs schlecht, weil unter der Folie nur wenige Insekten und Wildpflanzen leben können. Zudem fällt die bedeckte Fläche als Lebensraum für Vögel und Säugetiere (z.B. den Feldhasen) weg. Da die schweizerische Ackerfläche, welche der Produktion von Folienkartoffeln unterworfen wird, unter 200 Hektaren liegt[17], ist der negative Einfluss dieser Produktionsart auf die Natur trotzdem klein.

 

 

 

2.    Kennzeichen einer naturfreundlichen Kartoffelproduktion (Idealzustand)

Damit die tatsächliche Bewirtschaftung unserer Kartoffelfelder einer ökologischen Beurteilung zugänglich wird, ist es zunächst nötig, einen Idealzustand zu definieren. Dieser zeichnet sich durch die folgenden sieben Merkmale aus:

 

1.   Keine Verwendung von Pestiziden, insbesondere keine Herbizide und Insektizide:

 

Weil Herbizide kaum je spezifisch auf ein einziges "Unkraut" wirken, führt ihr Einsatz regelmässig zur Vernichtung vieler oder gar aller Pflanzenarten, die neben den Kartoffeln wachsen. Ein hoher Teil dieser Ackerbegleitflora ist jedoch selten, zahlreiche Arten sind gefährdet oder bereits ausgerottet[18]. Die neben der Hauptkultur wachsenden Wildpflanzen sind die Nahrungsbasis für eine Vielzahl von Insekten, Kleinsäugern und Vögeln. So ist (für Norddeutschland) etwa erstellt, dass von 102 typischen Pflanzen der Ackerbegleitflora 1'200 pflanzenfressende Tierarten leben[19]. Von einer Pflanzenart hängen 10 bis 20 Tierarten existenziell ab[20]. Werden diese Pflanzen abgetötet, finden die von ihnen lebenden Insekten, Vögel und Kleinsäuger keine Nahrung mehr. Da praktisch alle Vögel ihre Jungen mit (proteinreicher)  Insektennahrung aufziehen, wirkt sich der Rückgang von Insektenpopulationen unmittelbar negativ auf die Vogelwelt aus.

 

Vorab gegen den Kartoffelkäfer werden Insektizide eingesetzt. Insektizide töten jedoch regelmässig nicht nur die verfolgten "Schädlinge", sondern weitere Insektenarten. Da Insekten am Anfang der Nahrungskette stehen, sichert ihre Existenz die Ernährung der Tiere, die ihnen in der Nahrungskette folgen (Kleinnager, Fledermäuse, Fuchs, Dachs, Singvögel, Greifvögel etc.).

 

Zwar ist der Einsatz von sogenannt nicht selektiv wirkenden Insektiziden sogar im konventionellen Landbau grundsätzlich verboten und nur mit Sonderbewilligung statthaft (vgl. hinten Kap. 3). Allerdings vernichten die zulässigen selektiv wirkenden Insektizide nicht bloss Schadinsekten, sondern eine Vielzahl, wenn nicht sogar die meisten anderen Insektenarten, welche im Kartoffelfeld keinerlei Probleme bereiten. So wirken namentlich die sowohl in der konventionellen als auch in der integrierten Produktion zugelassenen Insektizide Hexaflumuron und Teflubenzuron[21] generell als Chitinase-Hemmer, blockieren somit die Synthese von Chitin und die Häutung von Insekten (Käfer, Ameisen, Heuschrecken, Schwebfliegen, Ohrwürmer usw.)[22]. Die insbesondere von den Vertretern der integrierten Produktion als nützlingsschonend gepriesenen Häutungshemmer erweisen sich bei einer näheren Prüfung durchwegs als umweltunverträglich.

 

Der zur Bekämpfung von Kartoffelkäfern im Biolandbau sowie in der integrierten Produktion zugelassene Bacillus thuringiensis var. tenebrionis ist hingegen im Vergleich zu anderen Insektiziden wenig schädlich, weil er nur Insektenlarven, jedoch keine ausgewachsenen Tiere angreift, eine kurze Halbwertszeit hat (im Sonnenlicht nur wenige Stunden) und ein grosser Teil der (nützlichen) Insektenarten die Behandlung mit diesem Bakterium überlebt[23].

 

Verschiedene der im  konventionellen und integrierten Kartoffelbau verwendeten Fungizide sind giftig bis sehr giftig für Fische und Wasserinsekten[24]. Deshalb ist es besonders wichtig, dass Kartoffelfeldern, in denen diese Stoffe zur Anwendung gelangen, nicht in der Umgebung von Gewässern angelegt werden, weil sonst die Gefahr einer Kontamination des Wassers besteht. Wegen der hohen Anfälligkeit der Kartoffelpflanze auf Pilzerkrankungen (insb. Krautfäule) ist ein genereller Verzicht auf Fungizide bei den heutigen Anbauformen (wenige Sorten, Monokulturen) kaum möglich. Selbst im biologischen Kartoffelanbau ist der Einsatz von Fungiziden, nämlich Kupferpräparaten[25], zulässig und bislang mangels wirksamer Alternativen unumgänglich. Im Vergleich zu Herbiziden und Insektiziden ist die Schadwirkung der Fungizide auf die Natur jedoch eher gering. Namentlich die Kupferpräparate des biologischen Landbaus sind für Tiere und Pflanzen praktisch unschädlich.

 

Im konventionellen und integrierten Landbau werden die Saatkartoffeln vor der Auspflanzung in der Regel mit einem fungiziden Beizmittel behandelt. Obwohl einige dieser Wirkstoffe giftig bis sehr giftig sind für Würmer und Wasserinsekten[26], ist die Schadwirkung auf wildlebende Tiere gering, weil die mit den Kartoffelknollen ins Feld gelangende Menge der Wirkstoffe tief liegt.

 

2.   Keine chemische Krautvernichtung:

 

      Der Einsatz von chemischen Mitteln zur Krautvernichtung (sog. Stauden-Abbrennmittel) stellt eine starke und unnötige Belastung der Natur dar, weil das Kraut auch mechanisch oder durch Abbrennen mit einem Gasbrenner zerstört werden kann. Da die Krautvernichtungsmittel unspezifisch wirken, werden durch deren Anwendung auch die meisten Ackerwildkräuter eliminiert. Gewisse Wirkstoffe sind zudem äusserst umweltschädlich. Hierzu gehören die sog. Gelbspritzmittel Dinoseb und Dinitrokresol sowie das sehr persistente Diquat[27]. In der Europäischen Union sind diese bereits seit mehreren Jahren verboten[28]. In der Schweiz sollen nun wenigstens Dinoseb und Dinitrokresol aus dem Verkehr gezogen werden[29]. Dies genügt jedoch nicht, denn auch Diquat stammt aus der agrarchemischen Steinzeit. Überfällig ist das unverzügliche Verbot aller drei genannten Stauden-Abbrennmittel.

 

3.   Sparsamer und jahreszeitlich richtiger Einsatz von Dünger:

 

Je höher die ausgebrachte Düngermenge, desto stärker ist die Belastung von Oberflächengewässern (Flüsse, Bäche, Seen) durch Phosphat und Nitrat. Die Oberflächengewässer sind heute an den meisten Orten ausserhalb der Hochgebirge überdüngt, was zur Folge hat, dass darin andere Pflanzen- und Tierarten leben als in nährstoffarmen Gewässern. So ist namentlich eine Vielzahl von Insekten und Pflanzen, die sich nur in sehr sauberem Wasser entwickeln können, heute gefährdet oder vom Aussterben bedroht.

 

4.   Keine mechanische Unkrautbekämpfung mit Striegel oder Hacke (d.h. mit einem an den Traktor angehängten Gerät) nach Mitte April:

 

Die mechanische Unkrautbekämpfung nach Mitte April zerstört die Gelege von bodenbrütenden Vögeln wie Kibitz[30] und Schafstelze[31]. Beim Befahren des Feldes mit der Spritze können zwar ebenfalls Gelege zerstört werden. Da die Auflagefläche der Traktorenräder nur etwa 10% der behandelten Fläche beträgt, ist das Zerstörungsrisiko jedoch viel geringer als bei der mechanischen Unkrautbekämpfung.

 

5.   Massvolles Eindämmen der Ackerbegleitflora (Herbizideinsatz, mechanische Bekämpfung, Verzicht auf Unkrautbekämpfung spätestens ab Mitte Juni):

Der Verzicht auf die Unkrautbekämpfung ab Mitte Juni ermöglicht eine sog. Spätverunkrautung, wodurch verschiedene Wildpflanzen profitieren können.

 

6.   Auf einem Teil des Kartoffelfeldes Anlage einer mindestens 3 Meter breiten Buntbrache oder Rotationsbrache (d.h. von naturnahen Flächen, die mit einer speziellen Samenmischung "beimpft" werden):

 

Buntbrachen und Rotationsbrachen dienen als Ersatzlebensräume für Tiere und Pflanzen. Der Ertragsausfall wird durch Ökobeiträge weitgehend kompensiert: jährliche Beiträge von CHF 3000.-/ha für Buntbrache bzw. CHF 2500.-/ha für Rotationsbrache[32]. Die Bracheflächen dürfen nicht zu dicht gesät werden; in der Regel genügt die Hälfte der vom Saatgutverkäufer empfohlenen Menge.

 

7.   Kein Mähen der Wiesenstreifen entlang von Wegen ab Mitte April:

 

Das Gesetz verlangt, dass entlang von Wegen Wiesenstreifen von 0.5 Metern Breite belassen bzw. angelegt werden[33]. Diese sollten ab Mitte April bis zur Ernte nicht gemäht werden (vgl. dazu oben Pkt. 4).

 

Kartoffelfelder, die auf diese Art bewirtschaftet werden, dienen vielen seltenen Tier- und Pflanzenarten als Lebensraum. Namentlich die in der Schweiz gefährdete Schafstelze (Motacilla flava) könnte ihre Bestände in solchen Feldern wieder aufbauen. Dasselbe gilt für die teils stark gefährdete Ackerbegleitflora.

 

 

 

3.    Tatsächliche Produktionsweise

In der Schweiz ist der Kartoffelmarkt dreigeteilt in Erzeugnisse aus konventioneller, integrierter und biologischer Produktion. Die vorliegenden Ausführungen widmen sich deshalb diesen drei Produktionsformen (vgl. zum Ganzen auch Link Naturverträglichkeit verschiedener Landbaumethoden).

 

 

3.1      Konventionelle Produktion

Bei der konventionellen Kartoffelproduktion hat der Bauer die Anforderungen des in der Direktzahlungsverordnung (DZV)[34] festgelegten Ökologischen Leistungsnachweises (ÖLN) einzuhalten[35]. Unter dem Aspekt des naturfreundlichen Kartoffelbaus sind die Produktionsvorgaben des ÖLN wie folgt zu beurteilen:

 


Kennzeichen eines  naturfreundlichen Kartoffelbaus[36]

konventionelle Produktion

Bewertung des Einflusses auf die Natur

negativ - neutral - positiv

keine Herbizide

Herbizide zulässig

negativ

keine Insektizide

Grundsätzlich sind nur Insektizide mit sog. nützlingsschonenden Wirkstoffen erlaubt, andere Insektizide dürfen nur mit Sonderbewilligung des kantonalen Landwirtschaftsamtes verwendet werden. Da nützlingsschonende Insektizide auch die meisten anderen Insektenarten töten, ist diese Vorschrift nur beschränkt wirksam.

negativ

keine Fungizide

Fungizide zulässig

negativ bis neutral

keine chemische Krautvernichtung

chemische Krautvernichtung zulässig. Erlaubt sind insbesondere auch die stark umweltschädlichen Gelbspritzmittel sowie Diquat.

negativ

sparsamer Düngereinsatz

hoher Düngereinsatz (im Vergleich zu Integrierter und biologischer Produktion). Da Düngermenge 10% über ausgeglichener Düngerbilanz liegen darf[37]: Belastung von Oberflächengewässern und Grundwasser

negativ

massvolles Eindämmen der Ackerbegleitpflanzen

nicht erfüllt, die Felder werden weitgehend von Wildpflanzen frei gehalten

negativ

kein Striegeln oder Hacken ab Mitte April

da Unkrautbekämpfung mit Herbiziden erfolgt, entfällt das Striegeln oder Hacken

positiv

Anlegen einer Buntbrache oder Rotationsbrache

erfüllbar, bislang wurden solche Brachen jedoch nur selten angelegt

negativ (positiv, falls Brachen realisiert)

kein Mähen der Wiesenstreifen entlang der Feld-
wege ab Mitte April

erfüllt bzw. erfüllbar

neutral bis positiv

Gesamtbeurteilung

negativ

 

 

 

3.2      Integrierte Produktion

Bei der Integrierten Produktion hat der Bauer über die Anforderungen des ÖLN hinaus die Vorgaben der Produzentenorganisation IP-Suisse zu beachten[38]. Unter dem Aspekt des naturfreundlichen Kartoffelbaus sind die Produktionsvorgaben wie folgt zu beurteilen:

 


Kennzeichen eines  naturfreundlichen Kartoffelbaus[39]

intergrierte Produktion

Bewertung des Einflusses auf die Natur

negativ - neutral - positiv

keine Herbizide

Unkrautregulierung erfolgt grundsätzlich mechanisch. Keine Vorauflaufbehandlung mit Herbiziden. Nachauflaufbehandlung nur, wenn mechanische Bekämpfung ungenügend oder wegen schlechten Wetters verunmöglicht sowie mit Sonderbewilligung IP-Stelle.

neutral bis positiv

keine Insektizide

Es sind nur Insektizide mit sog. nützlingsschonenden Wirkstoffen erlaubt. Da nützlingsschonende Insektizide auch die meisten anderen Insektenarten töten, ist diese Vorschrift nur beschränkt wirksam. Allerdings setzt die Integrierte Produktion im Vergleich zur konventionellen Produktion kleinere Mengen an Insektiziden ein.

negativ bis neutral

keine Fungizide

Fungizide zulässig, allerdings sind die eingesetzten Mengen kleiner als in der konventionellen Produktion.

neutral

keine chemische Krautvernichtung

chemische Krautvernichtung verboten

positiv

sparsamer Düngereinsatz

Düngermenge tiefer als bei  konventioneller, aber höher als bei biologischer Produktion. Pro Gabe höchstens 60 kg N/ha. Höhere jährliche Gabe als 80 kg mineralischer Stickstoff nur aufgrund einer Bodenprobe. Da Düngerbilanz weitgehend ausgeglichen: kaum Belastung der Oberflächengewässer.

neutral bis positiv

massvolles Eindämmen der Ackerbegleitpflanzen

teilweise bis weitgehend erfüllt. Die Felder werden von Wildpflanzen frei gehalten, soweit eine wirtschaftliche Einbusse droht.

neutral bis positiv

kein Striegeln oder Hacken ab Mitte April

Unkrautbekämpfung erfolgt mit Striegeln oder Hacken und zwar bis etwa Mitte Juni. Nester von bodenbrütenden Vögeln werden zerstört.

negativ

Anlegen einer Buntbrache oder Rotationsbrache

erfüllbar, bislang wurden solche Brachen jedoch nur selten angelegt

negativ (positiv, falls Brachen realisiert)

kein Mähen der Wiesenstreifen entlang der Feld-
wege ab Mitte April

erfüllt bzw. erfüllbar

neutral bis positiv

Gesamtbeurteilung

neutral

 

 

 

3.3      Biologische Produktion

Die biologische Produktion richtet sich einerseits nach den einschlägigen Vorschriften des Bundes [40] , anderseits nach den Vorgaben der jeweiligen Produzenten- oder Abnehmerorganisation, in die der Landwirt vertraglich eingebunden ist (dazu Link Naturverträglichkeit verschiedener Landbaumethoden). Die Produktionsvorgaben gehen erheblich über die Anforderungen des ÖLN hinaus und sind unter dem Aspekt des naturfreundlichen Kartoffelbaus wie folgt zu beurteilen:

 


Kennzeichen eines  naturfreundlichen Kartoffelbaus[41]

Biologische Produktion

Bewertung des Einflusses auf die Natur

negativ - neutral - positiv

keine Herbizide

Unkrautregulierung nur mechanisch.

positiv

keine Insektizide

Gegen den Kartoffelkäfer darf verwendet werden: Bacillus thuringiensis. Dieses ist kaum schädlich für andere Insekten.

neutral

keine Fungizide

als Fungizid werden Kupferpräparate eingesetzt.

neutral bis positiv

keine chemische Krautvernichtung

chemische Krautvernichtung verboten

positiv

sparsamer Düngereinsatz

Düngermenge erheblich tiefer als bei  konventioneller und Integrierter Produktion[42], obwohl von Gesetzes wegen bei "besten Bedingungen im Talgebiet" bis 2.5 DGVE erlaubt[43].  Keine synthetischen Dünger. Düngerplanung muss auf Boden- oder Pflanzenanalysen basieren[44]. Da Düngerbilanz ausgeglichen: keine Belastung der Oberflächengewässer.

neutral bis positiv

massvolles Eindämmen der Ackerbegleitpflanzen

teilweise bis weitgehend erfüllt. Die Felder werden von Wildpflanzen frei gehalten, soweit eine wirtschaftliche Einbusse droht.

neutral bis positiv

kein Striegeln oder Hacken ab Mitte April

Unkrautbekämpfung erfolgt mit Striegeln oder Hacken und zwar bis etwa Mitte Juni. Nester von bodenbrütenden Vögeln werden zerstört.

negativ

Anlegen einer Buntbrache oder Rotationsbrache

erfüllbar, bislang wurden solche Brachen jedoch nur selten angelegt

negativ (positiv, falls Brachen realisiert)

kein Mähen der Wiesenstreifen entlang der Feld-
wege ab Mitte April

erfüllt bzw. erfüllbar

neutral bis positiv

Gesamtbeurteilung

neutral-positiv

 

 

 

3.4      Resultate aus Felduntersuchungen

Über die Artenvielfalt in Agrarflächen, darunter auch Kartoffelanbauflächen wurden in den vergangenen 15 Jahren Dutzende von Felduntersuchungen durchgeführt. Die Resultate sind zusammengefasst unter dem Link Naturverträglichkeit verschiedener Landbaumethoden, Kap. 3.4.

 

Die Untersuchungen zeigen, dass biologisch bewirtschaftete Flächen für Fauna und Flora viel besser sind als konventionell genutzte Flächen.

 

 

3.5      Verbesserungsmöglichkeiten

Bei allen Systemen lassen sich erhebliche Verbesserungen bewirken, wenn die Landwirte auf Teilflächen Buntbrachen und/oder Rotationsbrachen anlegen. Wie bereits erwähnt, wird ihnen diese Naturschutzleistung vom Staat mittels ökologischen Direktzahlungen abgegolten.

 

Zur Verbesserung der Naturverträglichkeit der Landwirtschaft fordert Konsum & Natur vom Gesetzgeber, dass auf jedem Betrieb 5% der offenen Ackerfläche mit Buntbrachen und/oder Rotationsbrachen bepflanzt werden. Die Forderung ist namentlich dadurch begründet, dass viele seltene und gefährdete Arten nur in einer grossflächig extensivierten Agrarlandschaft überleben können.

 

 

 

4.    Fazit

Keine der praktizierten Anbaumethoden ist für die Erhaltung der Biodiversität optimal. Für die Naturverträglichkeit verschiedener Kartoffelanbaumethoden ergibt sich die folgende Rangordnung (> = besser als):

 

Biologische Produktion > Integrierte Produktion > konventionelle Produktion

 

Selbst der biologische Kartoffelanbau ist für empfindliche Tier- und Pflanzenarten nicht optimal. So werden etwa durch die bis in den Frühsommer erfolgende mechanische Unkrautbekämpfung nicht nur die Wildpflanzen, sondern auch Nester von bodenbrütenden Vögeln zerstört. Im Vergleich zur landwirtschaftlichen Produktion vor der industriellen Revolution stellt selbst der Biolandbau eine Art Intensivlandwirtschaft dar (vgl. dazu auch Link Getreide, Kap. 4). Dieser Widerspruch zur Natur kann jedoch (teilweise) gelöst werden, indem auch die Bio-Landwirtschaft Ersatzlebensräume in der Form von Buntbrachen und/oder Rotationsbrachen schafft.

 

 

 

5.    Einflussmöglichkeiten naturbewusster KonsumentInnen

Mit dem Kauf von Bio-Kartoffeln können KonsumentInnen die für die Natur am wenigsten schädliche Anbaumethode fördern. Ein Quadratmeter Bioackerfläche bringt etwa 2.5 Kilogramm Kartoffeln hervor [45] . Der tägliche Konsum von 150 Gramm Kartoffeln sichert eine Biolandbaufläche von 21 Quadratmetern. Keinen Einfluss können die KonsumentInnen mit ihrem Kaufverhalten darauf nehmen, ob der Landwirt auf seinen Ackerflächen Ersatzlebensräume (Buntbrachen, Rotationsbrachen, Kleinstrukturen usw.) schafft. Dieses Ziel lässt sich nur erreichen, indem der Gesetzgeber oder die Produzentenorganisationen den Landwirten entsprechende Anweisungen erteilen. Daraus folgt, dass naturbewusster Konsum mit einem (naturschutz-)politisches Engagement ergänzt werden sollte, so z.B. in einer Naturschutzorganisation, welche sich gegenüber dem Staat für die entsprechenden Anliegen einsetzt (vgl. dazu auch Link "Was Sie tun können").

 

 

 

6.    Empfehlungen von Konsum & Natur

Das Angebot von Kartoffeln ist im Hinblick auf die Naturverträglichkeit der Produktion wie folgt einzustufen:

 

Produktionsart

 

Produkt

Biologische Produktion

Integrierte Produktion

konventionelle Produktion

Spätkartoffeln ("normale" Kartoffeln), ohne Bintje

gut

mittel

schlecht

Bintje

kaum angebaut

schlecht

schlecht

Frühkartoffeln unter Folien (im Laden angeboten vor Mitte Juni)

schlecht

schlecht

schlecht

Frühkartoffeln (im Laden angeboten nach Mitte Juni)

gut

mittel

schlecht

 

Zur Förderung eines (möglichst) naturverträglichen Kartoffelbaus empfiehlt Konsum & Natur:

 

-     für den Haushalt biologisch produzierte Kartoffeln und Kartoffelprodukte zu kaufen.

 

-     Restaurants mit biologischen Lebensmitteln zu bevorzugen.

 

-     den Konsum von konventionell erzeugtem Fleisch zu reduzieren (verringert den Intensivierungsdruck in der Landwirtschaft) und durch Bio-Kartoffelprodukte zu ersetzen.

 

-     Bio-Fleisch zu konsumieren, da die Tiere aus biologischer Zucht mit biologisch produziertem Futter, darunter auch Bio-Kartoffeln, ernährt werden.

 

-     die eigene Phantasie, wo überall biologische Kartoffeln verwendet werden können, spielen zu lassen.

 

-     vor Mitte Juni keine Frühkartoffeln zu kaufen, weil diese unter Folie angebaut wurden.

 

 

7.    Gesundheitliche Aspekte

Die wesentlichen Inhaltsstoffe der Kartoffel sind [46] :

- Wasser: 78%

- Stärke: 14%

- Balaststoffe: 2.5%

- Eiweiss: 2%

- Mineralstoffe:1%; insbesondere Kalium: 0.5%

- Energie: 70 kcal / 100 g = 297 kJ / 100 g

 

Erwähnenswert ist zudem der für ein Gemüse beachtliche Gehalt an Vitamin C (0.017 Gramm in 100 Gramm essbarem Anteil). Allerdings wird Vitamin C beim Kochen zum grössten Teil zerstört.

 

Die heutige durchschnittliche Ernährung der Menschen basiert auf einem zu hohen Protein- und Fettanteil, viel raffiniertem Zucker und wenig Balaststoffen. Zahlreiche sogenannte Zivilisationskrankheiten sind auf diese Ernährungsart zurückzuführen, so namentlich Diabetes, Herz- und Kreislaufbeschwerden, Erkrankungen der Verdauungsorgane, Fettleibigkeit. Ein höherer Anteil von (Bio-)Kartoffeln in der Nahrung ist aus gesundheitlicher Sicht ein Gewinn, weil diese weder Fett noch raffinierte Kohlenhydrate enthalten.



[1]       Fachhochschule Hamburg, Biodiversität der Kartoffel, in: www.rzbd.fh-hamburg.de/oet/forum/funde/biodivkart/europa_heute.html; Diercke, Weltwirtschaftsatlas 1, München 1981, S. 116.

[2]          Fachhochschule Hamburg, Biodiversität der Kartoffel, in: www.rzbd.fh-hamburg.de/oet/forum/funde/biodivkart/stand_heute.html.

[3]          Kartoffeln werden bisweilen von Mäusen und Wildschweinen gefressen.

[4]          Der schweizerische Brutbestand des Kibitzes lag in der Periode 1993 - 1996 bei rund 450 Paaren (Schmid et al, Schweizer Brutvogelatlas, Sempach 1998, S. 242 f.), er dürfte heute kaum noch 350 Brutpaare betragen. Vgl. zum Gefährdungsgrad: BUWAL, Artenliste Schweiz, Säuger und Vögel (periodische Aktualisierung).

[5]          Von der Schafstelze brüteten in der Schweiz während der Jahre 1993 -  1996 rund 175 Paare (Schmid et al, S. 344 f.). Vgl. zum Gefährdungsgrad: BUWAL, Artenliste Schweiz, Säuger und Vögel (periodische Aktualisierung).

[6]          ebenda.

[7]          Angaben für das Jahr 2000 gemäss Mitteilung von Swisspatat vom 10. September 2001 sowie Bundesamt für Landwirtschaft (Hrsg.), Agrarbericht 2001, Bern 2001, Anhang A4 (provisorische Ergebnisse für das Jahr 2000);

[8]          Datenbasis: Mitteilung von Swisspatat vom 10. September 2001 sowie Bundesamt für Landwirtschaft (Hrsg.), Agrarbericht 2001, Bern 2001, Anhang A4 (provisorische Ergebnisse für das Jahr 2000).

[9]          FiBl, Merkblatt Kartoffeln 2002, Frick 2001, S. 1.

[10]        Nika Rack (Basler Fachstelle für Biosicherheitsforschung und Abschätzung von Technikfolgen BATS), Kartoffelzucht und ihr Beitrag zum Pflanzenschutz, zu finden unter: www.weidewirtschaft.de/toffi/kartoffelzucht.htm.

[11]        ebenda.

[12]        Landwirtschaftlicher Informationsdienst, in: www.lid.ch/archiv/mediendienst/2000/md2489/seite3.htm. Im Jahre 2000 betrug die Anbaufläche von Bintje noch 17% der gesamten Kartoffelanbaufläche (Angabe vom 10. September 2001 von Swisspatat).

[13]     Fachhochschule Hamburg, Biodiversität der Kartoffel, in: www.rzbd.fh-hamburg.de/oet/forum/funde/biodivkart/europa_heute.html.

[14]        Gemäss FiBL, Merkblatt Kartoffeln 2002, Frick 2001, S. 5.

[15]        ebenda.

[16]     Fachhochschule Hamburg, Biodiversität der Kartoffel, in: www.rzbd.fh-hamburg.de/oet/forum/funde/biodivkart/lateinamerika_heute.html sowie www.rzbd.fh-hamburg.de/oet/forum/funde/biodivkart/anbau.html.

[17]        Ermittelt aus Angaben von Swisspatat vom 10. September 2001.

[18]        Schweizweit sind rund 45% der sogenannten Unkrautpflanzen, darunter insbesondere die Ackerbegleitflora, gefährdet oder ausgerottet (Elias Landolt, Gefährdung der Farn- und Blütenpflanzen in der Schweiz, Bern 1991, S. 140).

[19]        Hubert Weiger / Helga Willer (Hrsg.), Naturschutz durch ökologischen Landbau, Bad Dürkheim 1997, S. 100 (mit Hinweisen).

[20]        ebenda, S. 29.

[21]        Die Zulässigkeit dieser Wirkstoffe im konventionellen Landbau ergibt sich aus: Pflanzenschutz und Ökologie Arenenberg TG / Zentralstelle für Pflanzenschutz LIB-Strickhof ZH, Pflanzenschutzmittel im Feldbau 2001, Separatdruck aus "Thurgauer Bauer" vom 9.2.2001, S. 9; die Zulässigkeit in der integrierten Produktion folgt aus: IP-Suisse, Label für Kartoffeln, Liste der erlaubten Pflanzenbehandlungsmittel 2001.

[22]     Jeffrey R. Bloomquist (University of Minnesota), Insecticides: Chemistry and Characteristics, S. 14, in: http://ipmworld.umn.edu/chapters/bloomq.htm; Pflanzenschutzmittel im Feldbau 2001, S. 20 f.

[23]        Vgl. Webpage der Oregon State University - EXTOXNET: http://ace.orst.edu/cgi-bin/mfs/01/pips/bacillus.htm?8. 

[24]        So etwa die Fungizide "Mancozeb" (vgl. Pesticide Fact Sheet bei: http://infoventures.com/e-hlth/pestcide/mancozeb.html) und "Chlorothalonil" (vgl. Pesticide Fact Sheet bei: http://infoventures.com/e-hlth/pestcide/chloroth.html). Die Zulässigkeit dieser beiden Fungizide in der konventionellen Landwirtschaft folgt aus: Pflanzenschutzmittel im Feldbau 2001, S. 10; die Zulässigkeit in der integrierten Produktion ergibt sich aus:  IP-Suisse, Label für Kartoffeln, Liste der erlaubten Pflanzenbehandlungsmittel 2001.

[25]        FiBL, Hilfsstoffliste 2002, S. 7 f. Da sich Kupfer im Boden anreichert, wollte die Europäische Union dessen Verwendung im biologischen Kartoffelbau ab 2002 verbieten. Dieser Beschluss musste jedoch wieder zurückgenommen werden. Obwohl Kupfer unter die Schwermetalle fällt, ist seine Ökotoxizität im Vergleich zu jener der typischen Schwermetalle Blei, Cadmium und Quecksilber viel geringer.

[26]        Vgl. etwa die Pestizid Fact Sheets zu Methyl-Thiophanat (http://infoventures.com/e-hlth/pestcide/thiophan.html); zu Iprodione (http://infoventures.com/e-hlth/pestcide/iprodion.html); zu Carbendazim (http://ace.orst.edu/cgi-bin/mfs/01/pips/benomyl.htm).

[27]        Im konventionellen Kartoffelbau sind diese ökotoxischen Pestizide nach wie vor zugelassen: vgl. Pflanzenschutzmittel im Feldbau 2001, S. 46. Vgl. zur Umweltschädlichkeit: www.vol.be.ch/lana/inforam/pflanzenschutz01/pflanzenschutz010817.htm (Webpage der Fachstelle für Pflanzenschutz des Kantons Bern). Dinoseb ist hochgiftig für Vögel (LD50 7 - 9 mg/kg) sowie Fische (vgl. Webpage der Oregon State University - EXTOXNET: http://ace.orst.edu/cgi-bin/mfs/01/pips/dinoseb.htm).  Die Halbwertszeit von Diquat im Boden beträgt mehr als 1000 Tage (vgl. EXTOXNET: http://ace.orst.edu/cgi-bin/mfs/01/pips/diquatdi.htm?47).

[28]        Eidgenössische Forschungsanstalt für Agrarökologie und Landbau, Zürich-Reckenholz und Bern-Liebefeld, Medieninformation Nr. 12 vom 5. Juli 2001.

[29]        Per 1. Juli 2002 zog der Bund die Vertriebsbewilligung für Dinoseb und Dinitrokresol zurück. Der Entscheid ist allerdings noch nicht rechtskräftig, weil dagegen Rekurse erhoben wurden.

[30]        Brut- und Nestlingszeit des Kibitz: Mitte April - Mitte Juli (nur 1 Brut), gemäss: Frieder Sauer, Vogelnester, Karlsfeld 1991, S. 124.

[31]        Brut- und Nestlingszeit der Schafstelze: Ende April - Mitte Juni (1. Brut), Mitte Juni - Anfang August (2. Brut) gemäss: Sauer, S. 230.

[32]        Art. 53 Direktzahlungsverordnung.

[33]        Anhang Ziff. 3, Direktzahlungsverordnung vom 7. Dezember 1998 (SR 910.13).

[34]        Direktzahlungsverordnung vom 7. Dezember 1998 (SR 910.13).

[35]        Die Anforderungen des ÖLN sind näher ausgeführt in den Richtlinien für den ökologischen Leistungsnachweis (ÖLN), Juli 2001 (Hrsg. Kt. ZH, anerkannt vom Bundesamt für Landwirtschaft am 19. Juli 2001). Die Einhaltung der Anforderungen des ÖLN ist Voraussetzung für den Bezug von Direktzahlungen. 95% der Landwirtschaftlichen Nutzflächen werden nach den Anforderungen des ÖLN bewirtschaftet (Mitteilung vom 23.11.2001 von Hr. Meerstetter, Landwirtschaftliche Beratungszentrale Lindau LBL).

[36]        Vgl. oben Kap. 2.

[37]        Gemäss Anhang Ziff. 2.1 DZV. Zudem bleibt in der Berechnung der Nährstoffbilanz der Eintrag von Stickstoff aus der Luft (Luftverschmutzung) und die Stickstoffbindung der Bodenbakterien unberücksichtigt.

[38]        Vgl. IP-Suisse, Label für Kartoffeln, Zollikofen 2001.

[39]        Vgl. oben Kap. 2.

[40]     Verordnung vom 22. September 1997 über die biologische Landwirtschaft und die entsprechende Kennzeichnung der pflanzlichen Erzeugnisse und Lebensmittel (SR 910.18, Bio-Verordnung); Verordnung vom 22. September 1997 des EVD über die biologische Landwirtschaft (SR 910.181).

[41]        Vgl. oben Kap. 2.

[42]        Nach dem sog. DOK-Versuch, dessen Ergebnisse als Richtgrösse gelten können, ist der Nährstoffeinsatz in biologischen Kulturen erheblich geringer als in der konventionellen Landwirtschaft (mineralischer Stickstoff minus 65%; Phosphor minus 40%; Kalium minus 45%): FiBL Dossier Nr. 1, Bio fördert Bodenfruchtbarkeit und Artenvielfalt, Erkenntnisse aus 21 Jahren DOK-Versuch, Frick August 2000, S. 5.

[43]        Art. 12 Abs. 4 Bio-Verordnung.

[44]        Art. 12 Abs. 3 Bio-Verordnung.

[45]        FiBl, Merkblatt Kartoffeln 2002, Frick 2001, S. 5.

[46]        Der kleine "Souci / Fachmann / Kraut", Lebensmitteltabelle für die Praxis, Stuttgart 1991, S. 260.